OMV Zwischenbericht Jänner-September und 3. Quartal 2002 Anhaltende Verbesserung im dritten Quartal

Wien (OTS) - Der Betriebserfolg (EBIT) des dritten Quartals
(3.Q/02) stieg gegenüber dem 2.Q/02 um 2%, sank jedoch im Vergleich zum 3.Q/01 um 20%. EBIT und Periodenüberschuss der einzelnen Quartale verbesserten sich kontinuierlich im Laufe des Jahres.

- Das EBIT der ersten neun Monate sank um 39% auf 312 Mio EUR im Vergleich zu 1-9/01, bedingt durch sehr niedrige Bulk-Raffineriemargen, geringere Ölpreise und ungünstige Währungseffekte.

- Exploration und Produktion (E & P) war durch niedrigere Erdöl-und Erdgaspreise beeinflusst; Raffinerien und Marketing, inklusive Petrochemie (R & M), litt unter den extrem niedrigen Raffineriemargen, eine stabile Entwicklung zeigt sich jedoch in Marketing mit weiterem Mengenzuwachs; in Erdgas wurden höhere Verkaufsmengen durch geringere Preise und ein höheres Speicherüberlassungsentgelt kompensiert; in der Chemie konnten höhere Absatzmengen schwächere Absatzpreise und Margen nicht ausgleichen.

- Der Konzernumsatz verringerte sich durch geringere Produktenpreise in den ersten neun Monaten 2002 um 11%.

- Der Periodenüberschuss 1-9/02 sank um 37% auf 202 Mio EUR und im 3.Q/02 um 13% auf 85 Mio EUR; auf Grund der verbesserten Ertragssituation von Borealis sind die Rückgänge schwächer als bei den vergleichbaren EBIT-Zahlen; das Ergebnis je Aktie (EPS nach Minderheitenanteilen) betrug 7,39 EUR (1-9/01: 11,84 EUR) und das EPS vor Sondereffekten lag bei 8,12 EUR (1-9/01: 12,72 EUR).

- Die Marktbedingungen bleiben weiterhin herausfordernd, die erwartete langsame Verbesserung ist eingetreten, bei einigen Marktfaktoren gab es deutliche Anstiege. Für das vierte Quartal werden weitere Verbesserungen erwartet. Trotz des Einflusses der niedrigen Bulk-Raffineriemargen und der sinkenden Petrochemiepreise behalten wir unsere aktuellen Ergebnisziele bei.

Wolfgang Ruttenstorfer, Generaldirektor des OMV Konzerns, zur Ergebnispräsentation: "Wir sind weiterhin in einem herausfordernden Umfeld tätig: Obwohl die Raffineriemargen nach wie vor auf sehr niedrigem Niveau und die Erdöl- und Produktenpreise niedriger als im Vorjahr sind, stimmt uns die anhaltende Verbesserung der letzten drei aufeinander folgenden Quartale zuversichtlich. Wir freuen uns, dass wir unseren strategischen Zielen - d. h. Wachstum in R & M und E & P - im dritten Quartal einen Schritt näher gekommen sind, . Wir wollen unsere Position weiter ausbauen, um konsequent unser Wachstumsziel der Verdoppelung unserer Produktions- und Verkaufsmengen bis 2008 verwirklichen zu können."

Aktienkurs 3.Q/02 in EUR Schluss: 85,40 Hoch: 100,00 Tief: 83,00 Schlusskurs 11. November 2002: 92,00 EUR

Aktionärsinformation
Dienstag, 12. November 2002: 8:30 (MEZ) bzw. 7:30 Uhr (GMT) http://www.omv.com

OMV Zwischenbericht Jänner-September und 3. Quartal 2002 Anhaltende Verbesserung im dritten Quartal

3.Q/02 3.Q/01 % in Mio EUR 1-9/02 1-9/01 % 2001
117 146 -20 Betriebserfolg
(EBIT) 312 510 -39 610
124 163 -24 Betriebserfolg
vor Sonder-
effekten 1) 325 545 -40 702
120 134 -11 EGT 301 474 -36 570
85 98 -13 Periodenüberschuss
202 320 -37 382
89 110 -29 Periodenüberschuss
vor Sondereffekten
222 344 -39 444
96 102 -6 Periodenüberschuss
nach US GAAP 204 308 -34 389
1.824 1.858 -2 Umsatz 2) 5.137 5.773 -11 7.736
145 123 18 Mittelzufluss aus der
Betriebs-
tätigkeit 422 704 -40 786
5.804 5.754 1 MitarbeiterInnen
5.804 5.754 1 5.659
1) bereinigt um einmalige Sondereffekte 2) Umsätze exklusive Mineralölsteuer

OMV, der mitteleuropäische Öl- und Erdgaskonzern, gibt heute die Ergebnisse für die Berichtsperiode Jänner bis September sowie für das dritte Quartal 2002 bekannt.

Aus den Bereichen auf einen Blick:
E & P: Erwerb von 10% am neuseeländischen Öl- und Gasfeld Maui, Entwicklungsbeginn von Feld A im Block NC 186 in Libyen und neue Explorationslizenzen in Pakistan
R & M: Beteiligung mit 25,1% an The Rompetrol Group mit ihrer rumänischen Raffinerie in Konstanza; Kauf von Tankstellenketten in der Tschechischen Republik und in Deutschland
Erdgas: Seit 1. Oktober vollständige Liberalisierung des österreichischen Gasmarkts
Chemie: Erholung der Absatzmengen bei Düngemitteln und Melamin; Baubeginn des neuen Melaminwerks in Lutherstadt Wittenberg (Deutschland) im Oktober

Wie erwartet waren die Marktbedingungen in den ersten neun Monaten sehr herausfordernd, obwohl sie sich im Laufe des Jahres allmählich verbesserten. Im Gleichklang mit der gesamten Branche litt auch OMV unter den gesunkenen Öl- und Produktenpreisen und den seit mehr als 10 Jahren schlechtesten Raffineriemargen. Der Betriebserfolg (EBIT) in den ersten neun Monaten 2002 sank um 39% auf 312 Mio EUR und der Betriebserfolg vor Sondereffekten reduzierte sich um 40% auf 325 Mio EUR. Der Periodenüberschuss gab um 37% auf 202 Mio EUR nach und der Periodenüberschuss vor Sondereffekten zeigte einen Rückgang um 36% auf 222 Mio EUR.

