ORF/3sat, Graz 2003 und Prestel Verlag präsentierten Regina Strasseggers Buch "Inge Morath - Grenz.Räume. Last Journey"

Buch, Film und Ausstellung über die weltberühmte Fotografin Inge Morath

Wien (OTS) - Regina Strassegger hat mit der weltberühmten, in Graz geborenen Fotografin Inge Morath deren letzte fotofilmische Reise in den südsteirisch-slowenischen Grenzraum unternommen. Dabei entstanden in einer Koproduktion von Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas und ORF/3sat ein 90-minütiger Film sowie ein Buch und eine internationale Ausstellung. Gestern, Mittwoch, dem 6. November 2002, fand im ORF-Funkhaus die Präsentation des im Prestel-Verlags erschienenen Buches "Inge Morath - Grenz-Räume. Last Journey" statt. An der Veranstaltung, bei der auch ein Ausschnitt der Filmdokumentation gezeigt wurde, nahmen Autorin und Filmemacherin Dr. Regina Strassegger, Wolfgang Lorenz, Intendant der Kulturhauptstadt Graz 2003, der slowenische Botschafter, seine Exzellenz Dr. Ernest Petric, sowie Dr. Peter Stepan, Lektor und Leiter des Programmbereichs Fotografie beim Prestel-Verlag, und Peter Zurek, 3 sat-ORF, teil. Durch das Programm führte der Publizist Dr. Peter Pawlowsky. Für die Bewirtung sorgte der slowenische Tourismusverband, für die musikalische Begleitung die beiden steirischen Musiker Christof Spörk auf der Klarinette und Bernd Prettenthaler auf der steirischen Harmonika. Am Donnerstag, dem 14. November, wird Regina Strasseggers Buch um 19.30 Uhr auch im ORF-Landesstudio Steiermark präsentiert.

Dr. Regina Strassegger: Inge Morath - Weltbürgerin aus Europa

Regina Strassegger nannte Inge Morath "eine humorvolle und charmante Weltbürgerin aus Europa, die in Amerika Karriere machte und sich in diesem Projekt auf eine Zeitreise in ihre eigene Vergangenheit begibt. Buch, Film und Ausstellung beschäftigen sich aber auch mit Inge Moraths Hoffnung, dass Grenzen fallen und der Begriff Grenze eine andere Implikation bekommt".

Wolfgang Lorenz: Eines der großen Projekte von Graz 2003

Wolfgang Lorenz, Intendant der Kulturhauptstadt Graz 2003, bezeichnete das Package aus Buch, Film und Ausstellung über Inge Morath als eines der großen und sehr typischen Projekte von Graz 2003. Ziel von Graz 2003 ist es, so Lorenz, vom 9. Jänner bis Ende November 2003 nicht einfach ein Festival hinzusetzen, sondern zu versuchen, mit ungewöhnlichen High-Quality-Programmen vor Ort mit der Stadt, der Bevölkerung und den Besuchern auch Gesellschaftspolitik für die Zukunft zu machen.

Dr. Ernest Petric: Nachbarschaft ohne Grenzen

Der slowenische Botschafter in Österreich, seine Exzellenz Dr. Ernest Petric, zeigte sich sowohl vom Buch als auch vom Film sehr beeindruckt. Er unterstrich die Wichtigkeit dieses Projekts und verlieh der Hoffnung Ausdruck, den Begriff Grenze zu überwinden und neue Nachbarschaft ohne Grenzen aufbauen zu können.

Dr. Peter Stepan: Emotionales Buch

Dr. Peter Stepan, Lektor beim Prestel-Verlag, bezeichnete das Buch als "sehr emotionales Projekt, in dem sich Inge Morath im Spiegel ihrer Umwelt fotografiert". Morath, die - so Stepan weiter - viele Länder besuchte und mehrere Sprachen beherrschte, "beschreibt hier ihre eigene Reise. Sie ist eine der großen fünf Fotografinnen mit dem legendären 'Magnum', die im Programm des Postel-Verlags noch gefehlt hat".

