ISPA verurteilt Vorgangsweise der TA gegenüber kleineren Internet Providern

Wien (OTS) - Mit der Pressemitteilung der Telekom Austria, worin
die Sperrung von Standleitungen (S0), die viele ISPs (Internet Service Provider) für Ihre Dienstleistungen benutzen, angedroht wird, hat die TA erneut gegen alle Regeln der Fairness verstoßen und der Internetwirtschaft Österreichs einen Bärendienst erwiesen. "Die TA glaubt anscheinend nach den Highlander-Prinzip "Es kann nur einen geben" leben zu müssen," wird von Seiten der ISPA (Internet Service Providers Austria) kommentiert.

"Seit dem Regierungszusammenbruch und der von uns auch kritisierten Auswechslung des Telekom Regulators wurde das Verhalten der Telekom gegenüber anderen Wettbewerbern im Internet Bereich deutlich aggressiver und präpotenter," stellte Dr. Kurt Einzinger, Generalsekretär der ISPA fest. "kaum läßt die politische Kontrolle nach, zeigt die Telekom Austria ihr wahres Gesicht: das eines Monopolisten, der seine Verfügungsgewalt über das Festnetz (Local Loop) dazu ausnutzt die ISPs vom Markt zu drängen."

Zuerst wurde eine sogenannte ADSL-Weihnachtsaktion gestartet, ohne dass es den anderen ISPs ermöglicht wurde ein gleichwertiges Angebot zu machen, und jetzt diese ungerechtfertigte Androhung von Leistungssperrung. Als besonders verwerflich wird die öffentliche Kundmachung der Androhung der Leistungssperrung gesehen. Damit werden nur die Kunden der ISPs verunsichert, wodurch den kleinen und mittleren ISPs beträchtlicher geschäftlicher Schaden erwachsen kann. Während die inhaltlichen Vorhaltungen der TA keine Basis haben und leicht widerlegt werden können.

Auf der einen Seite ist der TA schon lange bekannt, was auch bei einem Meeting im August mit Vertretern der TA besprochen wurde, dass innerhalb der auf den S0-Verbindungen zugelassenen 100KHz höhere Bandbreiten als 192Kbit möglich sind und dass viele ISPs und auch die TA selbst diese Leitungen auf höheren Bitraten zu betreiben. Dies solange die 100KHz eingehalten werden, was durch einen Filter auf den Leitungen ohnedies erzwungen wird.

Auf der anderen Seite existiert eine Schlichtungsempfehlung der RTR vom 8.6.1999, in der die RTR der Telekom Austria empfiehlt, 2 Draht-Leitungen ohne Endgeräte und ohne technische Beschränkung zur Verfügung zu stellen, da sie selbst diesen Leitungstyp für die Zurverfügungstellung von digitalen Übertragungswegen (DDL-L, DDL-HS) nutzt. In der Schlichtungsempfehlung wird ebenfalls festgehalten, dass nicht dokumentiert werden konnte, dass es jemals durch den Einsatz von Breitbandmodems zu Beeinträchtigungen oder Störungen im Telekom-Netz gekommen ist. Die TA ist dieser Empfehlung bis heute nicht nachgekommen.

"Die Telekom Austria will offensichtlich wieder zu den alten Monopolzeiten zurück, wo jedes Endgerät (Telefon oder Modem) mit einem Post-Pickerl versehen sein musste, was diese nur teuer machte und den technischen Fortschritt bremste," bemerkte Dr. Kurt Einzinger abschließend.

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