Bittner: "Ambulanzgebühr ist ein Schildbürgerstreich"

SPÖ fordert mehr Präventivmedizin

Wien (SK) Bei einer Diskussion zum Thema "Herausforderungen österreichischer Gesundheitspolitik" forderte der Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse, Franz Bittner, Mittwoch Abend die Abschaffung der Ambulanzgebühr. Die Ambulanzgebühr sei "verunglückt" und "ökonomisch falsch gesetzt": Der enorme Verwaltungsaufwand mache die Ambulanzgebühr zum "Schildbürgerstreich". Künftig wolle die SPÖ Schwerpunkte bei der Präventivmedizin setzen, momentan werde zuviel Geld für "Reparaturmedizin" ausgegeben. ****

Die Ambulanzgebühr, so Bittner weiter, sei eingesetzt worden, um ein Umkehrungsinstrument zu finden, da die Österreicher zu oft Ambulanzen und nicht genügend niedergelassene Ärzte aufsuchten. Dass dieses Vorhaben nicht machbar ist, dokumentierte Bittner mit Zahlen:
So werden 79 Prozent der Patienten von niedergelassenen Ärzten in die Ambulanzen eingewiesen. Probleme ortete Bittner auch im Bereich der Heilmittelkosten: hier sei die schwarz-blaue Gesundheitspolitik "mutlos" vorgegangen.

"Die Menschen haben unter der schwarz-blauen Regierung den Glauben an das Gesundheitssystem verloren", so Bittner weiter. Es seien viele Fehler passiert, man habe Entscheidungen vor sich her geschoben und das System sei "kaum mehr handlungsfähig".

Als gegenwärtigen Problembereich, der allerdings erst in einigen Jahren zum Tragen kommen werde, bezeichnete Bittner die Finanzierung des Gesundheitswesens: Hier müsse vermehrt auch der industrielle Bereich miteinbezogen werden.

Dringende Verbesserungen fordert Bittner im Bereich der Präventivmedizin: "Solange im Vorsorgebereich zu wenig getan wird, müssen wir uns Krankenkassen nennen. Mit gesünderer Lebensführung und mehr Präventivmedizin könnten wir uns eines Tages Gesundheitskasse nennen". (Schluss) bm

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