AK: Erfolgreiche Betriebe fördern ältere Arbeitnehmer!

Linz(AKO)Die Zahl der älteren Arbeitnehmer steigt rapide: 2020 werden die Über-45-Jährigen die größte Erwerbstätigengruppe stellen. Massiv nimmt auch die Zahl der älteren Arbeitslosen zu - laut Arbeitsmarktservice bis 2005 um mehr als 60 Prozent. AK-Präsident Hubert Wipplinger fordert jetzt Maßnahmen, um die Menschen bis zum Pensionsantritt gesund und leistungsfähig zu erhalten.

"In den Unternehmen wird derzeit eine Personalpolitik betrieben, die fast ausschließlich auf jüngere Mitarbeiter setzt. Weil aber künftig immer weniger Jüngere zur Verfügung stehen, wird die Förderung der Älteren zur Frage der wirtschaftlichen Lebensfähigkeit. Erfolg werden nur mehr jene Betriebe haben, die ihre soziale Verantwortung gegenüber diesen Menschen wahrnehmen!" stellt Wipplinger fest.

Durch die Pensionsreform der derzeitigen Regierung wurden die Altersgrenzen angehoben. Dass ohne begleitende Maßnahmen auf betrieblicher Ebene das Problem großteils von der Pensions- zur Arbeitslosenversicherung verlagert, aber für die Betroffenen nicht gelöst wird, zeigen die Arbeitslosen-Daten. Die Arbeitslosenquote der 55- bis 59-jährigen Frauen ist in den letzten beiden Jahren von 8,5 Prozent auf 12,5 Prozent gewachsen, die der Männer über 60 Jahre von 7,1 Prozent auf 14 Prozent. Mehr als 50 Prozent der Neupensionisten sind bereits
arbeitslos oder krank, bevor sie in Pension gehen können!

"Es ist unmenschlich und unsinnig, wenn Arbeitnehmer nach Jahrzehnten der Erwerbstätigkeit als nutzlos abgestempelt werden!" kritisiert der AK-Präsident. "Eine Studie bestätigt das Gefühl der älteren österreichischen Arbeitnehmer, im Europavergleich besonders stark diskriminiert zu sein." Immerhin haben 60 Prozent der österreichischen Betriebe Alterslimits bei der Personaleinstellung, mehr als zwei Drittel davon setzen das Alterslimit mit 40 Jahren an.

"Um Menschen dazu zu befähigen, bis zum Pensionsalter gesund und motiviert einer produktiven Tätigkeit nachzugehen, müssen zahlreiche Maßnahmen gesetzt werden, die eine grundsätzliche Änderung der Arbeitsorganisation bewirken!" betont Wipplinger.

Eine Gesundheitsprävention am Arbeitsplatz muss die Arbeitsorganisation, Arbeitsplatzgestaltung und die altersadäquate Aufgabenverteilung berücksichtigen - für alle Altersgruppen. Besonderer Wert muss auch auf die laufende berufliche Fortbildung älterer Arbeitnehmer gelegt werde: Derzeit lassen die meisten Betriebe deren Qualifikation verfallen. Und schließlich braucht es die Anerkennung der Leistung Älterer, die Übertragung neuer Aufgaben und die Einbeziehung in innerbetriebliche Reformprozesse.

Es gibt bereits zahlreiche Beispiele erfolgreicher Betriebsprojekte zur Förderung älterer Arbeitnehmer. Informationen dazu können im Internet unter der Adresse www.arbeiterkammer.com (Rubrik: Rund um den Job/Arbeit und Alter) abgerufen werden.

"Wir werden uns dieser Fragen - auch in Kooperation mit der Universität Linz - verstärkt annehmen", stellt AK-Präsident Wipplinger fest. "Die älteren Arbeitnehmer sind für die AK ein zentrales Thema!"

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