Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Grassers Brutalkurs (von Manfred Posch)

Ausgabe vom 13. Nov. 2002

Klagenfurt (OTS) - Das bubenhafte Lächeln ist ihm geblieben dem jungen Mann, der im zarten Alter von 25 Jahren Kärntner Landeshauptmannstellvertreter wurde. Der sympathische Eindruck täuscht: Hinter smarter Maske verbirgt sich ein den Österreichern brutal in die Brieftaschen greifender Finanzminister. An der Seite Wolfgang Schüssels gedenkt er seinen fraglos unsozialen Kurs fortzusetzen. Sollte Schwarz die Wahl gewinnen, wäre dies also mit entschieden negativen Konsequen- zen verbunden - für einen gewaltig hohen Prozentsatz der Arbeitnehmer, aber auch für Arbeitslose, für die immer größer werdende Gruppe der sozial Schwachen.

Kein Wunder, dass dem "umgefärbten" Grasser nicht nur von Gusenbauer-Seite her Ablehnung entgegenbrandet. Die Grünen finden ähnlich kritische Worte, und für die Freiheitlichen handelt es sich um einen Verrat par excellence. Der Sonnyboy aus Klagenfurt, den Haider seinerzeit aus der Kärntner Landesregierung geworfen und nun aus der Bundesregierung gejagt hat, entwickelt sich jedenfalls zum schwerkalibrigen Zünglein an der Waage des 24. November. Dass die FPÖ am Boden ist, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Dass für diesen Zustand Jörg Haider verantwortlich ist, ist ebenfalls klar. Ob Schüssels "amoralisches" Grasser-Angebot zu Buche schlägt, zählt zu den Unwägbarkeiten dieser nun doch spannend werdenden Wahlauseinandersetzung.

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