FALLENT: "Kein Persilschein der EU für Temelin!"

Zuerst müssen Experten die offenen Sicherheitsfragen auf Herz und Nieren prüfen

Wien, 2002-11-12 (fpd) - "Der EU-Rat darf dem von der tschechischen Atomaufsichtsbehörde übermittelten Bericht über die offenen Sicherheitsfragen im AKW Temelin auf keinen Fall zustimmen, bevor dieser Bericht von den österreichischen Experten nicht auf Herz und Nieren geprüft worden ist", forderte heute der freiheitliche Umweltsprecher Abg. Ing. Gerhard Fallent. ****

Der tschechische Bericht beschäftigt sich als Reaktion auf die sogenannte WPNS-Arbeitsgruppe der EU, die sich mit der nuklearen Sicherheit in den Beitrittsländern befaßt, mit den Sicherheitsstandards im Bereich der 28,8 Meter Bühne und bei den Ventilen. Dieser Bericht war bereits vor dem österreichisch-tschechischen Expertentreffen von vergangener Woche, bei dem diese Fragen erörtert wurden, an die EU übermittelt worden. "Auf diese Weise versucht man offenbar, die Experten ins Leere laufen zu lassen. Ist dieses Papier von der EU erst einmal zur Kenntnis genommen, gibt es kein Zurück mehr. Die mangelnde Sicherheit von Temelin wäre damit endgültig legitimiert und alle Vereinbarungen wie der Melker Prozeß wären obsolet", befürchtete der freiheitliche Umweltsprecher.

Fallent forderte daher den Bundeskanzler und die Außenministerin auf, bei den kommenden Rats-Terminen eine Kenntnisnahme des tschechischen Berichtes auf keinen Fall zuzulassen. "Zuerst müssen die heimischen Experten die von Tschechien vorgeschlagenen Sicherheitsmaßnahmen eingehend prüfen. Zu diesem Zweck müssen jetzt alle notwendigen Zusatzinformationen und Details aus Prag angefordert und umgehend den Fachleuten übermittelt werden. Die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher darf jedenfalls nicht in Brüssel für eine Osterweiterung ohne Wenn und Aber geopfert werden", betonte Fallent. (Schluß)

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