Mehrphasenfahrausbildung in den Startlöchern

Programm der Mehrphasenfahrausbildung soll Fahrausbildung verbessern und Unfallzahlen reduzieren. Mehr Praxis soll Fahranfängern den Start erleichtern.

Wien (OTS) - Der 1. Jänner 2003 rückt immer näher und damit auch die neue, verbesserte Fahrausbildung für Führerscheinanwärter. Die sogenannte Mehrphasen-fahrausbildung gilt als modernste Ausbildung Europas.

Die Vorbereitungen in Fahrtechnikzentren laufen auf Hochtouren. Verkehrspsychologen des KfV absolvieren derzeit ihre spezielle Ausbildung um jungen Lenkern praxisrelevante Inhalte zu vermitteln, und ihnen den richtigen Umgang mit den Risiken und Gefahren im Straßenverkehr bewusst machen zu können. Ein flächendeckendes Angebot in ganz Österreich ist zum Starttermin somit gewährleistet.

Das entscheidende Ziel bei der Mehrphasenfahrausbildung ist die Senkung der überproportional hohen Unfallzahlen von Fahranfängern. Jeder zweite tödliche Unfall der 18-20-jährigen Fahranfänger ist ein Alleinunfall.

"Die Unfallzahlen sind Bestätigung genug, dass bei der praktischen Ausbildung der "Neulinge am Lenkrad‘ Nachholbedarf herrscht. Es ist unbestritten und wissenschaftlich bewiesen, dass eine Ausbildung, die auf einen längeren Zeitraum verteilt wird, eine wesentlich bessere Prägung erreicht", mahnt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Was ändert sich für Führerscheinanwärter?
Die geplante erweiterte Fahrausbildung verhindert, dass Fahranfänger aus der Übung kommen. Nach bestandener Führerscheinausbildung werden zusätzlich ein Fahrsicherheitstraining mit verkehrspsychologischer Risikomanagementschulung und zwei Feedbackfahrten im Straßenverkehr angeboten, die innerhalb des ersten Jahres nach der Prüfung zu absolvieren sind. Die Inhalte der Perfektionsfahrten und des Fahrsicherheitstrainings zeichnen sich durch verstärkte Praxisnähe, individuelles Coaching, Fortbildungscharakter und der Berücksichtigung des aktuellen Stands der Unfallforschung aus.

Für den KfV-Verkehrspsychologen Dr. Gregor Bartl ist vor allem entscheidend: "Für jugendliche Lenker sind erste Erfahrungen im Straßenverkehr prägend. Sie müssen professionell aufgearbeitet werden. Nur die Schulung von richtigen Notreaktionen, Risikomanagement bei unvorhergesehen Ereignissen und der optimale Umgang mit der eigenen überschießenden Emotionalität kann Fahranfänger-Unfälle verhindern."

Die Unfallbilanz der Vorwoche: 9 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon 5 am Wochenende:

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 3 Pkw-Insassen (davon 2 Lenker), 1 Moped-Lenker und 5 Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten Unachtsamkeit (3), nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit (2), Überholen(1), Bremsdefekt (1) und Fehlverhalten Fußgänger (1) festgestellt werden. Bei 1 Verkehrsunfall konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 4 Fußgänger kamen durch Fremdverschulden ums Leben. Alkoholisierung war bei einem Unfall Mitursache. 1 der 9 Verkehrsunfälle war ein Alleinunfall.

Vom 1. Jänner bis zum 17. November dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 823 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende September), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 857 Menschen tödlich.

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