AK Test: Etikett nennt oft nicht Herkunft von Fischprodukten (1)

Seit heuer gilt eine neue Fischkennzeichnung - AK Test: Frischfische meist gar nicht gekennzeichnet - Verpackte Fische unzureichend etikettiert

Wien (AK) - Seit 1. Jänner 2002 müssen nach einer EU Verordnung bei verpackt und offen angebotenen Fischen die Produktionsmethode (Meeres-, Binnenfischerei, Aquakultur) und das Fanggebiet gekennzeichnet werden. Jedoch ist die Kennzeichnungsmoral der Anbieter unbefriedigend. Ein aktueller AK Test zeigt: Drei Viertel der Fischhändler und Marktstandler kennzeichnen ihre Fische diesbezüglich nicht. In den Supermärkten war jeder vierte verpackte Fisch noch unzureichend etikettiert.

Seit heuer müssen Konsumenten zusätzlich zur Bezeichnung der Fische auch informiert werden, ob dieser aus der freien Natur (zB "aus Meeresfischerei" oder "gefangen in..") oder einem Zuchtbetrieb (aus "Aquakultur") stammt sowie das Fanggebiet (zB bei Seefischen Südost-Atlantik) genannt werden. Die AK Konsumentenschützer haben im September und Oktober kontrolliert, ob die Kennzeichnung eingehalten wird. So wurden frische und tiefgefrorene Fische, Krebs- und Weichtiere (offen und vorverpackt) sowie Räucherfische überprüft. Erhoben wurde in 11 Supermärkten und in 24 Fischgeschäften und Marktständen in Wien. Ausgenommen von der Verordnung sind panierte Fischerzeugnisse, Fische mit Saucen, Fischmarinaden, Fischdauerkonserven, Fischsalate, Schlemmerfilets panierte Krebs- und Weichtiere sowie Kaviar und -ersatz.

18 der 24 (75 Prozent) untersuchten Marktstandler und Fischgeschäfte haben ihre offen angebotenen Produkte überhaupt nicht nach der neuen Kennzeichnungsregelung gekennzeichnet. Bei den vorverpackten Produkten aus Supermärkten (frische Fische, Räucher-und tiefgekühlte Fische) waren zwar 73 Prozent richtig und vollständig gekennzeichnet. Aber die AK kritisiert, dass bei diesen die Kennzeichnung oft schwer zu finden oder sehr klein war. Rund ein Viertel der vorverpackten Fische war unvollständig beschildert:
Während bei den vorverpackten Frischfischen alle korrekt gekennzeichnet waren, mussten bei den den Räucherfischen etwa 60 Prozent als nicht exakt etikettiert bewertet werden. Bei den tiefgefrorenen Produkte waren es 18 Prozent.

Die AK Konsumentenschützer sind unzufrieden mit den Ergebnissen bei offener Ware und insbesondere auch bei Räucherfischen. Fischhändler und Marktstandler sind nach wie vor sehr nachlässig mit der Kennzeichnung. Obwohl die Händler seit einem drei Vierteljahr kennzeichnen müssten, scheint sich das nur bei einzelnen Anbietern herumgesprochen zu haben. Die wenigen, die ordentlich beschildern, schreiben die Informationen auf Steckschilder direkt beim jeweiligen Produkt, andere haben auf einem A4 Blatt (zB an der Verkaufstheke) die Fischart, Produktionsmethode und das Fanggebiet angegeben.

Bei tiefgefrorenen Fischen mit Haltbarkeitsdaten ab Mitte 2003 ist das Ergebnis zufriedenstellender, sagt die AK. Jedoch sind auf Grund der langen Haltbarkeit noch viele ungekennzeichnete Produkte am Markt, die bereits vor In-Kraft-Treten der Verordnung produziert wurden. (Forts.)

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