"Kleine Zeitung"-Kommentar: "Zahltag" (Von Erwin Zankel) Utl. Ausgabe vom 19. 11. 2002

Graz (OTS - Nur 16 Prozent glauben, dass die Wahlversprechungen der Parteien auch eingehalten werden.

Die Österreicher sind gebrannte Kinder, Sie wissen, dass in der Politik "versprochen und gehalten" die Ausnahme, "versprochen und gebrochen" aber die Regel ist.

Deshalb haben Programme und Pläne keine besondere Glaubwürdigkeit, sondern werden als Pflichtübung gewertet.

Die "Zehn Punkte", die Wolfgang Schüssel und Karl-Heinz Grasser vorstellten, waren nur das Beiwerk für den ersten gemeinsamen Auftritt des Bundeskanzlers mit dem übergelaufenen Finanzminister. Wie genau die angekündigte, aber nicht eingehaltene Senkung der Steuerlast erfolgen soll, war zweitrangig.

Ebenso inhaltsleer war der Wortschwall, den Alfred Gusenbauer von sich gab. Seine Parole, er wolle eine "Koalition gegen die Arbeitslosigkeit und für das Wirtschaftswachstum" bilden, taugte für die Plakatwand oder vielleicht für einen Parteitag.

Auch diesmal werden die wirklichen Probleme des Landes ausgeklammert. Uns droht eine Wiederholung des deutschen Beispiels:
Der reine Wein wird den Bürgern erst später eingeschenkt. Nach dem Wahltag kommt immer der Zahltag. ****

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