Becker im Club IW: "Nachhaltigkeit nicht als Belastung sehen!"

"Es besteht die Notwendigkeit, einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Wirtschaftsstil zum Durchbruch zu verhelfen"

Wien (PWK847) - Wie sich das in letzter Zeit viel zitierte Prinzip der Nachhaltigkeit "zu einem Geschäft umformen" lasse und nicht als Belastung gesehen werden müsse, veranschaulichte Erich Becker, Generaldirektor der VA Tech, an Bemühungen einzelner heimischer Unternehmen: Bei VA Tech zum Beispiel werde versucht, die Ziele der nachhaltigen Entwicklung durch eine effizientere Nutzung knapper Ressourcen, durch Emissionsreduktion ("saubere Lösungen") sowie durch eine Verlängerung der Nutzungsdauer von Industrieanalagen zu erreichen.
Allerdings: Konzepte zu erstellen sei nicht schwer. "Aber wenn ich keinen Gewinn mache, haben mich die Investoren auf Grund von Sustainability auch nicht lieb", erklärte Becker Donnerstag Abend bei einem Vortrag des Club Internationale Wirtschaft (IW) in der Wirtschaftskammer Österreich.

In der europäischen Union müsse die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung, so Becker, auf mehreren Ebenen in Angriff genommen werden: auf der internationalen und nationalen Ebene (Schaffung von Rahmenbedingungen), auf der regionalen und kommunalen Ebene (Aufbau etablierter Managementmethoden in bestehenden Verwaltungsstrukturen), auf der unternehmerischen Ebene (Integration der Nachhaltigkeit in das betriebswirtschaftliche Zielsystem von Unternehmen, Aufbau von Managementsystemen zur Zielerreichung) sowie auf der individuellen Ebene (Stärkung des umweltbewussten Verhaltens jedes Einzelnen).
Um die Möglichkeit der Anwendung des Prinzips Nachhaltigkeit im persönlichen Lebensumfeld zu illustrieren, warf Becker die Frage auf:
"Ist es wirklich nötig, dass wir zu jeder Jahreszeit beispielsweise jedes Obst und Gemüse auf dem Tisch haben?" Ein Österreicher, der Bananen isst, hinterlasse deutlichere "biologische Fußabdrücke" als ein Österreicher, der statt dessen steirische Äpfel zu sich nimmt. Bei seinem Referat stellte Becker auch "Global Compact" (UNO-Generalsekretär Kofi Annan beim World Economic Forum in Davos 1999), die Nachhaltigkeitsstrategie der österreichischen Bundesregierung sowie den Austrian Business Council for Sustainable Development, kurz ABCSD, zur Diskussion. Der ABCSD, dessen Präsident ebenfalls Generaldirektor Becker ist, hat derzeit 63 Mitglieder und sieht es als "Top Management-Aufgabe, einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Wirtschaftsstil zum Durchbruch zu verhelfen." (Becker)

Nachhaltigkeit erfordere eine effizientere Nutzung natürlicher Ressourcen, betonte Becker.
Aber: Nachhaltigkeit sei mehr als Umweltschutz.
Nachhaltigkeit (engl. Sustainability) im ursprünglichen Sinn sei "das Leitbild einer Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen einzuschränken, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen", zitierte Becker aus dem Brundtland-Report (1997).
Unter "Corporate Sustainability" sei ein Geschäftsmodell zu verstehen, "welches ökonomische, ökologische und soziale Kriterien in Strategie und Management integriert, die sich daraus ergebenden Chancen und Risken innovativ nutzt und so langfristigen Wert schafft." Und eben der Zusammenklang dieser Komponenten sei gefordert, aber schwierig.

Es gehe, so Beckers abschließende Worte, aber nicht so sehr darum, "die Welt besser zu machen, sondern sie im Gleichgewicht zu halten und sie unseren Nachkommen möglichst unbeschädigt zu hinterlassen." (jr)

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