PatientInnenorientierte integrierte Krankenbetreuung

Zusammenarbeit zwischen Stadt Wien und Wiener Gebietskrankenkasse

Wien (OTS) - "Das Gesundheitswesen soll effizient und möglichst lückenlos an den Bedürfnissen bzw. der Lebensqualität der PatientInnen ausgerichtet sein. Das Projekt "PatientInnenorientierte integrierte Krankenbetreuung" ermöglicht es den PatientInnen, sich aktiv einzubringen und mitzugestalten", zeigt sich Wiens Gesundheitsstadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann anlässlich der Projektpräsentation über die hervorragende, trägerübergreifende Zusammenarbeit zwischen Spitälern der Stadt Wien, der Wiener Gebietskrankenkasse, den niedergelassenen Ärzten, Apotheken, der MA 47 sowie aller Pflege- und Sozialdienste erfreut.

"Es ist in Österreich erstmals der Fall, dass eine so direkte und systematische Einbindung der PatientInnen in ein "Organisationsentwicklungs-Projekt" des Gesundheitswesens stattfindet", betont Franz Bittner, Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse. Die Qualität der Behandlung, Pflege und Betreuung insbesondere an den Schnittstellen zwischen intra- und extramural sowie zwischen dem Gesundheits- und Sozialsystem ist durch die berufsgruppen- und organisationsübergreifende Zusammenarbeit aller Gesundheits-Profis und der PatientInnen möglich. "Daher ist dieses Projekt auch eine Kommunikationsoffensive", so Bittner.

"Es ist unser klares Ziel, dass die erfolgreichen Maßnahmen aus dem PIK-Modellprojekt systematisch auch in anderen Bezirken und Spitälern umgesetzt werden sollen", betonen Pittermann und Bittner. Dafür werden die notwendigen Maßnahmen vorab durch ein wissenschaftliches Institut, das Ludwig Boltzmann Institut für Medizin- und Gesundheitssoziologie, evaluiert bzw. in Testläufen erprobt.

ständige Weiterentwicklung und Verbesserung der Krankenbetreuung

Die Verbesserung des Schnittstellenmanagements zwischen ambulanter und stationärer Betreuung und die Ermöglichung einer umfassenden und integrierten Krankenbetreuung zu Hause stellen für das Gesundheitssystem eine große Herausforderung dar. "Die Wiener Gebietskrankenkasse und die Stadt Wien sehen es als ihre Aufgabe, Schritte zu setzen, die zu einer ständigen Weiterentwicklung und Verbesserung des Krankenbetreuungssystem beitragen. Dabei steht die Verbesserung der Lebensqualität kranker Menschen im Mittelpunkt", so Pittermann und Bittner.

"Das Modellprojekt PIK ist als Meilenstein im Wiener Gesundheitswesen konzipiert: Erfolgreiche Maßnahmen dieses Projekts sollen in ganz Wien (und auch in den Bundesländern) verwirklicht werden", erläutert Projektleiter Univ.Prof. Dr. Jürgen M. Pelikan den geplanten Wissenstransfer.

Dem Modellprojekt ist eine Machbarkeitsstudie vorangegangen (Auftraggeber: Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und Gemeinde Wien, vertreten durch die BGF und den KAV, Laufzeit 1999-2000) in der ein Maßnahmenkatalog erarbeitet wurde. Diese Maßnahmen werden im Modellprojekt überprüft, aktualisiert und nach gründlicher Planung durch die Partner in der Region umgesetzt.

Welche konkreten Problembereiche werden in PIK bearbeitet?

