"Kleine Zeitung" Kommentar: "Bürgerlicher Spieß" (von Claus Albertani)

Ausgabe vom 21.11.2002

Graz (OTS) - Er hoffe, witzelte Wiens Landeshauptmann Michael Häupl, den einen oder anderen schwarzen Landeshauptmann in den Straßen Wiens zu treffen: "Dann können wir einen G'spritzten trinken gehen", so Häupl.

Er machte gute Mine zum bösen Spiel. In Wahrheit ist man in der Wiener SPÖ ganz schön verärgert, dass fünf schwarze Landeshauptleute und meist alle VP-Abgeordneten aus den Bundesländern tagelang Wahlkampf machen auf Wiens Straßen.

Häupls Analyse, die ÖVP habe offenbar wenig Vertrauen zu Wiens ÖVP-Chef Alfred Finz, ist absolut richtig: Die Wiener ÖVP ist ein Trümmerhaufen, der Versuch, gegen die übermächtige SPÖ einen professionellen Wahlkampf auf die Beine zu stellen, ist kläglich gescheitert.

Auch die Analyse von VP-Wahlkampfleiter Reinhold Lopatka ist richtig: Die Nationalratswahl wird in Wien gewonnen oder verloren. Also konzentriert man in der letzten Woche alle Kräfte auf Wien.

Zu gut ist vielen in der VP-Zentrale noch in Erinnerung, wie es Bruno Kreisky 1970 durch unermüdliche Wahlreisen in die Bundesländer gelungen war, diese zu Gunsten der SPÖ zu drehen.

Jetzt versucht die ÖVP, in Wien den Spieß für sich umzudrehen. ****

Rückfragen & Kontakt:

Kleine Zeitung
Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035, 4047
redaktion@kleinezeitung.at
http://www.kleinezeitung.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ0001