Grillitsch: Nach Windwurf keine Panik und auf Partnerschaft setzen

Österreichs Waldzustand ist hervorragend und nicht Ursache für Schäden

Wien (AIZ) - Mit rund 3 Mio. Festmeter Holz liegen nach dem Föhnsturm der letzten Tage rund 20% des Jahreseinschlages der österreichischen Forstwirtschaft am Boden. Besonders schwer betroffen sind dabei die Bundesländer Tirol, Salzburg und Steiermark. Zusätzlicher großer Schaden ist durch die Art des Windwurfes zu beklagen: das entstandene Bruchholz kann nur mehr als billiges Brenn-und Faserholz verkauft werden. Der genaue Gesamtschaden durch den jüngsten Sturm ist noch nicht abzuschätzen. "Wichtig ist es jetzt in Ruhe die Situation zu analysieren und Panikaktionen zu vermeiden, alle Aktivitäten am Markt zu koordinieren und bestmögliche Synergien zu suchen. Die österreichische Forstwirtschaft setzt dabei auf die bewährte, gute Partnerschaft mit der Säge- und Papierindustrie. Entsprechende Marktgespräche sind bereits in Vorbereitung", betonte heute Bauernbund-Präsident und Vorsitzender des Forstausschusses der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Fritz Grillitsch in einer Aussendung.

"Nichts zu tun haben die Windwürfe allerdings mit der vom Umweltbundesamt veröffentlichten so genannten Roten Liste gefährdeter Waldtypen. Die Stürme, die in den letzten Jahren verstärkt aufgetreten sind, haben einfach eine solche Intensität entwickelt, dass auch der gesündeste Wald nicht standhalten konnte. Die schwersten Schäden gibt es diesmal nachweislich in und rund um Nationalparke und in Schutzwäldern mit höchster Biodiversität und nicht im Wirtschaftswald. Es kommt nicht von ungefähr, dass die österreichische Forstwirtschaft Vorbild und Lehrmeister für Forstexperten aus der ganzen Welt ist. Wo allerdings der Hebel angesetzt werden muss, ist die Klimaschutzpolitik. Es reicht nicht, dass alleine das kleine Land Österreich einschneidende Maßnahmen setzt, wenn der wesentlich größere Rest der Welt weitermacht wie bisher. Hier sind besonders die großen Staaten aufgefordert, umzudenken. Was wir für Österreich verstärkt fordern und unterstützen, ist eine Forcierung nachwachsender Rohstoffe. Die Verwendung von Biomasse, zum Beispiel Hackschnitzel oder Pellets, ist der beste Klimaschutz überhaupt", so Grillitsch weiter.

Die Aufräumarbeiten nach dem schweren Windwurf seien bereits voll im Gange. Das Bundesheer sei dabei unverzichtbarer Partner und die wirtschaftliche Unterstützung durch Bund und Land sei wichtig. Die schweren wirtschaftlichen Einbussen seien für die Betroffenen enorm. Ungerechtfertigte Schuldzuweisungen durch selbst ernannte Experten seien jedenfalls in solch schwierigen Situationen mehr als entbehrlich.
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, pressedienst@aiz.info
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIZ0002