Gusenbauer: "Man muss das Schicksal des Einzelnen ernstnehmen"

Wien (SK) Die Telefonstunde der "Kleinen Zeitung" in
Klagenfurt mit SPÖ-Vorsitzendem Alfred Gusenbauer stieß am Montag auf reges Interesse: 700 Anrufer wollten mit dem Kanzlerkandidaten über persönliche wie politische Anliegen sprechen. Kernthema waren Pensionen. Gusenbauer zeigte sich persönlich betroffen und engagiert:
"Es kann nicht sein, dass jemand, der 45 Jahre gearbeitet hat, am Ende aus dem Job gedrängt wird und von Sozialhilfe oder Notstand leben muss." Zwar sollen jene, die über die 45 Versicherungsjahre hinaus arbeiten wollen, Anreize bekommen, doch dürfen nicht jene, die nach 45 Versicherungsjahren aus dem Job "hinausgemobbt" werden, auch noch bestraft werden. Gusenbauer: "Das ist ungerecht. Die Versicherungszeit muss eine Rolle spielen, wann jemand in Pension geht." ****

"In der Politik muss man das Schicksal des Einzelnen ernst nehmen", ist Gusenbauers Antwort auf jene, die nur mit Zahlen jonglieren. Neben den Pensionen galt das Hauptinteresse der 700 Anrufer ("Auf größeres Interesse ist bisher noch kein Politiker gestoßen", war man bei der Kleinen Zeitung beeindruckt) den Themen Jugendarbeitslosigkeit und Abfangjäger. Mehrere Anrufer zeigten sich um die Sicherheit Österreichs besorgt und führten Angst vor Terroranschlägen wie in den USA ins Treffen. Gusenbauer dazu: "Es gibt kein Land auf der Welt, das mehr Abfangjäger als die USA hat, und dennoch konnten mit den tausenden von Abfangjägern die schrecklichen Ereignisse vom 11. September nicht verhindert werden". Österreich müsse sich vermehrt friedensstiftenden und friedenserhaltenden Einsätzen widmen und sich in eine europäische Zusammenarbeit einbringen: Das Bundesheer müsse sich um militärischen Schutz, Grenzsicherung, Katastrophenschutz und internationale Einsätze kümmern: "Wir brauchen Einsatzhubschrauber dringender als Abfangjäger."

Zur Frage der Legalisierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen sagte Gusenbauer, homosexuelle Menschen haben "Anspruch auf Rechte wie alle anderen" und dürfen nicht in die Illegalität gedrängt werden: "Man muss die rechtliche Diskriminierung der gleichgeschlechtlichen Beziehungen beenden." (Schluss) bm

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