"Neues Volksblatt" Kommentar: "Verrat" (Von Michael Kaltenbergre )

Ausgabe vom 11. November 2002

LINZ (OTS) - Es waren die Hardcore-Haiderianer, die man am
Samstag von weit her zum FPÖ-Frühschoppen ins Design Center nach Linz gebracht hatte. Witze, Musik, zwei Applaus-Proben im schütter besetzten Saal, dann trat der Jörg ans Rednerpult. Das Thema: Jörg Haider und die Rest-FPÖ gegen den Rest der Welt, Verrat, wohin man schaut. Demnach haben nicht die Rebellen von Knittelfeld die Regierung gesprengt, sondern: "Der Schüssel will die FPÖ zerstören; er hat den Koalitionspartner hundsmiserabel behandelt, das werden wir ihm heimzahlen!"
Dem FPÖ-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, den Wolfgang Schüssel künftig als parteilosen Finanzminister haben will, schrieb Haider ins Stammbuch: "Man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter."
Zur Steuerreform hat Haider eine ganz eigene Theorie: Nicht das Hochwasser habe die Verschiebung notwendig gemacht, vielmehr hätten die sechs schwarzen und zwei roten Landeshauptleute protestiert, weil die Reform für die Länder Einnahmenausfälle gebracht hätte. "Da hat sich der Schüssel nicht mehr getraut."
In einem Land, in dem das Hochwasser gewaltige Verwüstungen hinterlassen hat, ist so etwas nicht einmal beim harten Haider-Kern gut angekommen. Wie manches andere auch. Die Zeiten haben sich geändert c Gott sei Dank!

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