VEÖ: Industrie hat von Strommarktöffnung deutlich profitiert

Industriestrompreis 2002 laut WIFO um durchschnittlich 35 Prozent unter dem Preisniveau, das sich ohne Liberalisierung ergeben hätte

Wien (OTS) - "Die Behauptung von Böhler-Uddeholm-Chef Claus Raidl, dass es wegen einer angeblichen Re-Monopolisierung der E-Wirtschaft zu einem Anstieg der Strompreise kommt, entbehrt jeder Grundlage", betonte Michael Pistauer, Präsident des Verbandes der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ). "Der zu erwartende Anstieg der Preise ist auf das starke Steigen der europäischen Großhandelspreise zurückzuführen, wie ja auch die E-Control bestätigt hat." Dabei dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass die Energiepreise ja bereits weit unter den tatsächlichen Kosten für Energie lagen.****

540 Mio. Euro Ersparnis im Jahr 2002

Die Öffnung des österreichischen Strommarktes hat deutliche Einsparungen für die österreichische Industrie gebracht: Laut der jüngsten WIFO-Studie, die im Rahmen einer Pressekonferenz von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und E-Control-Chef Walter Boltz am 30. September vorgestellt wurde, liegt der durchschnittliche Industriestrompreis im Jahr 2002 um 35 Prozent unter dem Preisniveau, das sich ohne die Liberalisierung ergeben hätte. Damit erspart sich die Industrie inklusive dem Dienstleistungssektor heuer ca. 540 Mio. Euro. Laut der WIFO-Studie liegen derzeit für manche große industrielle Abnehmer die reinen Energiepreise sogar unter den Großhandelspreisen. "Darüber hinaus wurden die Preise für Großabnehmer ja schon im Vorfeld der Liberalisierung massiv - und zwar bis zu 50 Prozent - abgesenkt", so Pistauer. Große Industriebetriebe konnten ja bereits ab 1999 von der freien Lieferantenwahl profitieren.

Die Netztarife sanken laut E-Control durch die Marktöffnung ebenfalls, im Schnitt um 17 Prozent. Das bedeutet eine weitere Einsparung von rund 145 Mio. Euro jährlich.

Es sei allerdings richtig, dass die Einsparungseffekte teilweise durch Abgaben, die nicht in der Verantwortung der E-Wirtschaft liegen, wieder kompensiert wurden. "Insgesamt liegen die Gesamtkosten für die Großindustrie aber noch deutlich niedriger als vor der Liberalisierung. Ich kann daher der Argumentation von Claus Raidl, dass es zu einer Re-Monopolisierung kommt, nicht folgen", erklärte der VEÖ-Präsident.

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