Bartenstein: 84 Mio. Euro für Integration diskriminierter Menschen in den Arbeitsmarkt

Start der Aktionen 2 und 3 im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative EQUAL

Wien (BMWA-OTS) - "84 Millionen Euro werden in den nächsten drei Jahren über das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit zur Verfügung gestellt, um im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative EQUAL jenen Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt aus verschiedenen Gründen diskriminiert sind, neue Perspektiven für Beschäftigung zu geben. Gerade die, die es bei der Suche nach einem Arbeitsplatz besonders schwer haben - zum Beispiel weil sie behindert sind, Verständigungsprobleme haben, nach Verbüßung einer Haftstrafe oder nach einer Entziehungskur wieder in den Arbeitsprozess einsteigen wollen - brauchen noch intensivere Unerstützung, als es die sonstigen Programme der Arbeitsmarktförderung anbieten können." Das erklärte Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein heute zum Start der EQUAL-Aktion 2 und 3. Der angegebene Betrag kommt zur Hälfte aus dem Ministeriumsbudget - die andere wird vom Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert - und wird insgesamt 51 Entwicklungspartnerschaften in Österreich zur Verfügung gestellt. Weitere 23 Millionen Euro fließen über das Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen und das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kunst in weitere sieben Entwicklungspartnerschaften. ****

EQUAL ist ein aus dem ESF mitfinanziertes EU-weites Programm für die Erprobung experimenteller Ansätze in der Arbeitsmarktpolitik. Zentrales Anliegen ist die Entwicklung innovativer Ansätze zur Bekämpfung von Diskriminierung und Ausgrenzung auf dem Arbeitsmarkt. Zum Unterschied von den sonstigen allgemeinen Programmen der Arbeitsmarktförderung spezialisiert sich diese Initiative auf Menschen, denen wegen körperlichen, geistigen, charakterlichen oder aus ihrer Herkunft abgeleiteten Eigenschaften die volle gesellschaftliche Anerkennung verwehrt und dadurch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt reduziert sind. Die europäische Beschäftigungsstrategie setzt ihre Schwerpunkte dabei auf Beschäftigungsfähigkeit, Unternehmergeist, Anpassungsfähigkeit und Chancengleichheit von Mönnern und Frauen. In diesen Bereichen konzentriert sich Österreich auf Verbesserungen bei den Beschäftigungsmöglichkeiten für schwer vermittelbare Personen und Behinderte sowie auf die Verhinderung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auf dem Arbeitsmarkt. Der Bereich Unternehmergeist wird auf die Verbesserung der Qualität von Arbeitsplätzen in der Sozialwirtschaft fokussiert und die Anpassungsfähigkeit durch die Förderung des lebensbegleitenden Lernens und einer integrationsfördernden Arbeitplatzgestaltung unterstützt. Das Interesse von Mädchen und Frauen an "traditionellen Männerberufen" soll geweckt und so durch Reduzierung der geschlechtsspezifischen Segregation am Arbeitsmarkt die Chancengleichheit der Geschlechter erreicht werden.

Die Umsetzung des Programms erfolgt in so genannten Entwicklungspartnerschaften, in denen sich die handelnden Personen von Vereinen, Interessenvertretungen, Gebietskörperschaften etc. zusammenfinden, um an einer gemeinsamen Strategie zu arbeiten und voneinander zu lernen. Außerdem müssen diese Partnerschaften transnational mit mindestens einem Partner aus einem anderen EU-Mitgliedstaat kooperieren und dabei gezielte gemeinsame Aktivitäten planen. So soll das Innovationspotenzial aller EU-Staaten genützt werden.

Großes Ziel der Initiative ist es, durch die Entwicklung neuer Ansätze und Methoden einerseits und durch die Veränderung der Rahmenbedingungen für Arbeitsmarkt-Integration - zum Beispiel durch die Bewältigung von Schnittstellen-Problemen - andererseits speziell die Integration von auf dem Arbeitsmarkt diskriminierten Menschen effizienter, effektiver und nachhaltiger zu erreichen. EQUAL bietet damit die Chance, wesentliche Impulse für die Arbeitsmarktförderung zu setzen und die Erfahrung anderer EU-Staaten zu nützen.

Die "Aktion 1" diente im Rahmen einer geförderten Vorbereitungsphase der Bildung bzw. dem Aufbau der Entwicklungspartnerschaften. Dabei wurden von 148 Anträgen 80 anerkannt und zur Aktion 1 zugelassen, davon 63 im Bereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, das im Herbst 2001 rund 3,2 Millionen Euro für die Aktion 1 genehmigt hat. Für die Aktion 2 und 3 sind 72 Anträge eingelangt. Vier Partnerschaften der Aktion 1 haben nicht mehr eingereicht, vier weitere sind mit anderen Projekten zusammengelegt worden.

Als konkretes Beispiel einer Entwicklungspartnerschaft wird ein Projekt der Caritas auf der BMWA-Website (http://www.bmwa.gv.at) unter "Presse" vorgestellt.

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71100-5108
Referat Presse: Dr. Harald Hoyer, Tel: (++43-1)
71100-2058
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