Greenpeace fordert unbeschränkte Haftung für Ölkonzerne

Team mit österreichischen Helfern in Spanien angekommen

Wien,La Coruna (OTS) - Wer Umweltkatastrophen verursacht, muss für die Schäden aufkommen. Im Rahmen einer Pressekonferenz im spanischen La Coruna forderten Vertreter des internationalen Greenpeace-Hilfsteams dringende Änderungen der internationalen Gesetzgebung. Es müsse garantiert werden, dass die Ölindustrie für Unfälle wie die "Prestige"-Katastrophe vor der spanischen Küste unbeschränkt hafte, um effektiv auf derartige Katastrophen reagieren zu können. Die Umweltorganisation ruft zu einer grundlegenden Änderung der Energiepolitik auf: Ein Ausstieg aus fossiler Energie zu Gunsten erneuerbarer Energieformen müsse so rasch wie möglich beginnen!

Nach Greenpeace-Berechnungen würde der großflächige Einsatz von Windenergie alleine in Spanien 280 Tanker von der Größe der "Prestige" überflüssig machen. "Die wahre Katastrophe ist die globale Energiepolitik. Alleine vor der jetzt verseuchten Küste Galiziens fahren jährlich 1.400 Tanker. Das provoziert geradezu Katastrophen wie diese und muss aufhören", fordert Juan Lopez de Uralde, Greenpeace-Geschäftsführer in Spanien. "Die Lage muss sich sofort und für immer ändern!"

In der vergangenen Nacht ist auch ein weiteres sechsköpfiges Greenpeace-Team aus Österreich im Katastrophengebiet eingetroffen. Gemeinsam mit anderen Hilfskräften werden die Umweltaktivisten Strände säubern, die betroffene Bevölkerung über die Auswirkungen informieren und das Ausmaß der Katastrophe dokumentieren. "Wir sind hier aus Solidarität mit der galizischen Bevölkerung", erklärt Franko Petri aus dem österreichischen Greenpeace-Team. "Wir werden mithelfen, die Strände zu säubern, obwohl es eigentlich die Aufgabe der Ölindustrie wäre, hier mit der Schaufel in der Hand zu stehen!"

In der Folge des Untergangs der "Prestige" am 19. November 2002 sind bereits 350 Kilometer Küste Öl verseucht, über 100 Strände sind betroffen, verölte Vögel von 18 verschiedenen Arten wurden gerettet. Nach offiziellen Angaben sind 32.000 Menschen vor Ort direkt oder indirekt betroffen. Greenpeace fordert daher außer einer unbeschränkten Haftung für Ölkonzerne weltweit das sofortige Inkrafttreten der Erika-Direktive der EU, die Entwicklung von Notfallplänen für Öltanker in Zusammenarbeit mit den Küstenstaaten und die Einrichtung eines Netzwerks von "Particular Sensitive Sea Areas" (PSSA).

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Meeresbiologe Greenpeace (vor Ort),
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Franko Petri,
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