Kinderbetreuungsatlas 2002 der Arbeiterkammer Oberösterreich: Trotz Ausweitung des Angebots Lage weiter unbefriedigend

Linz (AKO) Trotz einer neuerlichen Ausweitung des Angebots an Kinderbetreuungseinsrichtungen bleibt die Situation für berufstätige Eltern unbefriedigend. Der Kinderbetreuungsatlas, den die Arbeiterkammer Oberösterreich nun bereits das vierte Jahr in Folge auflegt, macht deutlich: Ohne ein landesweites Standorte-Konzept werden alle Verbesserungen Stückwerk bleiben.

Grundlage für den Kinderbetreuungsatlas ist eine aktuelle Erhebung der Betreuungseinrichtungen von der Krabbelstube über den Kindergarten bis hin zur Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder inklusive der Öffnungszeiten. Die Ergebnisse stehen auch auf unserer Homepage unter www.arbeiterkammer.com.

Gegenüber 2001 hat sich das Angebot leicht verbessert, und zwar in erster Linie dadurch, dass mehr Gemeinden einen Hort betreiben. Es gibt jetzt in 75 Gemeinden einen oder mehrere Horte, das sind um 11 Gemeinden mehr als im Vorjahr. Drei zusätzliche Gemeinden betreiben eine Krabbelstube, und sechs zusätzliche Gemeinden profitieren davon, dass jetzt Misch-gruppen Krabbelkinder/Kindergartenkinder bzw. Kindergarten-kinder/Volksschulkinder möglich sind und entsprechend gefördert werden.

Durch diese Veränderungen sind acht Gemeinden nach unseren Kriterien in die Kategorie A aufgestiegen. Damit gibt es in 45 der 445 oberösterreichischen Gemeinden ein Angebot an Betreuungseinrichtungen, das den Zeitraum von nach der Karenz bis zum Ende des Volksschulalters der Kinder umfasst und hinsichtlich der Öffnungszeiten im Kindergarten eine Erwerbstätigkeit im Ausmaß von 30 bis 40 Stunden zulässt.

Leider tut sich am Ende unserer Skala von A bis E nicht so viel. Im Vorjahr hatten 42,5 Prozent der Gemeinden keinen Hort, keine Krabbelstube und kein mittags durchgehendes Betreuungsangebot in den Kindergärten, zumindest nicht an allen Wochentagen, und da haben wir den Freitag gar nicht mitgezählt. Heuer sind es genau 41,6 Prozent der Gemeinden, das heißt in Summe nur um vier Gemeinden weniger.

Beim Land Oberösterreich wird derzeit an einem umfassenden Kinderbetreuungsgesetz gearbeitet. Dieses Gesetz sollte nach Ansicht der Arbeiterkammer die finanzielle Basis für altersübergreifende und gemeindeübergreifende Betreuungseinrichtungen schaffen. Und es sollte generell die Landesförderung an Merkmale wie Öffnungszeiten und Betreuungsschlüssel binden.

Tatsache ist, dass auf die Gemeinden immer mehr Anforderungen nach Ausweitung und Verbesserung des Angebots zukommen werden. Deshalb brauchen die Gemeinden mehr Mittel aus dem Finanzausgleich, unter Umständen auch zweckgebunden. Der Bund soll die Neuerrichtung und Erweiterung entsprechender Einrichtungen großzügig fördern (Stichwort: Kinderbetreuungsmilliarde), das Land soll eine Ausfallshaftung für die ersten drei Jahre des Betriebs übernehmen.

Ganz wichtig ist jedenfalls ein landesweites Standorte-Konzept. Angesichts der Landtagswahlen nächstes Jahr erwartet sich die Arbeiterkammer von allen Parteien die Festlegung auf quantitative und qualitative Ziele beim Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen. Denn die Parteien werden sich auch daran messen lassen müssen, wie ernst sie die berechtigten Forderungen berufstätiger Eltern (und vor allem berufstätiger Frauen) nehmen.

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