Krankenkassendefizit nicht gesunken, sondern gestiegen!

Österreichweit: Minus von 200 Mio. Euro!

St. Pölten (OTS) - "In Wahlkampfzeiten werden offensichtlich Tatsachen etwas nachgebessert und verändert dargestellt", stellt KR Gerhard Hutter, Obmann der NÖGKK, angesichts jüngster Aussagen zum Krankenkassendefizit fest. Der Grund: Das nun gegenüber den ursprünglichen Voranschlägen für das Jahr 2002 um 32 Mio.Euro verbessert ausgewiesene Ergebnis mit einem voraussichtlichen Minus von 200 Mio.Euro entspricht nicht den tatsächlichen Gegebenheiten.

Eine genaue Betrachtung der aktuellen Berechnungen ergibt nämlich, dass in den nun prognostizierten Ergebnissen für das Jahr 2002 deutlich höhere Einnahmen aus dem Ausgleichsfonds der Krankenversicherungsträger in Ansatz zu bringen waren, als dies zum Zeitpunkt der Voranschlagserstellung der Fall war. Nur durch zusätzliche Ausschüttungen aus dem beim Hauptverband eingerichteten Ausgleichsfonds war es möglich, den ursprünglich prognostizierten Gebarungsabgang für 2002 in Höhe von 232 Mio.Euro zu unterschreiten. Tatsache ist, dass nun um 134 Mio.Euro mehr an Ausgleichszahlungen ausgeschüttet werden, als in den ursprünglichen Voranschlägen beinhaltet war. Würde man die Voranschläge entsprechend adaptieren, ergäbe sich an Stelle der prognostizierten Abgänge von 232 Mio.Euro ein rechnerischer Abgang in Höhe von 98 Mio.Euro. Stellt man diesem Betrag nun das voraussichtliche Minus von 200 Mio.Euro gegenüber, ergibt das eine Verschlechterung um 102 Mio.Euro oder 104 %.

Tatsache ist, dass in den letzten Jahren seitens der Regierung keinerlei Maßnahmen gesetzt wurden, die zu einer nachhaltigen Sanierung der Krankenkassen geführt haben.
Im Gegenteil: "Maßnahmen der Regierung wie das Einfrieren der Krankenversicherungsbeiträge für den Bereich der Arbeitslosen, zusätzliche Belastungen bei der Krankenanstaltenfinanzierung oder keine ausreichende Refundierung der Mehrwertsteuer im Bereich der Heilmittel haben die Krankenkassenbudgets weiter massiv belastet", erklärt Obmann Hutter.

Die Gebarungsvorschau für die Jahre 2003 und 2004 ergibt einen beträchtlichen Anstieg des Defizits. Deutlich wird erkennbar, dass die Steigerungsrate im Bereich der Versicherungsleistungen weiterhin über jener der Beitragseinnahmen liegt. Auch der "Ausgleichsfonds NEU" kann dieses Problem nicht lösen. Vielmehr wird damit versucht, dringend notwendige Reformen weiter zu verschleppen!

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