Die Ergebnisse des 3.Q/02 spiegeln ein unterschiedliches Bild wider: Die Ölpreise waren im dritten Quartal höher als in der Vergleichsperiode des Vorjahrs, allerdings blieben die Raffineriemargen beträchtlich unter den Vorjahreswerten, wenngleich sie sich im Laufe des Jahres verbesserten. Dies führte zu einem Rückgang des EBIT um 20% im 3.Q/02. Der Periodenüberschuss im 3.Q/02 war nur um 13% geringer, bedingt durch das wesentlich bessere Ergebnis von Borealis, dem zweitgrößten Kunststoffproduzenten in Europa, an dem OMV eine 25%-Beteiligung hält.

Wirtschaftliches Umfeld: Rohölpreis (Brent) und USD/EUR Wechselkurse

Die weltweite Nachfrage nach Rohöl verringerte sich in den ersten neuen Monaten um 0,1 Mio Fass pro Tag (bbl/d) auf 76,2 Mio bbl/d. Der Verbrauch der OECD-Länder ging um 0,4 Mio bbl/d bzw. 0,9% zurück. Auf der Angebotsseite fiel die weltweite Erdölproduktion um 0,9 Mio bbl/d auf 76,1 Mio bbl/d, wodurch der Markt wieder ins Gleichgewicht kam.

Während die OPEC mit 28,3 Mio bbl/d um 10% weniger produzierte, steigerten die CIS Länder ihre Produktion um 8,6%. Dies führte zu einem Rückgang des OPEC Marktanteils auf 37%.

Der durchschnittliche Brent-Preis verringerte sich in den ersten neuen Monaten um 1,78 USD/bbl bzw. rund 7% auf 24,38 USD/bbl. Seit Anfang des Jahres bis Ende September stieg er jedoch trotz schwacher Nachfrage um 9,8 USD/bbl bzw. um über 50% auf 28,88 USD/bbl. Im dritten Quartal war der durchschnittliche Brent-Preis mit 26,91 USD/bbl um 6% höher als im 3.Q/01, bedingt durch die Erwartung eines militärischen Angriffs gegen den Irak. Die Rotterdamer Preise für Benzin und Mitteldestillate notierten in den ersten neuen Monaten im Durchschnitt um 6% bis 15% unter den Werten des Vorjahres.

Der US Dollar wurde während des Jahres schwächer, und der Euro stieg kontinuierlich fast bis zur Parität an. Der durchschnittliche Wechselkurs des Euro stieg in den ersten neun Monaten um 4% auf 0,93 USD/EUR. Der durchschnittliche Kurs im 3.Q/02 betrug 0,98 USD/EUR (3.Q/01: 0,89 USD/EUR)

Die Geschäftsbereiche:
Exploration und Produktion (E & P)
3.Q/02 3.Q/01 in Mio EUR 1-9/02 1-9/01 2001
77,00 63,82 EBIT 176,63 246,07 272,97
65,76 69,43 EBIT vor
Sondereffekten 1) 168,04 254,71 311,75

1) 2002: Sonderaufwendungen werden dem EBIT hinzugerechnet und beziehen sich auf eine Garantieverpflichtung gegenüber
einer Pensionskasse, gewinnerhöhende Sondereffekte entstanden z. T. auf Grund erhöhter Erdgas-Speichergebühren.

Der E & P-Bereichsumsatz sank um 19% auf 509,30 Mio EUR (1-9/01:
629,74 Mio EUR) auf Grund von deutlich niedrigeren Rohöl- und Erdgaspreisen. Der durchschnittlich erzielte Rohölpreis war mit 23,21 USD/bbl in den ersten neun Monaten 2002 um 11% geringer als in der Vorjahresperiode (1-9/01: 26,18 USD/bbl).

Der Betriebserfolg verringerte sich um 28% auf 176,63 Mio EUR (1-9/01: 246,07 Mio EUR). Die Produktion in den ersten neun Monaten war um rund 2% höher, negativ wirkten sich allerdings die niedrigeren Rohölpreise, der schwächere US Dollar und somit auch die höheren Produktionskosten aus. Die wesentlichsten Beiträge zum Betriebserfolg lieferten die österreichischen, libyschen und britischen Konzernunternehmen.

Die Produktionskosten exklusive Lizenzgebühren (OPEX) stiegen in den ersten neun Monaten auf 5,27 USD/boe (1-9/01: 4,71 USD/boe), hauptsächlich bedingt durch den schwächeren US Dollar, Wechselkursbewegungen in Großbritannien zwischen US Dollar und Pfund Sterling, sowie höherer Versicherungs- und Umweltschutzkosten. Die Explorationskosten verringerten sich hauptsächlich wegen der Einstellung der Aktivitäten im Sudan um 9% auf 50,53 Mio EUR (1-9/01:
55,58 Mio EUR), während die Aktivitäten in Österreich, Pakistan, Iran und im Jemen zunahmen.

Verglichen mit dem dritten Quartal im Vorjahr stieg das EBIT im 3.Q/02 wegen höherer Rohölpreise und gestiegener Produktion um 21% deutlich auf 77 Mio EUR an. Der durchschnittlich erzielte Rohölpreis im dritten Quartal erhöhte sich um 4% auf 25,99 USD/bbl (3.Q/01:
24,99 USD/bbl). Die Produktionskosten exklusive Lizenzgebühren (OPEX) erhöhten sich im dritten Quartal auf 6,22 USD/boe (2.Q/01: 5,61 USD/boe) auf Grund der beiden vorhergenannten Gründe und wegen der quartalsweisen Zuordnung der Produktionskosten, die mit Fortschreiten der Projekte schwanken können und nicht immer gleichmäßig auf alle Quartale zugerechnet werden können. Die Explorationskosten waren wegen der Arbeitssuspendierung im Sudan mit 9,78 Mio EUR deutlich geringer (3.Q/01: 19,71 Mio EUR).

