Mindestlohn: GPA sieht dringenden Handlungsbedarf der Ärztekammer

KV-Gehälter der Angestellen bei Ärzten liegen in den ersten Berufsjahren unter 1000 Euro

Wien (GPA). Dringenden Handlungsbedarf bei der Durchsetzung des 1000-Euro-Mindestlohnes, die von allen Parteien unterstützt wird, sieht die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA). Der Kollektivvertrag für die Angestellten bei Ärzten und in Labors wird immer noch bundesländerweise verhandelt. In allen Bundesländern liegt der kollektivvertragliche Mindestlohn dieser Beschäftigtengruppe in den ersten fünf Berufsjahren jedoch unter der 1000-Euro-Grenze. ++++

Die zuständigen Ärztekammern sind aber nicht bereit, eine jährliche Valorisierung der Kollektivverträge vorzunehmen. "All jene, die in Wahlreden so dringend die Durchsetzung des Mindesteinkommens fordern, sollten in ihrem eigenen Einflussbereich dafür sorgen, dass diese Forderung auch Realität werden kann. Wir würden uns auch außerhalb der Wahlzeiten ein solches Engagement wünschen", betont Karl Proyer, Leiter des Geschäftsbereiches Interessenvertretung in der GPA.

"Bekanntlich sind in den Regierungsparteien Ärzte in Spitzenpositionen vertreten, man denke nur an die Namen Waneck, Pumberger oder Rasinger. Sie sollen endlich ihren Einfluss in der Kollegenschaft wahrnehmen und für einen substanziellen Fortschritt bei den Verhandlungen für die Mindest-Löhne der Arzt-Angestellten sorgen. Dies wäre ein Akt, der über bloße symbolische Wahlkampfgesten hinausgeht. Wir werden die letzte Phase des Wahlkampfes und die Diskussion rund um den Mindestlohn dafür nutzen, auf die Tatsache dieser beschämenden Einkommenssituation einer Beschäftigtengruppe hinzuweisen. Die GPA ist jederzeit bereit, in Verhandlungen mit den zuständigen Ärztekammern einzutreten, damit der von der Spitze der Republik so wichtig eingeschätzte Forderung der Sicherung der Mindestlöhne endlich Erfolg beschieden ist", so Proyer.

ÖGB, 7. November 2002
Nr. 855

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