GPA-Bundesfrauenforum: GPA setzt Gender Mainstreaming um

Zita Küng: "So stark kann Zukunft sein"

Wien (GPA). Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) bekennt sich als erste Gewerkschaftsorganisation zur Umsetzung des Gender Mainstreaming und vertieft damit die Geschlechterpolitik in der GPA. "Die Umsetzung der Gender Mainstreaming-Strategie darf nicht die Frauenpolitik in der GPA ersetzen", so die GPA-Bundesfrauensekretärin, Sandra Frauenberger, heute am ersten Bundesfrauenforum der GPA. Die Sicherstellung finanzieller, personeller und zeitlicher Ressourcen müsse mit diesem Vorhaben Hand in Hand gehen.++++

Die GPA definiert Gender Mainstreaming als die bewusste Einbeziehung der geschlechtsspezifischen Sichtweise in alle politischen Prozesse, Entscheidungen und Maßnahmen sowie deren geschlechtsspezifischen Auswirkungen mit dem Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern in allen gesellschaftlichen Bereichen.

Mit dem Referat der Gender-Mainstreaming-Expertin Zita Küng (Agentur-EQuality, Zürich) zum Thema "So stark kann Zukunft sein" erreichte das GPA-Bundesfrauenforum heute seinen inhaltlichen Höhepunkt. "Durch die Umsetzung des Gender-Mainstreaming-Konzeptes haben die GPA-Frauen die Zeichen der Zeit richtig erkannt. Als Gewerkschafterin macht mich das besonders stolz", erklärte Zita Küng einleitend. Es gehe nun darum, einen Blick in die Zukunft zu werfen, Anforderungen richtig zu erkennen und aktiv die Gleichstellung von Männern und Frauen in allen Bereichen zu fördern. "Die wesentlichsten Aspekte der Gender-Mainstreaming-Strategie zielen darauf ab, Frauen und Männer ins Blickfeld zu holen und Umsetzungsmaßnahmen in sämtlichen Bereichen zu setzen", so Küng in ihren Ausführungen.

Die Umsetzung von Gender Mainstreaming setze Kenntnisse über vorherrschende Situationen und Probleme voraus. So würden sich Männer zwar positiv zu Gleichstellungsmaßnahmen äußern, setzten aber keine Taten. Das häufig angeführte Postulat, wonach Gleichstellung bereits existiere, führe zur Nichtwahrnehmung von geschlechterspezifischen Unterschieden und zum Ignorieren von Verantwortlichkeiten. Hinweise auf historische Entwicklung, biologische Unterschiede oder widersprechende persönliche Erfahrungen spielen bei der Abwehr des Geschlechterthemas ebenso wichtige Rollen, so Küng.

Nicht nur Männer, auch Frauen, geraten beim Geschlechterthema mit ähnlichen Argumenten und Erklärungsmustern in Abwehrhaltung, erklärte Küng weiter. Oftmals wird es aber auch als das Eingestehen von Defiziten gesehen, sich mit diesem Thema offensiv auseinander zu setzen und Maßnahmen einzufordern.

Bei der Umsetzung des Gender-Mainstreaming-Konzeptes könnten konkrete Anleihen bei Strategien des Marketings genommen werden, so Küng. Das bewusste Abzielen auf persönliche Vorteile als Motivationsfaktor für Personen, die Verantwortung für die mögliche Umsetzung von Gender Mainstreaming tragen, und kalkulierbare Profite spielten dabei eine entscheidende Rolle.

Für die Prozesse der Umsetzung des Gender Mainstreamings wünschte Zita Küng den Delegiertinnen am ersten Bundesfrauenforum der GPA viel Mut, Unterstützung, Ausdauer interessante Ideen und auch ausreichend Zeit zum Feiern von Erfolgen, die bereits jetzt klar messbar seien.

ÖGB, 12. November 2002
Nr. 872

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