Der Wandel des österreichischen Gasmarkts in den letzten Jahren führte zu einigen organisatorischen Änderungen innerhalb des Konzerns, die wichtigste davon war die Ausgliederung des Erdgasbereiches. OMV Erdgas GmbH, eine 100%ige Tochtergesellschaft des Konzerns, steht in ihrem ersten selbständigen Geschäftsjahr. Diese Unabhängigkeit hilft OMV, einen besseren Einblick in die Risiken und die damit verbundenen Kosten/Erträge der verschiedenen Aktivitäten in E & P und Erdgas zu bekommen. Um Risiken des Gasspeichergeschäftes besser abbilden zu können, verrechnete E & P dem Erdgasbereich eine zusätzliche Speichergebühr von 11,2 Mio EUR für die in den ersten neun Monaten erbrachten Leistungen im dritten Quartal 2002. Die zusätzliche Speichergebühr soll 15 Mio EUR pro Jahr betragen.

Die Gesamtproduktion von Erdöl, NGL (Natural Gas Liquids) und Erdgas stieg um fast 2% auf 21,5 Mio boe, was einer Tagesproduktion von 79.000 boe/d entspricht (1-9/01: 21,1 Mio boe bzw. 77.000 boe/d). Die Produktion von Erdöl und NGL war mit 14,2 Mio bbl um 4% unter dem Vorjahresniveau von 14,7 Mio bbl, bedingt durch geringere Produktionsmengen in Libyen, Großbritannien, Österreich und Australien, wo z. T. planmäßige Wartungsstillstände die Produktion verringerten. Die Erdgasproduktion nahm um fast 15% auf 43,4 bcf oder 1,16 bcm zu (1-9/01: 37,9 bcf oder 1,02 bcm). Dieser Zuwachs ist auf das neu in Produktion gegangene Gasfeld Miano in Pakistan und auf höhere Produktionsmengen im UK zurückzuführen, die den Rückgang in Österreich kompensierten.

Die Produktion im dritten Quartal verbesserte sich um rund 2% auf 73.000 bbl/d im Vergleich zum 3.Q/01, auf Grund höherer Produktionsmengen in Großbritannien und Pakistan, die die OPEC Restriktionen der libyschen Produktion kompensierten. Trotzdem lag die Produktion unter den 84.000 boe/d des 2.Q/02, was auf die planmäßigen Wartungen in Österreich und im UK, wo es technische Probleme am FPSO Schiff (Floating Production Storage and Offloading) in Schiehallion in der Nordsee gab, zurückzuführen ist. Dadurch musste die Produktion im August vorübergehend eingestellt werden.

Einen der operativen Höhepunkte im dritten Quartal 2002 stellte der Erwerb der 10% Beteiligung von Shell am Öl- und Gasfeld Maui in Neuseeland Ende September dar. Dies war ein wichtiger Schritt zur Erreichung des kurzfristigen Produktionsziels der OMV, per Jahresende 2002 rund 100.000 boe/d zu fördern. Zusätzlich erwarb OMV von Shell den gesamten 49%igen Anteil an der Maari Explorationslizenz. Im August erhielt OMV die Genehmigung zur Entwicklung des Feldes A im Block NC 186 in Libyen. Der Produktionsbeginn ist für das erste Quartal 2004 geplant und das gesamte Produktionsvolumen wird auf rund 40.000 bbl/d geschätzt. Im Juli unterzeichnete OMV als Betriebsführer eines internationalen Konsortiums ein Explorationsabkommen für den Block South West Miano II im Südosten Pakistans.

Raffinerien und Marketing, inklusive Petrochemie (R & M)
3.Q/02 3.Q/01 in Mio EUR 1-9/02 1-9/01 2001
35,05 61,16 EBIT 72,15 177,48 223,09
42,57 72,87 EBIT vor
Sondereffekten1)83,52 203,61 279,25

1) 2002: Sonderaufwendungen werden dem EBIT hinzugerechnet und beziehen sich größtenteils auf eine Garantieverpflichtung gegenüber einer Pensionskasse.

Die einzelnen Märkte für Mineralölprodukte zeigten in den ersten neun Monaten einheitlich einen rückläufigen Trend. Der gesamte Verbrauch aller Länder, in denen OMV aktiv ist, fiel um rund 1% auf 75,4 Mio t, wobei der Rückgang bei den EU Mitgliedsländern mit 2% auf 37 Mio t stärker ausfiel. Der Gesamtverbrauch in Österreich von Jänner bis September 2002 lag beinahe unverändert bei 8,4 Mio t. Innerhalb der einzelnen Produktgruppen kam es aber zu unterschiedlichen Entwicklungen. Der Kraftstoffverbrauch stieg wegen eines 6%igen Anstiegs bei Ottokraftstoffen und eines um 9% höheren Dieselverbrauchs. Dafür kam es zu einem Rückgang bei Heizölen.

In Deutschland geht man von einem Rückgang von 4% aus, der hauptsächlich durch die Heizöle verursacht wurde; der Benzinverbrauch ging um 2% zurück, der Dieselverbrauch nahm leicht zu. In Mittel- und Osteuropa rechnet man in den ersten neun Monaten mit einem stabilen Verbrauch, wobei bei Otto- und Dieselkraftstoffen ein Anstieg von 3% bzw. 4% erwartet wird. In Ungarn und Slowenien erwartet man einen niedrigeren Verbrauch, während jener für Bulgarien und die Slowakei konstant angenommen wird. In den restlichen Ländern, in denen OMV vertreten ist, wird mit einem Verbrauchsanstieg gerechnet.

Der Bereichsumsatz verringerte sich auf Grund niedrigerer Produktenpreise für Bulk- und Petrochemieprodukte und geringerer Verkaufsmengen der Raffinerien um 16% auf 3.613,53 Mio EUR (1-9/01:
4.304,24 Mio EUR).

Der Betriebserfolg in den ersten neun Monaten sank deutlich auf 72,15 Mio EUR (1-9/01: 177,48 Mio EUR). Der Hauptgrund für diesen Verfall waren die niedrigen Bulkmargen, die sich auf den niedrigsten Ständen seit mehr als 10 Jahren befanden. Die Bulk-Referenzmarge in Rotterdam stürzte in den ersten drei Quartalen von 1,97 USD/bbl auf 0,48 USD/bbl ab. Trotz der erwarteten kontinuierlichen Verbesserung der Margen im 3.Q/02, wies das Bulkgeschäft weiterhin einen Verlust auf, wenngleich dieser aber geringer ausfiel. Zusätzliche Gründe für das niedrigere EBIT waren geringere Mengen und niedrige Petrochemiemargen.

