"Neues Volksblatt" Kommentar: "Positionen" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 12. November 2002

LINZ (OTS) - Der Wahlkampf war kurz, aber heftig und er war
gespickt von Überraschungen. Jetzt wenige Tage vor der Wahl kann man sich des Eindrucks nicht erwehren: Gut, wenn alles vorbei ist. Mehr Unterhaltungsprogramm als in den letzten Wochen können die politischen Parteien beim besten Willen nicht mehr bieten. In der vorhandenen kurzen Zeit wurde ein Höchstmaß an Spannung aufgebaut, das kaum noch zu übertreffen ist. Zwar wird noch immer von weiteren Überraschungen im ÖVPAngebot gemunkelt, doch läuft die Zeit davon, braucht doch der beste Coup àla Grasser einige Tage, um zu greifen. Man kann also ohne großes Risiko vermuten: Die Positionen sind festgelegt, es ist alles Wesentliche gesagt. Was jetzt noch kommt, hat lediglich Verstärkercharakter für den Trend, der bereits seine Richtung eingeschlagen hat. Kurz gefasst heißt dies: Der angebliche Lager-Wahlkampf hat sich aufgelöst. Er reduziert sich auf Rot-Grün, Schwarz-Blau belebt nur mehr die SPÖ-Propaganda.
Alfred Gusenbauer hat den Staatsmann abgestreift und sich für die Option des phrasenverliebten Haxlbeißers entschieden.Van der Bellen und Herbert Haupt haben sich vor lauter Taktik selbst aus dem Spiel genommen. Bleibt Wolfgang Schüssel, der im Wahlkampf keinen Millimeter von seinem Weg abgewichen ist.

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