Stadlbauer und Oberhauser: Für Frauen in Pflegeberufen ist Kindergeld ungenügend

Wien (SK) In einer gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag erklärten die SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer und die Kandidatin zum Nationalrat Sabine Oberhauser, dass das Kindergeld in der bestehenden Form nicht optimal ist für Frauen in Pflegeberufen. Gewünscht würden vor allem eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch Kinderbetreuungsplätze und der Ausbau der Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit. Dies ergab eine gestern stattgefundene Fachenquete zum Thema "Frauen in Gesundheitsberufen -Wo drückt der Schuh?" ****

SPÖ-Bundesfrauensekretärin Stadlbauer zeigte sich "sehr überrascht", dass ÖVP-Obmann Schüssel den seit Jahren von Seiten der SPÖ immer wieder eingebrachten Vorschlag nach einem Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit im Wahlkampf aufgegriffen hat. "Bisher sind wir immer mit diesbezüglichen Vorschlägen abgeblitzt", so Stadlbauer, die betonte, dass ein solcher Vorschlag nur dann sinnvoll sei, wenn er mit einem Rückkehrrecht zur Vollzeiterwerbstätigkeit gekoppelt wird.

Stadlbauer verwies auch auf das Frauenwahlprogramm, in dem das Thema Frauen und Gesundheit Niederschlag gefunden hat. "Wir wollen, dass das hervorragende Gesundheitssystem erhalten und ausgebaut und nicht zerschlagen wird", so Stadlbauer. Die Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen sollen daher ausgebaut und Anreize gesetzt werden, dass diese Präventionsmaßnahme verstärkt in Anspruch genommen wird. "Vor allem sozial Schwache und Migrantinnen nehmen die Untersuchungen nicht wahr."

Die Kinderärztin und Gewerkschafterin Sabine Oberhauser forderte, dass sich die politisch Verantwortlichen mit den wirklich Betroffenen im Pflegebereich "zusammen setzen sollen, damit die Bedürfnisse aufgezeigt werden". Oberhauser sprach sich entschieden gegen die von Wirtschaftsminister Bartenstein angekündigten Crash-Kurse im Pflegebereich aus. "Ich glaube nicht, dass sich die Patientinnen und Patienten verdienen, dass sie von Leuten gepflegt werden, die nach einem 12-Wochen-Kurs ans Krankenbett gestellt wurden."

Oberhauser verwies auf die schwierige Situation im Pflegebereich. Die Verweildauer in diesem beruflichen Bereich ist sehr gering, "oft nur vier Jahre". Die körperliche und seelische Belastung sei sehr groß und vor allem für ältere Arbeitnehmerinnen schwer zu bewältigen. Die schwierigen Arbeitsbedingungen spiegeln sich auch in der Tatsache, dass die Anmeldungen zu den Krankenpflegeschulen rückläufig seien. (Schluss) up

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