Das EBIT im dritten Quartal verringerte sich im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahrs um 43% auf 35,05 Mio EUR (3.Q/01: 61,16 Mio EUR); verglichen mit dem 2.Q/02 war es um 9% geringer (2.Q/02:
38,35 Mio EUR). Der positive Effekt der leichten Verbesserung der Bulk-Raffineriemargen wurde durch höhere Kosten, zum Teil bedingt durch die Überflutungen im Sommer und höherer Instandhaltungskosten, aufgewogen. Der Betriebserfolg vor Sondereffekten blieb jedoch stabil (3.Q/02: 42,57 Mio EUR; 2.Q/02: 42,20 Mio EUR).

Der Anteil der Petrochemie (vorwiegend Ethylen und Propylen) am Betriebserfolg sank auf 49,83 Mio EUR (1-9/01: 71,31 Mio EUR), bedingt durch den Einbruch bei Preisen und Margen. Das 3.Q/02 zeigte mit 20,14 Mio EUR ein ähnliches Resultat wie das Vorquartal (2.Q/02:
20,06 Mio EUR). Verglichen mit dem 3.Q/01 mit 18,85 Mio EUR stieg das Ergebnis trotz niedrigerer Margen auf Grund höherer Absätze. Der gesamte Bereich Marketing war im Vergleich zum Vorjahr hauptsächlich wegen der wachsenden internationalen Aktivitäten des OMV Konzerns etwas besser.

Der Absatz der Raffinerien verringerte sich um 2% auf 8,70 Mio t (1-9/01: 8,91 Mio t). Einschließlich Exporte, Petrochemieprodukte und Lohnverarbeitung verkaufte Schwechat 6,32 Mio t, was ebenfalls einem Rückgang von 2% entspricht (1-9/01: 6,46 Mio t). In Burghausen sanken die Absatzmengen um 3% auf 2,38 Mio t (1-9/01: 2,45 Mio t). Die Exporte aus Schwechat, vor allem an Marketingtochtergesellschaften in mittel- und osteuropäischen Ländern, gingen um 7% auf 1,01 Mio t zurück (1-9/01: 1,09 Mio t).

Die von OMV verarbeiteten Rohölmengen lagen fast unverändert bei 9,19 Mio t (1-9/01: 9,24 Mio t), und die Kapazitätsauslastung stieg im Vergleich zum Halbjahr leicht auf 95%. Die Auslastungsrate in Schwechat erhöhte sich auf 93% (1-6/02: 91%), Burghausen war mit 99% fast voll ausgelastet. Die Lohnverarbeitung in Schwechat sank leicht auf 1,35 Mio t (1-9/01: 1,36 Mio t).

Im Bereich Marketing stieg der Absatz um rund 2% auf 5,94 Mio t (1-9/01: 5,80 Mio t). Sowohl das Tankstellen- als auch das heimische Kundengeschäft leisteten Beiträge zu diesem Wachstum, wobei die deutlichsten Erfolge im Tankstellengeschäft erzielt werden konnten. Der Absatz im internationalen Kundengeschäft sank leicht im Vergleich zum Vorjahr. In Österreich stieg die Absatzmenge um 5% von 2,49 Mio t auf 2,62 Mio t, die internationalen Absätze blieben mit 3,32 Mio t stabil (1-9/01: 3,31 Mio t).

Seit Jahresende 2001 wurde das Tankstellennetz der OMV um 58 Tankstellen auf insgesamt 1.218 erweitert (31. 12. 2001: 1.160), davon 21 Tankstellen im dritten Quartal. Mit Ende Juni 2002 gab es in Österreich 530 Tankstellen, um vier weniger als zu Jahresende 2001. Mit 688 Tankstellen beträgt der internationale Anteil nunmehr 56% (31. 12. 2001: 626 Tankstellen; 54%). OMV ist neben Österreich noch in folgenden Ländern vertreten: Bulgarien 61 (2001: 51); Deutschland 77 (2001: 79); Jugoslawien 2 (2001: 0); Italien 70 (2001: 66); Kroatien 30 (2001: 25); Rumänien 45 (2001: 34); Slowakei 67 (2001:
51); Slowenien 101 (2001: 96); Tschechische Republik 122 (2001: 110); Ungarn 113 (2001: 114).

Gemäß den vorläufigen Marktschätzungen der ersten neun Monate 2002 betrug der durchschnittliche Tankstellen-Marktanteil des OMV Konzerns rund 16%, wobei der heimische Marktanteil bei gut 21% und der internationale Marktanteil bei rund 13% lag. Unter Einbeziehung aller 12 Länder, in denen OMV nun tätig ist, d. h. neben den Ländern Österreich, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn, werden nun auch Südbayern, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Norditalien, Jugoslawien, Kroatien und Rumänien einbezogen, liegt der geschätzte Marktanteil bei rund 9%.

Im dritten Quartal wurden der Erwerb von drei Tankstellennetzen abgeschlossen, die die Wachstumsstrategie in Marketing unterstreichen. Im August gewann OMV eine Ausschreibung für ein Tankstellennetz in Tschechien. Des weiteren wurde die Position auf dem deutschen Markt gestärkt durch den Erwerb von 32 Tankstellen von Shell sowie dem Kauf eines bayrischen Netzes mit 40 Tankstellen, die Anfang nächsten Jahres in das Konzernnetzwerk eingegliedert werden sollen. Ein weiterer Meilenstein war der Erwerb der 25,1%igen Beteiligung an der größten privaten rumänischen Ölfirma, The Rompetrol Group. Diese Firma betreibt die einzige Raffinerie an der Schwarzmeerküste mit Zugang zur Donau und einer Kapazität von rund 100.000 bbl/d. Diese Akquisition sichert den Zugang zu den benötigten Raffineriekapazitäten und unterstützt die Strategie des Konzerns in Marketing Marktanteile auszubauen.

Erdgas
3.Q/02 3.Q/01 in Mio EUR 1-9/02 1-9/01 2001
11,76 20,68 EBIT 68,06 78,91 110,54
22,06 20,70 EBIT vor
Sondereffekten1) 79,26 79,48 110,97

1) 2002: Sonderaufwendungen werden dem EBIT hinzugerechnet und beziehen sich auf Personalrestrukturierungen sowie auf höhere Speichergebühren.

