"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Das Tricksen rächt sich (von Michaela Geistler)

Wien (OTS) - Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast, lautet ein weiser Spruch. Fälschen ist eigentlich gar nicht notwendig. Verschweigen reicht auch, um Daten manipulativ einzusetzen, wie der gestern präsentierte Budgetentwurf 2003 des Kärntner Finanzreferenten beweist.

Die nackten Zahlen, die der Öffentlichkeit präsentiert wurden, verdecken mehr, als sie verraten. 67 Millionen Euro Nettonneuverschuldung sagen nichts aus. Nichts über die kosmetischen Budget-Operationen. Nichts über aufgelöste Rücklagen, die die oben genannte Summe verdoppeln. Nichts darüber, wie Pfeifenberger die außerbudgetären Schulden ausgelagerter Landesgesellschaften in den Griff bekommen will. Defizite wurden einfach von A nach B verschoben, um den Wählern ein X für ein U vorzumachen.

Alle diese Finanztricks haben sich unter dem Etikett des Spargedankens, der in Österreich offensichtlich zum Fetisch avanciert ist, blendend verkaufen lassen. Was nach Sparen aussah, war eigentlich Umschichten. Die Marketing-Gags rächen sich nun, zum Verscherbeln bleibt kaum etwas übrig. Wenn noch dazu so wichtige Bereiche wie Gesundheitsversorgung an einem derart fragilen Finanzkonstrukt hängen, sieht die Zukunft düster aus. Das sind die bitteren Pillen in den Zuckerln, mit denen die FPÖ "mehr Kies" für Kärnten verspricht.

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