"Kleine Zeitung"-Kommentar: "Endspiel" (Von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 13. 11. 2002

Graz (OTS) - Sensation war es keine mehr, dafür eine geschickte Inszenierung. Karl-Heinz Grasser ließ sich mit der Bekanntgabe seiner Zusage, die er Wolfgang Schüssel bereits in der Vorwoche gegeben hat, so lange Zeit, dass die Neugier und Spannung aufrecht erhalten wurden.

Getrennt marschieren vereint schlagen, lautete die Strategie.

Der Bundeskanzler punktete mit dem Angebot an den Sunnyboy der abtretenden Regierung bei den Wählern, die für eine Forstetzung der schwarz-blauen Wendekoalition wären, aber keine Zukunft mit der FPÖ der "Knittelfelder Putschisten" sehen.

Der Finanzminister stellte sich als pflichtbewusster Patriot dar, der den Verlockungen aus der Privatwirtschaft widersagt, um Unheil vom Staat abzuwenden, das bei einer rot-grünen Machtübernahme drohe.

Für ein spannendes Endspiel ist damit gesorgt. Was wie eine Personalie aussah, mit der Schüssel auf die "Lichtgestalten" von Alfred Gusenbauer antworten wollte, erweist sich als Doppelstrategie: Der schwarze Spielleiter zwingt mit dem populären Ex-Blauen die sich öffentlich zierenden Roten und Grünen zu einem Team, um deren Mehrheit zu verhindern und dann das Match zu entscheiden. ****

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