In den ersten neun Monaten 2002 sank der Erdgasverbrauch in Österreich um 1% auf rund 5 Mrd m". Weiters wurde die Novelle zum Gaswirtschaftsgesetz durch das Parlament beschlossen. Die vollständige Liberalisierung des Gasmarkts in Österreich trat per 1. Oktober 2002 in Kraft. Diesbezüglich ist Österreich ein Vorreiter in der europäischen Union.

Der Bereichsumsatz stieg in den ersten neun Monaten um rund 8% auf 1.039,14 Mio EUR (1-9/01: 964,39 Mio EUR). Dies war in erster Linie eine Folge höherer Absätze auf Grund niedrigerer Erdgaspreise, welche an die Ölpreisentwicklung gekoppelt sind.

Der Betriebserfolg verringerte sich in den ersten neun Monaten um 14% von 78,91 Mio EUR auf 68,06 Mio EUR. Der Rückgang ist zum Teil auf operative Größen zurückzuführen, im 3.Q/02 jedoch hauptsächlich auf das höhere Speicherüberlassungsentgelt (Nähere Informationen darüber entnehmen Sie bitte dem E & P Teil dieses Reports).

Die Inbetriebnahme der ersten Phase der Gaspipelineerweiterung TAG Loop II lieferte einen starken Impuls für das Transportgeschäft. Beim Supply profitierte man vom zusätzlichen Gasverbrauch der Kraftwerke, da die Energieerzeugung durch Wasserkraftwerke wegen der Überflutungen im Sommer eingeschränkt war. Deshalb zeigte im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2001 auch der Verkauf (Marketing) eine positive Entwicklung. Das kontrahierte Speichervolumen sank jedoch um 4%, da langfristige Verträge 2002 nur teilweise erneuert wurden. Per 30. September 2002 verringerten sich die für OMV Kunden gehaltenen physischen Speicherbestände auf 0,97 Mrd m3 (1-9/01: 1,32 Mrd m3), da der erhöhte Bedarf hauptsächlich aus den Speichern gedeckt wurde.

Mit 4,83 Mrd m3 lagen die Verkaufsmengen um 6% über den Werten des Vorjahrs (1-9/01: 4,53 Mrd m3). Die verkaufte Erdgastransitkapazität stieg auf 1,395 Mio m3/h/km (31.12.2001: 1,328 Mio m3/h/km) auf Grund des Ausbaus der TAG Kapazität und der höheren verkauften Transitmengen der SOL und PENTA West Gasleitungen.

Die Verhandlungen über eine gemeinsame österreichische Vertriebsfirma zwischen OMV und den führenden Landesferngasgesellschaften am österreichischen Erdgasmarkt sollen im vierten Quartal abgeschlossen werden. Der Zusammenschluss wurde bereits kartellrechtlich genehmigt. Die Liberalisierung wird sowohl Auswirkungen auf die Höhe wie auch auf die Form der Darstellung der Ergebnisse des Erdgasbereichs haben. Die Umsetzung der Vertriebskooperation wird bereits im vierten Quartal Teile des OMV EBIT´s in den Finanzerfolg verlagern. Es wird weiters erwartet, dass durch die Regulierung des österreichischen Transportgeschäfts und durch die Regelzonenführer das EBIT des Transportgeschäfts etwas zurückgehen wird.

Chemie 1)

3.Q/02 3.Q/01 In Mio EUR 1-9/02 1-9/01 2001
7,17 11,96 EBIT 32,05 35,69 48,74
7,17 11,76 EBIT vor
Sondereffekten1) 31,15 35,29 45,99

1) und Kunststoffe 2) 2002: Sondereffekte beziehen sich auf Erlöse aus Grundstücksverkäufen.

Der Ausblick für die europäische Chemiebranche bleibt gedrückt und eine Erholung wird nicht vor 2003 erwartet. Die Gaspreise steigen zwar, liegen aber noch immer 14% unter dem Vorjahresniveau. Der europäische Düngemittelmarkt bleibt auf Grund niedriger Landwirtschaftseinkommen durch schlechte Ernten und tiefe Preise verhalten; trotzdem konnte der Absatz von Kalkammonsalpeter in den ersten neuen Monaten gesteigert werden. Jedoch konnte dies den allgemeinen Trend niedrigerer Preise und höherer Kosten auf Grund der Überflutungen im Sommer und der damit einhergehenden Reparatur- und Instandhaltungskosten nicht kompensieren.

Bei Melamin lässt das wirtschaftliche Umfeld noch immer kein Nachfragewachstum zu. So stiegen zwar die Exporte nach Nordamerika und Asien, die Margen und der USD-Wechselkurs blieben jedoch unter den Vorjahreswerten. Für die Zukunft sollte Angebotsknappheit jedoch steigende Preise im vierten Quartal sowie stabilere Preise im Jahr 2003 signalisieren und bringen.

Der Bereichsumsatz bei Chemie (inkl. Kunststoffe) stieg um 10% auf 359,41 Mio EUR (1-9/01: 326,70 Mio EUR) auf Grund höherer Absatzmengen bei Düngemitteln und Melamin,
welche die gesunkenen Produktenpreise mehr als kompensierten.

Der Betriebserfolg in den ersten neuen Monaten fiel um 10% auf 32,05 Mio EUR (1-9/01: 35,69 Mio EUR) als Resultat niedriger Erlöse und Margen, die durch höhere Absatzmengen und günstigere Einsatzmaterialien, wie z.B. Erdgas, nicht ausgeglichen werden konnten. Im Vergleich zum letzten Jahr stieg der Düngemittelabsatz um 24%, allerdings war auch das Preisniveau beträchtlich niedriger. Der Melaminabsatz stieg hauptsächlich wegen verstärkter Exporte noch Nordamerika und Asien um mehr als 50%, wobei allerdings auch hier das Ergebnis auf Grund niedrigerer Verkaufspreise geringer war.

Zum EBIT des 3.Q/01 mit 11,96 Mio EUR verglichen, sank das EBIT im 3.Q/02 wegen geringerer Absätze und schlechterer Margen bei Düngemitteln sowie gedrückter Melaminmargen um 40%. Zusätzlicher Aufwand auf Grund der Flutkatastrophe in Österreich belasteten das dritte Quartal im Chemiebereich mit rund 2 Mio EUR.

Bei den Geotextilien kam es dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld entsprechend zu einem Absatzrückgang um 3%, wodurch sich auch der Beitrag zum Betriebsergebnis verringerte.

