- 18.11.2002, 17:17:08
- /
- OTS0228 OTW0228
Herbststurm schädigt Forstwirtschaft enorm
Katastrophenfonds für betroffene Betriebe benötigt
Wien (OTS) - Der Föhnsturm der vergangenen Tage hat in einigen
Regionen Österreichs insgesamt rund drei Millionen Festmeter Holz
umgeworfen und gebrochen. Insgesamt verzeichnet die Forstwirtschaft
einen Schaden von rund 70 Millionen Euro. Am stärksten betroffen
waren die Gebirgsregionen der Steiermark sowie die Salzburger Gebiete
Lungau und Pinzgau. Einige Betriebe sind existenziell bedroht und
benötigen dringend finanzielle Hilfe. Die Bereitstellung von Mitteln
aus dem nationalen Katastrophenfonds ist daher erforderlich.
"Am größten ist der Schaden in Salzburg und in den Gebirgsregionen
der Steiermark", sagt Stefan Schenker, Präsident des Hauptverbandes
der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe. Bei einigen Betrieben im
Lungau und Pinzgau warf der Sturm die vierfache Menge der
durchschnittlichen Jahresernte um. Die schwierigen Aufräumarbeiten
wurden sofort von den Forstleuten gestartet. Dabei ist das Bundesheer
eine große Unterstützung.
Der Herbststurm hat für die heimische Forstwirtschaft einen hohen
Preis: der Wind brach viele Bäume und zerstörte dabei die
wertvollsten Holzteile. Daher sind 30 Prozent des Holzes nicht
verkäuflich. Das restliche Holz wird erhöhte Erntekosten verursachen
und geringere Erträge bringen. Die Wiederaufforstung, Pflegmaßnahmen
und das Reparieren von Wegen werden die Betriebe zusätzlich belasten.
Die Forstexperten rechnen mit einem Schaden von insgesamt 70
Millionen Euro. Einige Betriebe wurden besonders stark getroffen und
müssen um ihre Existenz bangen. Daher müssen Mittel aus dem
nationalen Katastrophenfonds für die Behebung der Schäden
bereitgestellt werden. Dabei darf man die großen Betriebe nicht
ausschließen.
Partnerschaft hält Markt im Gleichgewicht
Obwohl der Föhnsturm etwas mehr als zwei Millionen Festmeter Holz
für den Markt hinterlässt, wird es dort kein Überangebot geben. "Die
Forstwirtschaft wird noch diese Woche mit ihren Partnern aus der
Säge-, Papier- und Plattenindustrie Gespräche führen, um das
vorhandene Holz optimal zu verteilen", so Schenker. Da derzeit für
das kommende Jahr die Holznutzung geplant wird, kann die
bevorstehende Ernte zwischen den Forstbetrieben koordiniert werden.
Die Nachbarschaftshilfe spielt dabei eine große Rolle: wer nicht vom
Windwurf betroffen ist, reduziert die Holzernte in seinem Betrieb. Im
Ausgleich dafür vermietet er an die geschädigten Betriebe seine
Arbeitskraft zur Aufarbeitung der Bäume. Dank dieser Maßnahmen kann
der Markt und der Holzpreis stabil gehalten werden.
Forstwirtschaft arbeitet naturnah
Vehement wehrt sich Präsident Schenker gegen Angriffe des
Umweltbundesamtes, dass die Forstwirtschaft nicht naturnah arbeitet
und somit an den Sturmschäden eine große Mitschuld trägt. Diese
Aussage ist nicht richtig: Der österreichische Waldbericht 2001
bestätigt, dass heute auf über 50 Prozent der Waldfläche mit
Naturverjüngung gearbeitet wird. 2/3 des österreichischen Waldes sind
naturnah. Dies ist vor allem der nachhaltigen Forstwirtschaft zu
verdanken, welche die österreichischen Waldeigentümer seit
Jahrzehnten betreiben. Der gewaltigen Kraft des jüngsten Föhnsturmes
können auch die besten und stabilsten Bäume nicht standhalten.
Rückfragehinweis:
Hauptverband der
Land- und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs (HVLF)
Dipl.-Ing. Stefan Schenker, Präsident des HVLF
Mobil: 0664/260 00 28
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF






