"Neues Volksblatt" Kommentar: "Bilanzzeit" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 21. November 2002

LINZ (OTS) - Heute Abend folgt zwar noch die TV-Konfrontation
aller Parteichefs, de facto aber ist der Wahlkampf gelaufen. Zeit also, Bilanz über die diversen Parteienauftritte zu ziehen: Den miserabelsten Wahlkampf haben zweifellos die Grünen geboten. Von Beginn weg in einer Selbstauslieferung an die SPÖ gefangen, kamen sie nicht über eine _ dazu noch schwache _ Inszenierung ihres Parteichefs als zerstreuter, aber freundlicher Professor hinaus. Ähnlich negativ bilanziert nur die FPÖ, die primär mit sich selbst beschäftigt war und ist _ und wohl auch noch nach der Wahl bleiben wird. Selbst die massive Zuspitzung des Wahlkampfs zum Kanzlerduell zwischen Wolfgang Schüssel und Alfred Gusenbauer, in der kleine Parteien naturgemäß leicht unter die Räder kommen, ändert nichts an deren selbst verschuldetem Wahlkampf-Elend.
Seitens der SPÖ wurden mit Quereinsteigern und einem an Profil zulegenden Alfred Gusenbauer Akzente gesetzt. Im Konkreten blieb es allerdings bei hohlen Phrasen. Dominiert wurde der Wahlkampf von Wolfgang Schüssel, dem mit Karl-Heinz Grasser der Coup schlechthin gelang und der mit dem Tierschutz "Krone"-konform auch noch in der letzten Woche punktete. Das Fazit ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nur wenige Stimmen könnten das Kanzlerduell entscheiden.

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