OMV Konzern: Gewinn- und Verlustrechnung
Der Konzernumsatz exklusive Mineralölsteuer sank in den ersten neun Monaten um 11% auf 5.136,71 Mio EUR (1-9/01: 5.772,84 Mio EUR). Der Bereich R & M trug mit 70% zum Konzernumsatz bei, gefolgt von Erdgas mit 20%, Chemie mit 7% und E & P mit 3%.

Als Folge der beträchtlich niedrigeren europäischen Bulk-Raffineriemargen, eines höheren USD/EUR-Wechselkurses und niedrigerer Ölpreise und Ölverkaufsmengen, reduzierte sich der Betriebserfolg des Konzerns um 39% auf 312,12 Mio EUR (1-9/01: 510,00 Mio EUR). Der Bereich Erdgas lieferte mit einem Rückgang von 14% ein schwächeres Ergebnis als im Vorjahr, und Chemie fiel im Periodenvergleich um 10%.

Das EBIT vor Sondereffekten verringerte sich um 40% auf 325,21 Mio EUR (1-9/01: 544,93 Mio EUR). Sonderaufwendungen wurden in den ersten neun Monaten 2002 in Höhe von 13,08 Mio EUR verbucht (1-9/01: 34,94 Mio EUR). Auf Grund der schlechten Entwicklung der Finanzmärkte während des Jahres kam durch eine Garantieverpflichtung für eine bestimmte Pensionskassenperformance zu Nachschussverpflichtungen. In den ersten neuen Monaten wurden deshalb 17,25 Mio EUR zur Deckung dieser Verpflichtung bereitgestellt. Per 30. September 2002 belief sich der Wert der Pensionsmittel, für die eine Garantieverpflichtung besteht, auf 320 Mio EUR. Die Verpflichtung garantiert einen jährlichen Wertzuwachs von 6% bis 6,5%.

Der Finanzerfolg beinhaltet den Zinsensaldo, den Ertrag/Aufwand von Beteiligungen und andere Finanzerträge/-verluste. Der Zinsensaldo betrug 29,01 Mio EUR und verbesserte sich wegen niedrigerer Kreditkosten um 7,61 Mio EUR (1-9/01: 36,62 Mio EUR).

Der Beteiligungsertrag belief sich auf 24,20 Mio EUR (1-9/01: 5,16 Mio EUR), wobei die Beteiligung an Borealis der bedeutendste Ergebnisbringer ist. Nach einem verbesserten Ergebnis im 2.Q/02 gelang Borealis im 3.Q/02 wieder ein zufriedenstellendes Ergebnis. Der Periodenüberschuss von Borealis in den ersten neun Monaten belief sich auf 30 Mio EUR, wovon 25 Mio EUR dem dritten Quartal zuzurechnen sind (1-9/01: -18 Mio EUR; 3.Q/01: -10 Mio EUR). Diese Verbesserung ist auf höhere Margen und Verkaufsmengen sowie auf das laufende Programm zur Reduzierung der Kosten zurückzuführen.

OMV konsolidiert ihre 25%-Beteiligung an Borealis als Teil des Finanzerfolgs. Für das bisherige Jahr bedeutet dies 7,50 Mio EUR, und 6,25 Mio EUR davon im dritten Quartal. Trotz der sich verbessernden Lage des Polyolefinmarkts während dieses Jahres, signalisieren Frühindikatoren ein Überangebot im vierten Quartal und somit wesentlich niedrigere Preise. Sollte sich dieser Trend bestätigen, so würde dies einen deutlich negativen Einfluss auf das Ergebnis von Borealis im vierten Quartal haben.

In Summe sank der Finanzerfolg des OMV Konzerns von Jänner bis September 2002 nach Abzug sonstiger Finanzverluste von 5,89 Mio EUR (1-9/01: 4,22 Mio EUR) auf 10,70 Mio EUR (1-9/01: 35,69 Mio EUR).

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verringerte sich um 36% auf 301,42 Mio EUR (1-9/01: 474,31 Mio EUR). Die effektive Steuerquote, basierend auf dem Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, stieg leicht auf 33% (1-9/01: 32%). Dies hauptsächlich wegen einer Änderung im britischen Steuergesetz, die zu einer Erhöhung der Unternehmensbesteuerung für E & P Aktivitäten von 30% auf 40% führte. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag verringerten sich im Berichtszeitraum von 154,04 Mio EUR auf 99,39 Mio EUR. Der Periodenüberschuss sank um 37% auf 202,03 Mio EUR (1-9/01: 320,27 Mio EUR). Der um Sondereffekte aus dem EBIT und aus der Steuerposition bereinigte Periodenüberschuss lag bei 221,57 Mio EUR und war somit um um 36% geringer als der Vorjahreswert (1-9/01:
343,86 Mio EUR).

Ein quartalsweiser Vergleich der Ergebnisse zeigt die Verbesserung gegenüber den Vorquartalen. So haben sich im Laufe des Jahres das EBIT und der Periodenüberschuss verbessert. Das Konzern-EBIT im 3.Q/02 erhöhte sich um 2% auf 117,41 Mio EUR. Obwohl der Periodenüberschuss im 3.Q./02 niedriger war als im Vorjahr, verbesserte er sich gegenüber dem 2.Q/02 um 10% von 77,18 Mio EUR auf 84,88 Mio EUR. Diese Verbesserung ist hauptsächlich auf die Verringerung der effektiven Steuerrate von 36% im 2.Q/02 auf 29% im 3.Q/02 zurückzuführen, da die Neubewertung der latenten Steuern durch Steuergesetzänderungen in Großbritannien im zweiten Quartal zur Gänze berücksichtigt worden war.

Betrachtet man den Periodenüberschuss vor Sondereffekten für das 3.Q/02, so ist dieser mit 89,14 Mio EUR niedriger als im 2.Q/02 (93,06 Mio EUR), da das zweite Quartal durch die obengenannten Steueränderungen im UK betroffen war.

Bilanz, Verschuldungsgrad und Investitionen
Die Bilanzstruktur zeigte sich im ersten Halbjahr weiterhin solide mit einem Verschuldungsgrad (Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital) von 19% per Ende September (31. 12. 2001: 17%). Die Nettoverschuldung nahm auf Grund von Investitionen und Dividendenzahlungen von 385,89 Mio EUR per Ende 2001 auf 443,43 Mio EUR per Ende September 2002 zu. Per 30. September 2002 standen Bankverbindlichkeiten, Überziehungen und Konzern-Clearing-Verbindlichkeiten von 583,48 Mio EUR (31. 12. 2001:
605,99 Mio EUR) einem monetären Umlaufvermögen und Konzern-Clearing-Forderungen von 150,05 Mio EUR gegenüber (31. 12. 2001: 220,10 Mio EUR).

