Kuntzl: SPÖ will Programm zur Jugendbeschäftigung auf die Schienen stellen

Wien (SK) Junge Menschen, die keinen Ausbildungs-, oder Arbeitsplatz finden, sollen mit der SPÖ "wieder Perspektiven und Chancen in diesem Land haben", erklärte am Donnerstag SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl in einer Pressekonferenz. Während Schüssel "im Zusammenhang mit Jugendarbeitslosigkeit von einem Schönheitsfehler spricht" und diese Regierung "keine Initiativen oder ernsthaften Maßnahmen" setzt, will die SPÖ "ein Jugendbeschäftigungsprogramm auf die Schienen stellen", so Kuntzl. ****

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt zeige, dass sich unter den mehr als 200.000 Menschen, die derzeit arbeitslos sind, "besonders viele junge Menschen befinden, die ohne Ausbildungsplatz oder Arbeitsplatz da stehen", erklärte Kuntzl, die ihren Beweggrund, dieses Thema in den Wahlkampf einzubringen, auch damit begründete, dass die Menschen, mit denen sie im Zuge der Wahlkampagne ins Gespräch komme, verstärkt erklärten, dass sich die Politik "weniger mit sich selbst", sondern mit den Themen auseinandersetzen solle, die wirkliche Problemfelder darstellen.

Für junge Menschen sei Arbeitslosigkeit besonders tragisch, da sich diese Menschen in einem Lebensabschnitt befinden, wo man gerade beginne, eine Existenz aufzubauen. Die Jugendarbeitslosigkeit steige seit dem Jahr 2000 kontinuierlich. Erstmals in der Zweiten Republik gebe es um 20.000 Arbeitsplätze weniger als im Vorjahr und insgesamt 50.000 junge Menschen, die ohne Ausbildungsplatz oder Beschäftigung sind. "Ein Trend, der sich fortsetzt: In den Wintermonaten ist zu erwarten, dass bis zu 60.000 junge Menschen betroffen sind", erklärte Kuntzl die Dramatik am Arbeitsmarkt.

Die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin kritisierte in diesem Zusammenhang den ÖVP-Bundeskanzler Schüssel, der nichts gegen die prekäre Situation am Arbeitsmarkt unternommen habe, sondern "nur daran denkt, wie er seinen eigenen Sessel retten kann".

Das Jugendbeschäftigungsprogramm der SPÖ umfasst unter anderem AMS-Lehrgänge für Jugendliche, die keine Lehrstelle finden, die Bereitstellung von 10.000 neuen Lehrstellen in Kooperation mit der Wirtschaft, die Einrichtung eines Ausgleichsfonds zwischen Betrieben, die Lehrlinge ausbilden und solchen, die keine Lehrlinge ausbilden sowie den Ausbau der Phase der Berufs- und Bildungsorientierung an den Schulen, damit die Schülerinnen und Schüler bessere Informationen über Berufsfelder und Berufschancen erhalten.

Weiters sollen Maßnahmen in Richtung einer "Bildungsgrundsicherung" gesetzt werden. "Jährlich verlassen 5.000 junge Menschen ohne Abschluss das Schulsystem", bedauerte Kuntzl und forderte, dass "die Menschen, die den Pflichtschulabschluss nicht beim ersten Anlauf schaffen, eine zweite Chance erhalten sollten". Denn gerade schlecht ausgebildete junge Menschen sind stark von Arbeitslosigkeit betroffen.

Das Angebot an den berufsbildenden Schulen soll verstärkt werden, vor allem in den zukunftsträchtigen Bereichen der Information und der Technik. "Da gibt es noch immer zu viele Jugendliche, die keinen Schulplatz finden", betonte Kuntzl abschließend. (Schluss) up

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