Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Reinen Wein einschenken (von Michael Kuscher)

Ausgabe vom 20. Nov. 2002

Klagenfurt (OTS) - Dass vor der Wahl nicht nur "Wahlzuckerln" mit dem Ablaufdatum 24. November verteilt werden, sondern bereits heute auch von "schmerzhaften Maßnahmen" die Rede ist, die man als möglicher Wahlsieger selbst ergreifen wird müssen, zeugt nicht nur von einigem Mut, sondern vor allem von Realitätssinn. Der zunehmende Wirtschaftspessimismus der Menschen hat seine Gründe und kann blau-schwarz-, aber nicht schöngeredet werden. In welchem Ausmaß der Pessimismus gerechtfertigt ist, wird ein Kassasturz nach der Wahl zeigen.

Erst im Licht des Kassasturzes wird der tatsächliche Wert der Wahlversprechen zu beurteilen sein. Erst dann werden auch die, die heute versprechen, beurteilen, ob sie ihre Zusagen auch halten können.

Mit Hannes Androsch hat sich gestern Alfred Gusenbauer einen Wirtschaftsfachmann an die Seite geholt, der sich auch in der Wahlkampf-Endphase kein Blatt vor den Mund zu nehmen braucht. Damit nahm auch Gusenbauer sechs Tage vor der Wahl mit unübersehbarer Deutlichkeit Abschied von der allgemeinen Schönfärberei. "Heiße Eisen", "schmerzhafte Maßnahmen" stünden der nächsten Regierung ins Haus. Androsch nahm bei seiner Analyse auf kein Tabu Rücksicht. Die Menschen wollen statt Phrasen reinen Wein eingeschenkt bekommen.

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