Die Bilanzsumme stieg um 3% auf 5,94 Mrd EUR (31. 12. 2001: 5,77 Mrd EUR). Das Anlagevermögen erhöhte sich auf 4,16 Mrd EUR (31. 12. 2001: 3,98 Mrd EUR). Die Zugänge zum Anlagevermögen betrugen 508,81 Mio EUR (1-9/01: 390,11 Mio EUR), wovon rund 82% auf Zugänge zum Sachanlagevermögen entfielen (1-9/02: 415,84 Mio EUR; 1-9/01: 309,25 Mio EUR). Die Zugänge zu den Finanzanlagen beliefen sich auf 68,73 Mio EUR (1-9/01: 55,21 Mio EUR) und die Zugänge zu den immateriellen Vermögensgegenständen auf 24,23 Mio EUR (1-9/01: 25,66 Mio EUR). Das Umlaufvermögen stieg auf Grund von höheren Lagerbeständen um rund 1% auf 1,66 Mrd EUR (31. 12. 2001: 1,63 Mrd EUR).

Die Investitionen stiegen in den ersten neuen Monaten von 355,46 Mio EUR um 32% auf 470,61 Mio EUR. Der Großteil floss in den Bereich E & P (32%) und davon rund die Hälfte in die Aktivitäten im UK und Australien. R & M erhöhte seinen Anteil vor allem auf Grund von Akquisitionen in Marketing auf 44%. Im Bereich Erdgas wurden rund 19% investiert, der Großteil davon in den Ausbau der Trans-Austria Gasleitung. Auf Chemie entfiel rund 4% des Investitionsvolumens.

Das Eigenkapital stieg um rund 2%, die Eigenkapitalquote des Konzerns war mit 39% stabil (31.12. 2001: 39%). Die eigenen Anteile erhöhten sich auf 11,25 Mio EUR im Vergleich zu 9,04 Mio EUR auf Grund des bei der letzten Hauptversammlung beschlossenen Aktienrückkaufprogramms für den Aktienoptionsplan für den OMV Vorstand und leitende Angestellte. In den ersten neun Monaten wurden 35.760 Aktien zurückgekauft. Die Aktienrückkäufe 2000 und 2001 beliefen sich insgesamt auf 96.000 Stück. Die Verbindlichkeiten erhöhten sich leicht von 1,81 Mrd EUR auf 1,85 Mrd EUR, wobei höhere Lieferverbindlichkeiten niedrigeren Bankverbindlichkeiten gegenüber standen.

Cash flows
Der Free cash flow (Differenz aus dem Cash flow der Betriebstätigkeit abzüglich dem Cash flow aus der Investitionstätigkeit und den Dividendenzahlungen) verzeichnete in den ersten neun Monaten einen Mittelabfluss von 102,69 Mio EUR (1-9/01: Mittelzufluss von 289,96 Mio EUR). Der Mittelabfluss der ersten neun Monate 2002 ist auf das schlechtere wirtschaftliche Umfeld und auf erhöhte Investitionstätigkeit zurückzuführen. Vergleicht man das 3.Q/02 mit dem 3.Q/01, so zeigen beide einen Mittelzufluss von 10,44 Mio EUR bzw. 56,07 Mio EUR.

Der Cash flow aus dem Ergebnis verringerte sich in den ersten neun Monaten um rund 18% auf 466,71 Mio EUR (1-9/01: 570,53 Mio EUR), hauptsächlich wegen des um 37% niedrigeren Periodenüberschusses, dem zum Teil latente Steuern entgegenwirkten. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2002 verbesserte sich der Cash flow jedoch um 5% auf Grund besserer Ergebnisse im Bereich Exploration und Marketing. Das Nettoumlaufvermögen stieg in den ersten neun Monaten um 44,53 Mio EUR bedingt durch höhere Vorräte und höhere Forderungen, denen höhere Verbindlichkeiten und kurzfristige Rücklagen entgegenstanden (1-9/01:
Abnahme um 133,17 Mio EUR). Der Mittelzufluss aus der Betriebstätigkeit betrug somit 422,18 Mio EUR (1-9/01: 703,70 Mio EUR).

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit erhöhte sich von 296,68 Mio EUR auf 406,65 Mio EUR und beinhaltet Zuflüsse aus Abgängen von 42,22 Mio EUR (1-9/01: 56,61 Mio EUR). Der Cash flow aus der Finanzierungstätigkeit verringerte sich auf einen Mittelabfluss von 54,16 Mio EUR und beinhaltet die Dividendenzahlung der OMV. Letztes Jahr wurde in der Vergleichsperiode noch ein Mittelabfluss von 320,25 Mio EUR ausge-wiesen, da der Free cash flow zur Schuldentilgung verwendet worden war. Die liquiden Mittel verringerten sich um 44,78 Mio EUR von 189,14 Mio EUR zu Jahresanfang auf 144,37 Mio EUR per Ende September (1-9/01: Anstieg um 86,97 Mio EUR auf 208,93 Mio EUR).

US GAAP
Der Jahres- bzw. Periodenüberschuss und das Eigenkapital nach US GAAP weichen hauptsächlich auf Grund unterschiedlicher Bewertungsregeln für Vermögensgegenstände und Schulden, abweichender Regelungen für die Behandlung von Bewertungsänderungen sowie unterschiedlicher Zeitpunkte für die Verbuchung von Geschäftsfällen von den öHGB-Werten ab. Als markanteste Überleitungspositionen sowohl für das Eigenkapital als auch für den Periodenüberschuss sind die Abschreibungen, Restrukturierungsaufwendungen, Pensionen, Lösungskosten und Jubiläumsgelder sowie die daraus resultierenden latenten Steuern zu nennen.

