- 18.11.2002, 14:08:17
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Stift Ossiach wird ganzjährig Hort der Musik
Kärnten erhält grenzüberschreitendes Seminarzentrum - Kulturreferent LH Haider will Carinthische Musikakademie für den Alpen-Adria-Raum - Vielfältiger Nutzen durch Kombination mit Carinthischen Sommer - Eigene Konzerthalle geplant
Ossiach (LPD) - Kärnten soll eine eigene Landesmusikakademie
erhalten. Geht es nach dem Willen von Landeshauptmann Jörg Haider,
dann wird das Stift Ossiach künftig ganzjährig als Carinthische
Musikakademie für
Musizierende in Kärnten und im Alpen-Adria-Raum genutzt. Bei einem
Pressegespräch heute in Ossiach erläuterte der Kulturreferent, dass
sich der Plan an vergleichbaren Einrichtungen in Deutschland und
Frankreich orientiert. Zugleich sollen in Kombination mit dem
Carinthischen Sommer auch touristisch neue Schwerpunkte erschlossen
werden.
Die Landesakademie für Musik in Ossiach soll als
grenzüberschreitendes EU-Projekt den Institutionen, Verbänden,
Gruppen sowohl aus dem professionellen, als auch dem Amateurbereich
dienen. Von Probe- über Konzert- bis zu Ausstellungsmöglichkeiten
oder Symposien können realisiert werden, damit das Stift nicht nur
in den Sommermonaten für den "Carinthischen Sommer" genutzt wird,
sondern endlich eine stärkere Nachnutzung erfährt. Dazu stehen Hotel-
bzw. Restaurantkapazitäten für bis zu 100 Kursteilnehmer zur
Verfügung – Infrastruktur mit 3700 Quadratmeter ist nutzbar. Bis
2004 soll das Komplettangebot stehen. Für Gerhard Freund,
Geschäftsführer der Landesimmobiliengesellschaft (LIG), die
Eigentümer von Stift Ossiach ist, eine begrüßenswerte Initiative. Er
sprach den besonderen Anziehungspunkt durch die Kunst, Musik und die
Lage an, die auch international strategisch gut sei.
In einem ersten Schritt geht es darum, die Räumlichkeiten für
den künftigen Seminarbetrieb zu adaptieren und vor allem eine
Heizung einzubauen, damit das Stift winterfest werde, sprach Haider
die bisher teure aber seltsame Renovierungspraxis an. Zwei bis drei
Millionen Euro würde dies kosten. In einem ersten Schritt werden
dazu Verhandlungen mit der Gemeinde aufgenommen. Parallel dazu
sollte die Planung für die Errichtung eines attraktiven
Konzertsaales auf dem Areal angegangen werden. Das würde das Angebot
komplettieren und direkt am See eine einmalige Atmosphäre schaffen –
gleichfalls zur Komplettierung des Carinthischen Sommers beitragen
und mindestens 20.000 zusätzliche Nächtigungen für die Region
bringen.
In der Steiermark lag für eine solche Akademie schon ein fix und
fertig ausgearbeitetes Konzept vor, das jedoch nicht realisiert
wurde, bedauerte Minister a. D. Michael Schmid. Wie Beispiele in
Baden-Württemberg oder Bayern die Sinnhaftigkeit samt
prognostizierter Nachfrage und Auslastung zeigen, werde hier an
"keinen Luftschlössern" gebaut. Ein weiterer Vorteil einer solchen
Einrichtung sei, dass es keinen Lehrkörper benötigt, da die Nutzer
ihre eigenen Dozenten, Dirigenten, Vortragenden etc. mitbringen.
Die Steirer jedenfalls wollen mit einsteigen. Und der vielfach
ausgezeichnete emeritierte Univ. Prof. Wolfgang Suppan, selbst
aktiver Blasmusiker und Landesobmann des Steirischen
Blasmusikverbandes, konnte als Mentor des Projektes gewonnen werden.
Der 1933 in der Steiermark geborene, bekannte Musikwissenschafter
hat in Freiburg gelehrt, in Mainz habilitiert und war ab 1974
Ordinarius und Direktor des Instituts für Musikethnologie an der
Kunst-Universität Graz. Darüber hinaus hatte er Lehrstühle bzw.
Gastprofessuren in allen Teilen der Welt. (Schluss)
Rückfragehinweis: Kärntner Landesregierung
Landeskulturabteilung
Mag. Günther M. Trauhsnig
Tel.: 05- 0536-30538
http://www.ktn.gv.at/index.html
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