Frauen im Management: Ungarn in Führung, Österreich im Mittelfeld

Wien (OTS) - Laut einer Untersuchung in dreizehn ausgewählten Staaten*) liegt der Frauanteil im Management in Österreich im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Die vergleichsweise höchsten Frauenquoten in allen drei Führungsebenen gibt es in Ungarn, wo im Topmanagement 25 % der Führungskräfte Frauen sind, in der zweiten Führungsebene 32 % und in der dritten Ebene 40 %. An zweiter Stelle liegt Spanien (1.Ebene:18 %, 2. und 3. Ebene: je 38%) gefolgt von Polen und Schweden. In Österreich liegen die entsprechenden Frauenanteile bei 13% (Topmanagement), 21 % (mittleres Management) und 25 % (dritte Führungsebene). Schlusslichter sind Deutschland und die Schweiz, wo in den Topetagen nur 5% (D) bzw. 7% (CH) der Führungskräfte weiblich sind, im mittleren Management 14 % (D) bzw. 15% (CH) und in der dritten Ebene 19 % (D) bzw. 18% (CH).

In Österreich sind die meisten weiblichen Topführungskräfte in den Funktionsbereichen Rechnungs-/Finanzwesen/Controlling (17%) und General Management (16%) tätig, gefolgt von Personalwesen (12%) und PR/Öffentlichkeitsarbeit (9%). Fast reine Männerdomänen sind in der ersten Führungsebene nach wie vor die Bereiche Materialwirtschaft/Logistik, wo nur 1 % der heimischen Topmanagerinnen vertreten sind, und Produktion/Fertigung, Forschung & Entwicklung sowie Rechtsbereich (jeweils 2%). Schwach vertreten sind die Frauen auch in den Bereichen Datenverarbeitung/IT, Qualitätsmanagement/-sicherung und Customer Service. Bei der heranwachsenden Managerinnengeneration in der dritten Führungsebene zeigt sich diesbezüglich ein etwas anderes Bild: Zwar dominiert auch dort der Bereich Finanzwesen etc., an zweiter Stelle liegen aber bereits ex aequo der Vertrieb und das Personalwesen gefolgt vom Marketing.

Bei der Frage nach speziellen Förderungsmaßnahmen für Frauen gaben 88 % der österreichischen Befragten an, in ihrem Unternehmen Teilzeitmodelle eingerichtet zu haben (Mehrfachnennungen möglich). 84 % nannten eine flexible Arbeitszeit als Frauenförderungsmaßnahme. Zu den weiteren angeführten Maßnahmen zählen: Flexibilisierung hinsichtlich des Arbeitsortes (29%), Jobsharing-Modelle (25%), Karriereentwicklungs-Programme (14%), Betriebskindergarten/Organisation der Kinderbetreuung (12%) und Mentoring-Programme (9%). Zum Vergleich Ungarn, das Land mit den höchsten Managerinnen-Anteilen: Dort liegt die flexible Arbeitszeit an erster Stelle (74%), gefolgt von Karriereentwicklungs-Programmen (46%), Teilzeitarbeit (31%) , Jobsharing-Modellen (29%) und Mentoring-Programmen (23%).

Warum nicht mehr Managementpositionen im eigenen Unternehmen mit Frauen besetzt sind, begründeten 68 % der heimischen Umfrageteilnehmer damit, dass es aufgrund der Branche nicht genügend weibliche Bewerber gab (Mehrfachnennungen möglich). 38% sehen die Unternehmenskultur, die in der Vergangenheit Männer bevorzugt habe, als Ausschlag gebend an, 17 % orteten bei Kandidatinnen, sie seien nicht genügend Karriere-motiviert.

Aufschlussreich sind auch die Antworten auf die Frage, welche Fördermaßnahmen die befragten Führungskräfte persönlich für sinnvoll halten, um Frauen in Managementpositionen zu unterstützen (Mehrfachantworten möglich): Je 47% nannten die Integration in Seilschaften/Netzwerke und die Schaffung frauenfreundlicher Rahmenbedingungen (z.B. Kinderbetreuung). Mit 30% an dritter Stelle und damit noch vor dem Punkt Mentoring-Programme (26%) stand jedoch die Antwort "Ich halte nichts von speziellen Fördermaßnahmen".

*) "Women in Management": Eine Umfrage in Australien, Österreich, Belgien, Tschechische Republik, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Italien, Polen, Spanien, Schweden und Schweiz, durchgeführt von IMD International Search and Consulting. In Österreich führte diese Umfrage das Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF) mit der EFS Personalberatung durch. Sample: 1.234 antwortende Führungskräfte.

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