AK-Test: Hohe Rückstände von Schädlingsgift in Weintrauben Gesundheitsminister muss Schwerpunktkontrollen durchführen

Klagenfurt (OTS) - Weintrauben enthalten alarmierend hohe Konzentrationen von Pestiziden. Das stellte die Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Kärnten bei einem Lebensmitteltest fest. Nur eine von 15 Trauben-Proben war frei von Schädlingsgift. Bei vier Produkten wurde der Grenzwert beträchtlich überschritten. Besonders stark belastet sind türkische und italienische Trauben. Heimische Produkte schnitten gut ab.
Zwei Proben der kernlosen türkischen "Sultanas"-Trauben und zwei Sorten weiße Weintrauben aus Italien enthielten weitaus mehr Pestizide als gesetzlich erlaubt. Bei den vier Produkten wurde der Höchstwert für Schädlingsbekämpfungsmittel bis um das Neunfache überschritten. Damit erfüllten 27 Prozent der untersuchten Weintrauben nicht die gesetzlichen Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit.
Eine dieser vier Trauben-Proben, bei der die Pestizid-Höchstgrenze deutlich überschritten wurde, war außerdem als "unbehandelt" ausgezeichnet. Tatsächlich wurde bei dieser Ware der Einsatz von neun verschiedenen Schädlingsgiften nachgewiesen. In einem anderen Fall enthielten weiße Trauben aus Italien, die laut Angaben aus "kontrolliertem Anbau" stammten, acht verschiedene Pestizide.
"Beim Konsumenten wird durch diese Anpreisungen der Eindruck erweckt, dass die Ware aus biologischem Anbau stammt. Diese Trauben sind daher nach dem Lebensmittelgesetz falsch bezeichnet", kritisiert die Leitern der AK-Konsumentenberatung, Dr. Josefine Traunik. Insgesamt wies die AK Kärnten bei ihrer Untersuchung in 14 von 15 Trauben-Proben Schädlingsbekämpfungsmittel nach. "Im Schnitt war jede Probe mit sechs verschiedenen Pestiziden belastet", betont Traunik. Spitzenreiter beim Cocktail aus Pestiziden waren weiße Trauben aus Italien. Sie enthielten gleich zehn verschiedene Gifte.
Nur eine Ware, die Sorte blaue Kur-Trauben aus Kärnten, enthielt keinerlei Schädlingsbekämpfungsmittel. Die Ware stammt vom Benediktinermarkt in Klagenfurt. Bei einer weiteren Probe der blauen Kärntner Kur-Trauben - ebenfalls vom Benediktinermarkt - wurde der Einsatz von zwei Pestiziden nachgewiesen. Zwei Proben italienischer Trauben vom Benediktinermarkt wurden ebenfalls positiv auf Schädlingsbekämpfungsmittel getestet: Muskat-Trauben enthielten zwei verschiedene Gifte, Rosè-Trauben sogar vier.
Insgesamt wurden in zehn Weintrauben-Proben, das sind 67 Prozent, Schädlingsbekämpfungsmittel nachgewiesen, deren Menge sich innerhalb der zulässigen Höchstgrenzen bewegt.
Bei diesem Lebensmitteltest hat die Arbeiterkammer Kärnten im Oktober in Klagenfurt 15 Proben Weintrauben in Supermärkten und auf dem Benediktinermarkt eingekauft. Die Waren wurden im Auftrag der AK-Konsumentenberatung von der Lebensmitteluntersuchungsanstalt auf Pestizid-Rückstände untersucht.
Die Arbeiterkammer Kärnten ortet aufgrund der alarmierenden Resultate dieser Lebensmitteluntersuchung raschen Handlungsbedarf beim Gesundheitsminister. Obwohl schon lange bekannt ist, dass Weintrauben Pestizidbelastungen aufweisen, die weit über den Höchstwerten liegen, ist dieses Obst nach wie vor im Handel, kritisiert die AK.
Die Arbeiterkammer Kärnten fordert den Gesundheitsminister auf, dringend folgende Maßnahmen für mehr Lebensmittelsicherheit zu setzen:
- rasche Schwerpunkt-Kontrollen auf Pestizid-Rückstände bei Obst und Gemüse
- Änderung der österreichischen Höchstwerte-Verordnung dahin gehend, dass die Summe der Anteile der eingesetzten Pestizide insgesamt nicht 100 Prozent überschreiten darf. Die Verordnung legt derzeit zwar Obergrenzen für einzelne Pestizide fest, nicht aber für die Gesamtbelastung
- Nachkontrollen bei Mängeln, um Verbesserungen festzustellen
- mehr Forschung über die Wirkung von Schadstoff-Cocktails
- Veröffentlichung aller Untersuchungs-Ergebnisse
- Veröffentlichung von "Wiederholungstätern". Das Produkt, der Erzeuger oder der Verkäuferbetrieb müssen der Öffentlichkeit namentlich bekannt gegeben werden.

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