Sallmutter: Gewerkschaften müssen neue Allianzen schließen

Globalisierungsdiskussion beim GPA-Bundesforum

Wien (GPA/ÖGB). Die GPA habe in den vergangenen Jahren viel internationale Arbeit geleistet. Ob es der Kontakt zu Schwesterorganisationen in den Nachbarländern war oder Initiativen der Konzernbetreuung, die GPA habe sich immer voll engagiert. Jetzt aber, so GPA-Vorsitzender Hans Sallmutter, sei es wichtig "neue Allianzen zu schließen". Als aktuelles Beispiel nannte er zu Beginn der Podiumsdiskussion "Gewerkschaften in einer globalisierten Welt -wichtiger denn je" die Teilnahme von mehr als 500 österreichischen GewerkschafterInnen am Europäischen Sozialforum in Florenz.++++

Globalisierung sei, so der GPA-Vorsitzende, zu einem beliebten Schlagwort geworden. Und niemand - auch GewerkschafterInnen nicht -bestreite, dass weltweite Arbeitsteilung und globaler Austausch von Waren und Dienstleistungen eine Quelle von Reichtum und Wachstum sei. Das Problem sei vielmehr das neoliberale Konzept von Globalisierung. Sallmutter: "Das neoliberale Konzept akzeptiert Regulierung nur dort, wo es um die Schutzinteressen von multinationalen Konzernen geht. Aber immer dann, wenn es um Gewerkschaftsrechte, um Umwelt- und Sozialstandards geht, wird Regulierung auf einmal als Handelshemmnis denunziert." Die Gewerkschaft dagegen wolle einen Prozess der sozial gestalteten Globalisierung. Sallmutter: "Es muss soziale Leitplanken geben, die garantieren, dass ArbeitnehmerInnen-, Sozial- und Umweltinteressen nicht unter die Räder kommen."

Das gefährliche an der Globalisierungsdiskussion, so der GPA-Vorsitzende, sei die Einseitigkeit mit der sie unter dem Gesichtspunkt der Standortsicherung und Kostensenkung geführt werde. Sallmutter: "Diese simple Sachzwanglogik könnte zur Folge haben, dass alles was Gewerkschaften in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreich durchgesetzt haben, zur Verhandlungsmasse erklärt wird." Und der GPA-Vorsitzende weiter: "Deshalb müssen wir verhindern, dass sich eine bestimmte Interpretation von Globalisierung durchsetzt. Nämlich eine Interpretation, in der Globalisierung tatsächlich zur Falle wird, weil es scheinbar keinen anderen Ausweg als Arbeitskräfteabbau, Flexibilisierung und soziale Deregulierung gibt. Globalisierung darf nicht zur ideologischen Keule der Arbeitgeber werden, mit der jedes gewerkschaftliche Argument totgeschlagen wird."(ff)

ÖGB, 14. November 2002
Nr. 886

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