o Teilprojekt 1 - Integriertes Zuweisungs- und Entlassungsmanagement: Ziel ist die Verbesserung der Zusammenarbeit aller beteiligten Partner bei der Zuweisung von PatientInnen in ein Krankenhaus und bei der Entlassung von PatientInnen. Im Mittelpunkt stehen in diesem Teilprojekt PatientInnen, die vor und nach dem Krankenhausaufenthalt keiner vielfältigen Betreuung bedürfen. KrankenhausmitarbeiterInnen, niedergelassene ÄrztInnen, Pflege- und Sozialdienste, Apotheker versuchen hier, die gegenseitigen Informationsflüsse möglichst einfach, lückenlos und rasch zu gestalten.
o Teilprojekt 2 - Integrierte Krankenbetreuung für PatientInnen zu Hause: Ziel ist hier, eine umfassende (medizinisch, pflegerisch, hauswirtschaftlich, sozial etc.) Betreuung zu Hause gut
abgestimmt und an den Bedürfnissen der meist multimorbiden PatientInnen ausgerichtet zu organisieren. Müssen diese PatientInnen auch stationär aufgenommen werden, so soll im Zuge des Entlassungsmanagements dieser multiprofessionelle Betreuungsbedarf zwischen Krankenhaus und Betreuung zu Hause
unter Einbeziehung der PatientInnen rechtzeitig und lückenlos geplant werden.
o Teilprojekt 3 - Diagnosespezifische integrierte
Krankenbetreuung: Für PatientInnen mit schwerwiegenden Erkrankungen (z.B. onkologische PatientInnen), die häufig zwischen stationärer und ambulanter Betreuung wechseln müssen, sollen hier neue Formen einer engen Zusammenarbeit zwischen
allen Fachleuten untereinander, aber auch mit Selbsthilfegruppen entwickelt werden.
o Leitprinzip PatientInneneinbeziehung in der Region: Quer zu den drei Teilprojekten liegt das Leitprinzip dieses Projekts, eine verstärkte PatientInneneinbeziehung in der Region. Dieses wird realisiert durch die Gründung einer Fokusgruppe PatientInnen und Angehörige, deren Mitglieder ihre Sichtweise aktiv in die drei Teilprojekte einbringen. Darüber hinaus werden von der Fokusgruppe eigene Maßnahmen zur besseren Information für PatientInnen über Betreuungsangebote entwickelt.

Folgende Partner aus den Bezirken 14-17 übernehmen die aktive Gestaltung im Projekt:

o PatientInnen und Angehörige
o Hanusch Krankenhaus
o Wilhelminenspital
o Krankenanstalt des Göttlichen Heilandes
o Niedergelassene ÄrztInnen
o Apotheken
o MA 47 - Pflege und Betreuung
o Pflege- und Sozialdienste (Arbeiter Samariter Bund Wien, Caritas Erzdiözese Wien, Caritas Socialis, Sozial Global, Volkshilfe Wien, Wiener Rotes Kreuz, Wiener Sozialdienste)
o Niedergelassene Medizinisch therapeutische Dienste

Wie wird im Projekt gearbeitet?

Für die Projektarbeit werden organisationsübergreifende Arbeitsgruppen eingerichtet, in der auch jeweils zwei VertreterInnen der Fokusgruppe PatientInnen/Angehörige mitarbeiten. Die Mitglieder der Arbeitsgruppen arbeiten gemeinsam an Verbesserungsmaßnahmen und sorgen mit Unterstützung der Führung ihrer Organisationen und Berufsgruppenvertretungen für eine breite Umsetzung in der Region. Ein interprofessionelles Beratungsteam seitens der Projektbegleitung steht jeder Arbeitsgruppe beraterisch und wissenschaftlich zur Seite.

Zur Vorbereitung des wien- und bundesweiten Transfers wird ein Komitee von ExpertInnen eingerichtet. Dieses Komitee wird bis zum Abschluss des Modellprojektes (Dezember 2004) die laufenden Aktivitäten des Projekts beraten und Empfehlungen für eine wien-weite Umsetzung aller erfolgreichen Maßnahmen gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Begleitungsteam ausarbeiten.

Alle aktuellen Informationen und Kontaktmöglichkeit im Internet:
http://www.univie.ac.at/pik/ . (Schluss) rog

Rückfragen & Kontakt:

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Tel.: 4000/81 231
Handy: 0664/516 44 73
andrea.rogy@ggs.magwien.gv.at
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WGKK - Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 60 122/2254 oder 0664/31 31 794
jan.pazourek@wgkk.sozvers.at
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Projektbegleitung
Dr. Beate Greiner
Tel.: 4277/48255
pik.soziologie@univie.ac.at
http://www.univie.ac.at/pik

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