Kuntzl: Prinzhorn-Entgleisung macht seinen sofortigen Rückzug aus der Politik unumgänglich

Wien (SK) SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl fordert den sofortigen Rückzug des Zweiten Nationalratspräsidenten und FPÖ-Wirtschaftssprechers Thomas Prinzhorn aus allen politischen Funktionen. Anlass dafür ist seine "unfassbar menschenverachtende Äußerung" im "Wirtschaftsblatt". Prinzhorn sagt in einem Interview im Zusammenhang mit der Grenzkontrolle wörtlich: "Denn wenn man an der March schaut, was alles über die Grenze kommt, dann kommen auf drei Hirschen 50 Tschetschenen und auf zwei Wildschweine kommen noch einmal 100 Kasachen." ****

Hier werde der Eindruck erweckt, dass Menschen in Notsituationen mit Freiwild gleichzusetzen seien. "Damit wird eine Geisteshaltung offenbar, die jedem, dem Achtung und Würde anderen Menschen gegenüber etwas Wert ist, erschaudern lässt", so Kuntzl am Freitag gegenüber SPÖ-Pressedienst. Zu "verdanken" hätten die Österreicher und Österreicherinnen die Tatsache, dass Menschen mit einer derartigen Geisteshaltung heute zu den höchsten Repräsentanten des Staates zählen, einzig und allein dem ÖVP-Vorsitzenden Schüssel und dessen unbändiger Machtgier. "Schüssel hat aus rein machttaktischen Gründen die FPÖ in die Regierung geholt und er will diesen Fehler ganz offensichtlich wiederholen", sagte Kuntzl. Und das im vollen Wissen der Menschenverachtung und Ausländerfeindlichkeit der maßgeblichsten Vertreter dieser FPÖ.

Die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin fordert nun eine klare Stellungnahme von ÖVP-Chef Schüssel. Da Schüssel zu Entgleisungen seitens des Koalitionspartners seiner Wahl in heiklen Fragen immer nur geschwiegen habe, sei die Wahrscheinlichkeit auf eine unmissverständliche Aussage Schüssels dazu eher unwahrscheinlich. Eine Entgleisung Prinzhorns in ähnlicher Qualität vom September 1999 habe Schüssel schließlich auch nicht daran gehindert, mit der FPÖ eine Koalition zu bilden, erinnerte Kuntzl an die Aussage des damaligen FPÖ-Spitzenkandidaten im "Kurier" zur angeblichen Bevorzugung von Ausländern: "Sie bekommen Medikamente zur Hormonbehandlung vom Sozialamt gratis, um ihre Fruchtbarkeit zu steigern. Inländern wird das nur sehr selten gewährt." (Schluss) se

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