Nach US GAAP-Regeln erhöhte sich das Eigenkapital auf 2,41 Mrd EUR (31. 12. 2001: 2,34 Mrd EUR), es war damit um rund 6% höher als das entsprechende Eigenkapital (exklusive Minderheitenanteilen) nach öHGB mit 2,28 Mrd EUR. Die Hauptgründe für eine Erhöhung waren Abschreibungen, Anlagevermögen in E & P sowie Rückstellungen und Restrukturierungen, während die Überleitungsrechnung bei Pensionen, Abfindungs- und Jubiläumsgeldern und latenten Steuern eine Verringerung des Eigenkapitals zeigte. Der Periodenüberschuss nach US GAAP für die ersten neun Monate betrug 203,71 Mio EUR (1-9/01: 308,39 Mio EUR), und war somit um 3% höher als das öHGB-Ergebnis mit 198,65 Mio EUR (exklusive Minderheitenanteile). Die ergebniserhöhenden Überleitungspositionen bei Abfertigungs-, Pensions-, und Jubiläumsgeldaufwendungen, Anteilskäufen von assoziierten Unternehmen (gemäß SFAS 141 und 142) und latenten Steuern wurden abgeschwächt durch Buchverluste bei derivativen Instrumenten und Abschreibungen gemäß US GAAP-Richtlinien.

Das Ergebnis je Aktie (EPS) gemäß US GAAP betrug 6,89 EUR (1-9/01:
11,46 EUR) und war somit niedriger als die öHGB-Vorgaben mit 7,39 EUR (1-9/01: 11,84 EUR). Der Hauptgrund für das niedrigere EPS gemäß US GAAP sind die nicht amortisierten passiven Ausgleichsposten (Badwills) aus Akquisitionen vor dem 1. Juli 2001. Diese wurden für das Jahr 2002 mit 18,44 Mio EUR ergebniswirksam aufgelöst und als Ertrag aus einer Bewertungsänderung gemäß SFAS 141 vereinnahmt. Als solches wurde dieser Effekt bei der Ergebnisberechnung je Aktie wieder eliminiert.

MitarbeiterInnen
Per Ende September 2002 stieg der Personalstand des OMV Konzerns um 145 Personen auf 5.804 MitarbeiterInnen (31. 12. 2001: 5.659), bedingt durch verstärkte Aktivitäten in den Bereichen E & P und R & M. Im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2001 stieg die Anzahl der MitarbeiterInnen um 50 Personen.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2002
Wie bereits im Bericht zum Geschäftsjahr 2001 angekündigt und durch den bisherigen Jahresverlauf bestätigt, wird im Gesamtjahr 2002 ein deutlicher Rückgang der Ergebnisse unvermeidbar sein. Die Ertragslage in den ersten neun Monaten spiegelt sehr deutlich die herausfordernden Marktbedingungen wider, mit denen wir und die gesamte Branche konfrontiert sind. Allerdings kam es im dritten Quartal bei einigen Marktfaktoren schon zu einer deutlichen Erholung.

Die europäischen Raffineriemargen blieben in den ersten neun Monaten auf einem historischen Tiefststand, obwohl sich der leichte Aufwärtstrend des zweiten Quartals auch im Dritten fortsetzte. Der Einschätzung der Branche zufolge sollten sie sich im vierten Quartal weiter verbessern. Preise und Margen der petrochemischen Produkte haben sich im 3.Q/02 wieder verbessert, eine Fortsetzung dieses Trends wird allerdings im vierten Quartal nicht erwartet, da höhere Naphtha-Preise die Margen belasten werden. Andererseits sollte es aber gelingen, durch stetiges Wachstum der Absatzmengen das Marketing-Ergebnis weiter zu erhören, obwohl die internationalen Margen unter Druck stehen. Auf dieser Grundlage erwarten wir, dass sich das R & M-Ergebnis im vierten Quartal weiter verbessern wird, obwohl die Ergebnisse des letzten Jahres nicht erreicht werden können.

Aufgrund der jüngsten Entwicklung des Ölpreises haben wir unsere Ölpreisannahmen für 2002 angepasst: ursprünglich waren wir von einem Ölpreis unter dem Vorjahresniveau ausgegangen, nun rechnen wir mit einem Preis auf Vorjahresniveau (durchschnittlicher Brent-Preis von 24,46 USD/bbl). Beim Gaspreis erwarten wir auf Grund der zeitlichen Verzögerung zur Anpassung an die Ölpreise einen Preis unter dem Vorjahresniveau. Höhere Produktionsmengen in E & P, die auf die neue Produktion des Miano Feldes in Pakistan und der britischen Felder Jade und Skene zurückzuführen sind, werden durch den Beitrag von Maui im vierten Quartal verstärkt.

Für das Gas-EBIT wird aus zwei Gründen eine Abschwächung im Jahr 2002 erwartet. Einerseits wird es zu Auswirkungen auf Grund der geänderten Marktverhältnisse kommen und andererseits wird es bedingt durch die Gründung einer österreichischen Gasvertriebsgesellschaft in Kooperation mit den führenden regionalen Vertriebsgesellschaften Änderungen in der Berichtsstruktur geben. Durch die neue Struktur sollen ab dem vierten Quartal Teile der EBIT-Beiträge im Finanzerfolg (Beteiligungserträge) ausgewiesen werden.

Die Ertragsaussichten bei Borealis für das vierte Quartal bleiben wegen des niedrigen Preisniveaus gedämpft, positive Auswirkungen des Wirtschaftsaufschwungs werden erst ab 2003 erwartet (wird im Beteiligungsergebnis ausgewiesen).

Auf Grund des anhaltenden Drucks auf die Düngemittel- und Melaminergebnisse erwarten wir im Bereich Chemie (inklusive Geotextilien) ein ähnliches Ergebnis wie im Vorjahr.

Unsere Annahme, dass die früheren Rekordergebnisse im Jahr 2002 nicht wiederholt werden können, bleibt aufrecht und wird durch die heutigen Marktbedingungen belegt. Allerdings wollen wir unsere anspruchsvollen Wachstumsziele aufrechterhalten, da unsere höhere Effizienz und unser forciertes Wachstum in E & P und Marketing es uns ermöglichen sollte, alle Marktverbesserungen zur Gänze nutzen zu können. Wir halten unsere Strategie des Wachstums aus eigener Kraft weiterhin aufrecht und wollen unsere Produktions- und Absatzmengen durch gezielte Investitionen bis 2008 verdoppeln.

Nächste Ergebnisveröffentlichung: Jänner bis Dezember 2002 und 4. Quartal 2002 am 11. März 2003

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