Inge Morath - Grenz.Räume. Last Journey

Den steirisch-slowenischen Grenzraum nannte Inge Morath "ihre heimliche Sehnsucht". Dorthin war die in Graz geborene Fotografin mit Weltruf im Rahmen eines Projekts der Kulturhauptstadt Graz 2003 vor einem Jahr für Dreharbeiten drei Mal zurückgekehrt. Bilder von Kukuruz, Traubenmünder, Klapotetz tauchten aus den Kindheitstagen an der Grenze wieder auf. Aber auch die versunkene Welt der Vorfahren, die in der damaligen "Untersteiermark", bis 1919 Teil der k. u. k. Monarchie, ihr Paradies sahen, kam der seit Jahrzehnten in Amerika lebenden Morath wieder nahe. "Es ist so unglaublich, nach all den Jahren hierher zurückzukommen", sagte die damals 78-Jährige, "all das zu erleben und dabei Geborgenheit und Frieden zu finden." Ehemann Arthur Miller, mit dem die Morath 40 Jahre verheiratet war, ist überzeugt: "Dieser Landstrich war in ihrem Blut. Er war ihr sehr wichtig. Und obwohl sie sich in Amerika sehr wohl gefühlt hat, ist sie wahrscheinlich eine Emigrantin mit Heimweh geblieben ..."

Inge Morath begab sich auf eine Zeitreise der besonderen Art:
Rückkehr zur Herkunft, die Sehnsucht erfüllen, viele Porträts, Weinlandschaften, Willkommensgrüße, das Haus an der Grenze, die Lebensfreundin Renate, die Ehemänner Imo Moszkowicz und Arthur Miller, viele Begegnungen - auch mit Künstlern, Feste, viele Gespräche, viele Bilder und dann die Vollendung, Grenzsituation extrem: die Krankheit zum Tode. Sterben im Jänner 2002. Keine 15 Wochen nach dem letzten Tanz beim Herbstfest in Slovenj Gradec.

"Inge Morath - Grenz.Räume. Last Journey" ist ein klar strukturierter Wegbegleiter durch diese grenzüberschreitende Zeitreise. Dass dabei die Fotografien Inge Moraths vom Grenz.Raum, seinen Menschen dominieren, versteht sich von selbst. Ungewöhnlich ist jedoch die Dynamik des Buches: Da korrespondieren diese letzten Fotos, Zitate, Briefe von Inge Morath mit jenen von Freunden, auch mit historischen Aufnahmen aus dem Familienalbum. Das Vorwort von Morath-Ehemann Arthur Miller erzählt von Inge Moraths Bezug zu Grenzen, ihren Versuchen, über sie hinauszugehen.
Dass dieses Buch in Deutsch/Englisch und in Deutsch/Slowenisch erschienen ist - letztere Ausgabe wurde durch eine Sonderfinanzierung durch Bundes-, Landes- und EU-Mittel ermöglicht -, unterstreicht den grenzüberschreitenden Charakter dieses von der Kulturhauptstadt Graz 2003 getragenen Projekts. Es setzt - politisch aktuell - auch bewusste Zeichen für die europäische Integration.

Inge Morath - Grenz.Räume. Last Journey.
Von Regina Strassegger
Mit einem Vorwort von Arthur Miller
Zweisprachige Ausgabe in Deutsch und Englisch
232 Seiten, Format 24 x 28 cm
Euro 49,50
Prestel Verlag München, Berlin, London, New York

Das hier präsentierte Buch ist auch die Begleitliteratur für die gleichnamige internationale Ausstellung "Inge Morath - Grenz.Räume", die im Kulturhauptstadtjahr 2003 in folgenden Städten zu sehen ist:

Graz: Ende Jänner bis Anfang März 2003, Künstlerhaus
Slovenj Gradec: Mitte März bis Ende April 2003, Neue Galerie
New York: Ende Juni bis Mitte August 2003, Leica Galerie
Ljubljana: Ende August bis Mitte Oktober 2003, Neue Stadtgalerie Budapest: November bis Mitte Dezember 2003, Haus der Photographie

Die 90-minütige Filmdokumentation, eine Koproduktion von Graz 2003 und ORF für 3sat, wird im Frühjahr 2003 in beiden Sendesystemen ausgestrahlt.

Das Projekt wurde von der Grazer Wechselseitigen Versicherung, von Austrian Airlines und Casinos Austria unterstützt.

Weitere Details zu "Inge Morath - Grenz.Räume. Last Journey" im Internet unter http://orfprog.apa.at/ORFProg/.

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