Wie provinziell ist Österreich nach zweieinhalb Jahren Schwarzblau? Utl:. HAPPYWENDE-Diskussionsveranstaltung im Cafe Container

Wien (SPW) "Ein Bundeskanzler und zwei weitere Minister in Lederhosen beim Absingen von Volksliedern - dieses Bild ist für mich der Inbegriff von Provinzialität, das heisst jener Kultur, die uns Schwarzblau verpassen wollte", sagte Universitätsprofessor Dr. Peter Kirsch am Montagabend im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung der Unabhängigen Plattform für Alfred Gusenbauer - HAPPYWENDE - im Cafe-Container. Das Podium, bestehend aus den UniversitätsprofessorInnen Dr. Edith Saurer, Dr. Ruth Wodak, Dr. Peter Weinberger und Dr. Peter Kirsch befasste sich mit der Frage:
"Wie provinziell ist Österreich in den letzten zweieinhalb Jahren geworden?"****

Für Dr. Edith Saurer drückte sich diese Problematik vor allem in der Veränderung der Wissenschaftskultur hin zu autoritären Strukturen aus. Die blauschwarze Universitätsreform habe viel von dem vielfältigen Umfeld, das innovative Wissenschaft benötige, "zusammengeschlagen". Bedenklich sei weiters die "Verunsicherung des Rechtsstaats", - etwa durch die Kritik am Verfassungsgerichtshof oder eingeforderte Bestrafung von "Nestbeschmutzern".

Die massiven Interventionen der Regierungsparteien beim ORF kritisierte Dr. Ruth Wodak: "Was hierzulande schon als normal empfunden wird, ruft im Ausland nur starres Erstauen hervor."

Bildungspolitik stellte Dr. Peter Weinberger in den Vordergrund seines Statements. Schwarzblau habe mit dem neuen Universitätsgesetz eine "scheinbar autonome, in Wirklichkeit politisch kontrollierte Universität geschaffen". Und es sei wahrscheinlich, dass diese Serie von "überhasteten Reformen" gerade jene Lähmung und chaotischen Zustände hervorrufe, die man zuvor beklagt hatte.

Dr. Peter Kirsch wiederum beklagte die viel zu geringen Ausgaben für Forschung und Entwicklung. "Schwarzblau fehlt es vollkommen an einer gesunde Einstellung zu Wissenschaft und Forschung", so Kirsch. Den Abschluss dieses gelungen Abends bildete eine Diskussion mit reger Beteiligung des Publikums. (Schluss) tr

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