AKS startet Herbstkampagne zum Thema "Autoritäten und Demokratie"

Zuerst lernen wir gehen und sprechen, dann Ruhigsitzen und Maulhalten - ein Systemfehler

Wien (SK) Mit einer Straßenaktion vor dem Bildungsministerium startete die Aktion kritischer SchülerInnen (AKS) ihre Herbstkampagne zum Thema "Autoritäten und Demokratie". Drei Personen, denen auf dem Minoritenplatz durch einen Riesentrichter Gehorsam, Konkurrenzdenken und Leistungsdruck in den Kopf geflößt wurden, symbolisierten die SchülerInnen einer Klasse. "Damit weisen wir auf die fundamentale Fehlkonzeption unseres Schulsystems hin", so Kowall. "Die Schule dient in erster Linie dem Gefügig machen ihrer SchülerInnen statt der Vermittlung von Wissen. Sämtliche vorgegebenen gesellschaftliche Normen und Werte werden uns in der Schule vermittelt, für individuellen Gestaltungsraum ist de facto kein Platz", so der SchülerInnenvertreter. ****

Zahlreiche Fallbeispiele geben Aufschluss über das autoritäre Vorgehen vieler Schulleitungen und LehrerInnen. "Im BG Radetzkystraße (Wien 3) wurde mehreren SchülerInnen verboten, für die SchülerInnenvertretungswahlen zu kandidieren, erst auf Intervention der AKS Wien wurden die Kandidaturen zugelassen", so der AKS-Vorsitzende. Weiters berichtet Kowall dass im Paulinum Schwaz (Tirol) Geldstrafen eingehoben werden, wenn SchülerInnen unerlaubt rauchen oder keine Hausschuhe tragen. "Meistens sind diese Regeln nicht einmal in der Hausordnung verankert", so Kowall.

"Neben der einzementierten Hierarchie mangelt es dem Unterricht meist an Innovation und Kreativität", so Kowall. Der SchülerInnenvertreter kritisiert besonders das "didaktische Mittelalter", welches an den meisten Schulen vorherrscht. "Das enge Korsett eines Stundenplanes -portioniert in 50-Minuten-Einheiten - und eines Lehrplanes lassen quasi kaum Spielraum, eigene Akzente zu setzen. Auch der nach wie vor dominierende Frontalunterricht und das konsequente Verweigern von projektorientiertem Arbeiten tragen nicht gerade zu einem lebhaften Unterricht bei." Laut Kowall bedient sich "jeder mittelgute Workshop" einer interessanteren Methodik als die Schule.

"Die FPÖVP Regierung hat es in den letzten 2,5 Jahren verabsäumt, auch nur eine dieser verstaubten Strukturen aufzubrechen. "Im Gegenteil, mit den Verhaltensvereinbarungen und den Einsparungen hat Schwarz-Blau die Situation noch verschlechtert", zieht der SchülerInnenvertreter Bilanz. Dementsprechend hoch seien die Anforderungen der AKS an eine neue Regierung. Laut Kowall kann nur eine mutige und tief greifende Reform eine schülerInnenfreundliche Schule ermöglichen, die skandinavischen Staaten sind für den AKS-Vorsitzenden ein Beispiel, wie sich ein Schulsystem in eine positive Richtung entwickeln kann. "Wir fordern eine Schule, die sich den Menschen anpasst und keine Schule, welche die Menschen den herrschenden Verhältnissen einer Gesellschaft anpasst." (Schluss) ps/mp

Rückfragehinweis: Niki Kowall (0699) 11 40 81 42 - Fotos auf Anfrage erhältlich

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