Aus Deponiemüll entstehen hochwertigste Rohstoffe

Revolutionäre Anlage für Altreifenrecycling startet Probetrieb - Eröffnung durch Umweltminister Wilhelm Molterer - Presseinformation der Firmengruppe Asamer -

Ohlsdorf (OTS) - Mit einer revolutionären Anlage zum Recycling von Altreifen setzt die GVG Gummiverwertungs GmbH (ein Unternehmen der Asamer-Gruppe) einen Meilenstein im Bereich Umweltschutz und stofflicher Altstoffverwertung. Heute, Donnerstag, wird Umwelt- und Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer den offiziellen Startschuss für den Probebetrieb geben. Der hier gewonnene hochwertige Rohstoff kann etwa im Straßenbau eingesetzt werden und verdoppelt die Haltbarkeit von Asphaltdecken.

Rund 45.000 Tonnen Altreifen fallen jährlich alleine in Österreich an. Diese Menge entspricht ungefähr sechs Millionen Pkw-Reifen. Der überwiegende Teil dieser aus wertvollen Rohstoffen (Gummi, Stahl und Textilgewebe) bestehenden Reifen landet auf Deponien, nicht einmal die Hälfte (rund 20.000 Tonnen) werden in Zementwerken thermisch verwertet, also verbrannt.

Durch intensive Forschungsarbeiten haben die Experten der Firmengruppe Asamer nun eine Technologie entwickelt, die die stoffliche Wiederverwertung der wertvollen Rohstoffe, aus denen Altreifen bestehen, ermöglicht. Die Altreifen werden in ihre stofflichen Bestandteile zerlegt, und zu Gummigranulat und Stahlschrott verarbeitet.

Bereits im Frühjahr 2002 hat die GVG Gummiverwertungs GmbH, ein Unternehmen der Asamer Gruppe, mit der Errichtung einer Reifenmahl und -granulieranlage begonnen. Mit einer Investitionssumme von rund 15 Millionen Euro ist dieser Betrieb in ganz Mitteleuropa einzigartig. Am 14. November erfolgt nun der offizielle Start des Probebetriebes. In dessen Rahmen werden diverse Optimierungsschritte vorgenommen, um einen möglichst effizienten Betrieb zu gewährleisten. Durch die neue Anlage werden etwa 28-30 Arbeitsplätze geschaffen.

Den Startschuss zum Probebetrieb am Standort der GVG in Ohlsdorf bei Gmunden, wird heute, Donnerstag, 14. November 2002 Umwelt- und Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer geben.

Bei minus 100 Grad entsteht hochwertigstes Gummimehl

Auf einem Gelände von etwa 15.000 Quadratmetern wurde eine rund 5.000 Quadratmeter große und bis zu 13 Meter hohe Halle errichtet. Die Anlage gliedert sich in Reifenannahme, Vorzerkleinerung, Granulierung und Feinvermahlung. Zuerst werden die Reifen in handtellergroße Stücke vorzerkleinert und dann in einem mehrstufigen Granulierverfahren auf unter vier Millimeter zerkleinert. Dabei wird der Gummi vom Stahl und Textilanteil getrennt, sodass drei verwertbare Rohstoff-Fraktionen entstehen.

Auch für den Textilanteil wird mittlerweile an einer Lösung für den Wiedereinsatz, beispielsweise in Dämmstoffen und dergleichen gearbeitet, sodass im Endeffekt der Reifen zur Gänze verwertet werden kann.

In einem weiteren Verarbeitungsschritt wird der Gummi durch Kühlung mit Stickstoff auf unter - 100 Grad Celsius in einen glasartigen Zustand versetzt. Dadurch kann im anschließenden Zerkleinerungsprozess ein feines Gummimehl produziert werden.

Gummigranulat für haltbarere und leisere Straßen
Zahllose Einsatzmöglichkeiten für Rohstoff aus Altreifen

Das in Ohlsdorf erzeugte Granulat bzw. Mehl wird sich durch einen sehr hohen Reinheitsgrad auszeichnen und dadurch besonders für den Einsatz in neuen Produkten geeignet sein. Das Granulat mit einer Reinheit von 99,9 % kann für eine Vielzahl von Produkten wiederverwendet werden. Zum Beispiel können daraus Vollgummiräder, Gummimatten, Schuhsohlen, Sportplätze, Fallschutz-matten für Kinderspielplätze, Lärmschutzwände etc. produziert werden

Das hochwertige und 99,9 % gereinigte Gummimehl kann beispielsweise zum Ersatz bestimmter Teile des Naturkautschuks bei der Produktion bestimmter Reifen verwendet werden. Außerdem findet Gummimehl in der Produktion von Spritzgussteilen Verwendung.

Darüber hinaus laufen intensive Forschungen um die positiven Eigenschaften von Kunststoff und Gummi in Form sogenannter Thermoelastomere zu verbinden. Diese Produkte können dann für spezielle Teile in der Kfz-Industrie eingesetzt werden(Stoßstangen, Heizungs- und Lüfterrohre, etc.).

Besondere Bedeutung wird der Einsatz von Gummigranulat im Bereich der Baustoffindustrie bekommen. Durch Gummigranulat können beispielsweise die Produkteigenschaften von Verschleißdecken aus Asphalt revolutionär verbessert werden. Diesbezüglich wurden in Österreich bereits die ersten Teststrecken gelegt und werden derzeit einer intensiven Prüfung unterzogen. Der Einsatz von Gummigranulat in der Asphaltproduktion ermöglich es, den Lärm um bis zu 50 Prozent (5 bis 8 dB) zu reduzieren und darüber hinaus die Verkehrssicherheit durch Erhöhung der Griffigkeit entscheidend zu verbessern. Zudem steigert sich durch die elastische Wirkung des Gummis die Lebensdauer der Beläge um das Doppelte.

In intensiven Forschungsbemühungen und Zusammenarbeit mit technischen Universitäten wurden auch bereits Versuche der Verbindung von Gummi mit verschiedene Betonsorten geprüft. Dabei wurden ebenfalls revolutionäre Ergebnisse erzielt, welche derzeit in unterschiedlichsten Versuchsanordnungen geprüft und verifiziert werden.

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