Wien.at: Wien hat höchste Frauenbeschäftigungsquote

Maßgeschneiderte Kinderbetreuung - Politikerinnenstatements zur Vereinbarkeit von Beruf & Familie

Wien (OTS) - Wien hat die höchste Frauenbeschäftigungsquote aller Bundesländer: 72 von 100 Frauen sind hier unselbstständig oder geringfügig beschäftigt; im österreichischen Durchschnitt sind es nur 55. Wien verfügt aber auch über ein dichtes Netz an Kinderbetreuungseinrichtungen, wichtige Voraussetzung dafür, dass Frauen nach der Karenz auch wieder ins Berufsleben zurückkehren können. In der Bundeshauptstadt gibt es österreichweit die meisten Kinderbetreuungsplätze pro Kopf: insgesamt 75.000 oder 40 Plätze pro tausend BürgerInnen. Unterstützung von Wiedereinsteigerinnen durch das Programm "Wieder-in" des Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds WAFF, neue Initiativen bei der Kinderbetreuung (im Test haben Kindergärten an 5 Standorten bis 20 Uhr geöffnet) sind nur einige weitere Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Stadt-Wien-Publikation wien.at berichtet in ihrer Novemberausgabe darüber.****

Die Zahlen bei den Kindergärten

Krippen: Sind für die ganz Kleinen bestimmt, die noch nicht alt genug für den Kindergarten sind. Insgesamt 12.500 Plätze gibt es für Kinder bis 3 Jahre in Wien - de facto steht für jede berufstätige Mutter, die für ihr Kind im Krippenalter eine Betreuung möchte, auch ein Platz zur Verfügung. Wien ist hier federführend in Österreich.

Kindergärten: für die 3- bis 6jährigen sind in Wien mehr als 43.000 Plätze vorhanden. Das bedeutet flächendeckende Ganztagesversorgung - einzigartig in Österreich. Übrigens sind in der Bundeshauptstadt auch 34 Betriebskindergärten eingerichtet.

Nachmittagsbetreuung für SchülerInnen: 205 städtische Horte, 24 Ganztagesschulen, 68 offene Schulen und 18 Lernklubs sorgen dafür.

Dieses umfangreiche Betreuungsprogramm wird im Auftrag der Stadt immer mehr von privaten Einrichtungen durchgeführt. Dazu wurden in den vergangenen Jahren aus Mitteln der damaligen Kindergartenmilliarde und weiteren Budgetmitteln neue Kindertagesheime errichtet und anschließend zum Teil Privaten zum Betrieb überlassen.

Mehr im Internet in wien.at:
o Kindertagesheime der Stadt Wien
http://www.wien.gv.at/kindertag/index.htm
o Kinderdrehscheibe: http://www.kinderdrehscheibe.at/

Für Frauen, die nach der Geburt eines Kindes und der Karenz wieder beruflich tätig sein wollen, bietet der Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds WAFF "Wieder-in" an. Dieses Programm umfasst Karriere-Beratung und Weiterbildungs- und Bewerbungstrainings. 600.000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Infos:
http://www.waff.at/

Und das meinen Politikerinnen der vier im Wiener Landtag vertretenen Parteien zum Thema "Wie können Frauen Beruf und Familie vereinbaren?":

Laska: Gute Betreuungseinrichtungen

Innerhalb der Familien beteiligen sich leider immer noch zu wenig Männer an der Kindererziehung; bei Trennungen trägt meist die allein erziehende Mutter die Hauptlast, konstatiert Vizebürgermeisterin und Familienstadträtin Grete Laska (SPÖ). Für die meisten Frauen sind Beruf und Familie nur dann vereinbar, wenn die Kleinen nicht nur "irgendwie untergebracht", sondern pädagogisch gut betreut sind.

"Daher haben wir in den letzten Jahren die Betreuungseinrichtungen für Kinder bis zu 10 Jahren sowohl qualitativ verbessert als auch ständig ausgebaut. Serviceorientierte Angebote wie längere Öffnungszeiten, Teilzeitbetreuung und Betriebskindergärten und vor allem die Nachmittagsbetreuung für Schulkinder ermöglichen Müttern nach der Karenz auch eine längerfristige Berufsplanung", unterstreicht Laska. Auf lange Sicht sei das - auch im Sinne des Kindes - wichtiger als reine finanzielle Unterstützung, die die Frauen für längere Zeit vom Arbeitsmarkt fern halte und die damit die Abhängigkeit vom Arbeitgeber oder Partner erhöhe.

Landauer: Kindergeld ist großer Schritt

Als wichtige gesellschaftspolitische Herausforderung bezeichnet Stadträtin Karin Landauer (FPÖ) die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bisherige SPÖ-Regierungen seien daran gescheitert. Ihre Partei habe mit dem Kindergeld in der Bundesregierung einen großen Schritt Richtung Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesetzt, wolle aber künftig mit einem klaren Programm weitaus mehr umsetzen: zweite Stufe des Kindergeldes - mit Ausweitung auf Mehrlingsgeburten, Verlängerung bis zum 6. Lebensjahr, Wegfall der Zuverdienstgrenze; steuerliche Besserstellung von Familien sowie kostenlosem Kindergartenplatz mit flexiblen Öffnungszeiten.

"Zusätzlich: Recht auf Teilzeitarbeit bis zum Schuleintritt der Kinder sowie Rückkehrrecht zur Vollzeittätigkeit", sieht Landauer als weitere Ziele.

Lakatha: Mit viel Unterstützung

Wie lassen sich Beruf und Familie vereinbaren? "Mit Humor und Gelassenheit, guter Zeiteinteilung und viel Unterstützung, vor allem vom Partner. Denn Vereinbarkeit ist Sache von Frau und Mann. Gemeinsam gelingt es besser!" sagt Gemeinderätin Ingrid Lakatha (ÖVP).

Alleinerzieherinnen benötigten daher besondere Unterstützung im persönlichen Umfeld und der öffentlichen Hand. Aufgabe der Politik sei es, für die entsprechenden Rahmenbedingungen zu sorgen -leistbare Kinderbetreuung wie Kindergärten, Horte, Lern- und Ferienbetreuung, Kinderkrankendienste, ausreichende Plätze bei Tagesmüttern/vätern für die Kleinsten, flexiblere Arbeitszeiten. Nächster Schritt müsse die steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten sein.

Vana: Nicht allein Frauensache

Vereinbarkeit von Beruf und Familie darf nicht allein Frauensache sein. Arbeitszeitverkürzung, ein flexibles Karenzmodell sowie partnerschaftliche Umverteilung von Hausarbeit sollen die Beteiligung von Männern bei der Familienarbeit fördern, verlangt Gemeinderätin Monika Vana (Grüne).

"Wir Grüne fordern den Ausbau von Wiedereinstiegshilfen und Qualifikationsprogrammen für Frauen am Arbeitsmarkt, Maßnahmen gegen die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern und die Schaffung attraktiver Arbeitsplätze mit eigenständiger Existenzsicherung", tritt Vana für ein Ende der "MacJobs" ein. Die Einführung einer bedarfsorientierten Grundsicherung solle garantieren, dass Kinder nicht zur Armutsfalle - besonders für Alleinerzieherinnen -würden. (Schluss) hrs

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