Postpartale Depresssion: Wien nimmt eine Vorreiterrolle ein

Wien (OTS) - Das Thema "nachgeburtliche (postpartale) Depression" ist nunmehr auch in Österreich zu trauriger Bekanntheit gelangt. Die Zahlen sprechen für sich: Fast jede 5. Frau gehört jener Gruppe an, die nach der Geburt eines Kindes ein Risiko trägt, an Depression zu erkranken.

Frauen, die von postpartaler Depression betroffen sind, leiden unter einer Vielzahl belastender sozialer und psychischer Faktoren:
Beziehungsprobleme, finanzielle Schwierigkeiten, seelische Krisen, die sich während der Schwangerschaft verschärfen, und belastende Geburten.

Sie leiden aber auch unter dem Schweigen, mit dem diese spezielle Form der Depression bisher umgeben war. Mit Recht wird in unserer Gesellschaft die Geburt eines Kindes als größtes Glück gesehen. Umso weniger Verständnis finden dann allerdings jene Frauen, deren Schwangerschaft und Mutterglück überschattet ist. Weil sie den Erwartungen ihrer Umgebung und auch ihren eigenen Hoffnungen nicht gerecht werden können, reagieren diese Mütter auf ihre Situation oft mit schlechtem Gewissen.

Das Wiener Frauengesundheitsprogramm eröffnet neue Wege

Um zu verhindern, dass Frauen in den unglückseligen Kreislauf von Depression - Überforderung und schlechtem Gewissen geraten, wurde in Kooperation des Büros der Wiener Frauengesundheitsbeauftragten und des Fonds Gesundes Österreich an drei Wiener Krankenanstalten ein Pilotprojekt zur Prävention von Postpartaler Depression ins Leben gerufen. Es sind dies das Sozialmedizinische Zentrum im Donauspital (SMZ-Ost), das Kaiser Franz Josef-Spital und die Semmelweis-Frauenklinik. Hier werden Frauen schon während der Schwangerschaft von Hebammen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen und SozialarbeiterInnen beratend begleitet. Je nach Art der Belastung - seelisch, sozial oder medizinisch - übernehmen die jeweiligen Berufsgruppen, die in diesem Projekt grenzüberschreitend zusammenarbeiten, die Betreuung der Schwangeren. Die betroffenen Frauen finden aber nicht nur innerhalb der Krankenanstalten Ansprechpartner für ihre Probleme; außerhalb kümmern sich Familienhebammen weiter ums sie.

Insgesamt wurden mit diesem Projekt 3.000 Frauen angesprochen. Davon sind mehr als 25 % psychosozial belastet Jene Frauen, bei denen eine Intervention angebracht ist und die im Programm mitarbeiten wollen, werden bis zum 6. Lebensmonat des Kindes individuell betreut.

Im Rahmen einer Tagung, die im Mehrzwecksaal des Wiener Donauspitals am Donnerstag stattfand, wurden die bisherigen Ergebnisse und die Erfahrungen mit dem Pilotprojekt vorgestellt. Sie diente auch dem internationalem Austausch von Erfahrungen und bietet die Gelegenheit das Wiener Projekt mit ähnlichen Projekten in Deutschland und Großbritannien zu vergleichen. (Schluss) rog

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