LH Haider: Neue Partisanen-Dokumentation soll ORF-Verantwortliche zum Umdenken bringen

Neue Doku ist Gegenprogramm zum umstrittenen ORF-Beitrag und dient historischer Wahrheit - Angebot bis dato nicht angenommen

Klagenfurt (LPD) - Massive Kritik übte heute abend Landeshauptmann Jörg Haider an den ORF-Verantworttlichen, weil sie bis dato keine Bereitschaft zeigten, die neue Partisanen-Dokumentation von Carl Gustaf Ströhm und Andreas Mölzer anzunehmen und damit eine Wiedergutmachung zu leisten. Diese Dokumentation über die Massenmorde der Titopartisanen "In der glühenden Lava des Hasses" entstand als Gegenprogramm zu dem vom ORF ausgestrahlten Partisanen-Beitrag, der "nichts mit der historischen Wahrheitsfindung gemein hatte", so Haider. Von den furchtbaren Greueln an der Zivilbevölkerung war darin keine Rede.

Der gemeinsame Protest beim Bundeskommunikationssenat habe nur die Feststellung gebracht, dass der Titel nicht passend sei und nunmehr sei die neue Dokumentation über die Nachkriegsverbrechen zwischen Karawanken und Hornwald (Gottschee) den ORF-Kuratoren bzw. dem ORF angeboten worden, so Haider bei der Präsentation der Dokumentation im vollbesetzten Klagenfurter Konzerthaus.

Der Landeshauptmann hofft, dass diese ebenso eindrucksvolle wioe erschütternde Dokumentation zu einem Umdenken bei den ORF-Verantwortlichen führen werde, denn der ORF sei ein öffentlich-rechtliches Unternehmen und habe auch einen Kultur- und Bildungsauftrag zu erfüllen. Die Manipulationen dürfen nicht zur Kenntnis genommen werden, Menschen hatten Fürchterliches mitgemacht, das dürfe nicht verschwiegen werden.

Mit dem Landesschulrat und der Unterstützung durch das Landesarchiv werde eine Wanderausstellung für Kärntens Schulen gemacht, die die historischen Ereignisse von damals den jungen Menschen vermitteln sollen, sagte Haider. Mit der Präsentation der neuen Dokumentation solle auch der Startschuss erfolgen, dass wir über die Geschichte, wie sie wirklich war, reden dürfen. Wäre dies nicht möglich, dann würden wir in keiner Demokratie leben. Denn freie Meinungsäußerung und historische Wahrheit gehören untrennbar zusammen.

Osteuropa-Experte Carl Gustaf Ströhm erzählte, wie er als Student durch persönliche Begegnungen zur Beschäftigung mit der Geschichte, insbesondere mit den Schicksalen der Kroaten und Kosaken nach Kriegsende kam. Vieles werde noch nicht offen diskutiert, aber die Wahrheit müsse ans Tageslicht kommen. Slowenien und Teile Kroatien gehörten mit zu den größten Hinrichtungsstätten, so Ströhm.

Der zweite Gestalter, Kolumnist Andreas Mölzer, dankte dem Landeshauptmann für die Ermöglichung der Dokumentation und dankte allen, die mitgeholfen haben. Er konnte Mitgestalter des Films aus Slowenien und Kroatien sowie zahlreiche Ehrengäste willkommen heißen, unter ihnen LHStv. Peter Ambrozy, Bundesratspräsident Gerd Klamt, Landesschulratspräsident Heiner Zechmann, Bgm. Harald Scheucher, Landesarchivdirektor Wilhelm Wadl, KHD-Obmann Josef Feldner, Abg. Dietlinde Kreutzer, Labg. Robert Lutschounig, Heinz Stritzl (Kärnten Plattform), AK-Direktor Erwein Paska, Bundesrätin Renate Wintermann, Bgm. Albert Holzer und Bezirkshauptmann Wolfgang Marchat.
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