"Operation Stinktier": Waneck will Kindern Angst vor Spital nehmen

"Eddy" wird die Kleinen die Operation über begleiten

Wien (BMSG/STS) - Rund 20.000 Kinder werden pro Jahr in Österreich operiert. Um den Kleinen bei ihren Sorgen beizustehen, wird deshalb die Initiative der Österreichischen Gesellschaft für kindgerechte Operationsvorbereitung und Nachsorge (ÖGKO) - "Operation Stinktier" verlängert. Heute, Montag, fiel bei einer Pressekonferenz in Wien im Beisein von Gesundheitsstaatsekretär Univ.-Prof. Dr. Reinhart Waneck, der Startschuss. *****

"Teil der Therapie muss neben einer altersadequaten Aufklärung auch die Anwesenheit einer Begleitperson sein, damit das Kind nach dem Aufwachen aus der Narkose nicht allein ist", so Waneck. Das Projekt sei innerhalb der EU "einzigartig". "Aus eigener Erfahrung als vierfacher Familienvater weiß ich, dass ein Spitalaufenthalt für ein Kind ein Trauma hervorrufen kann. Schon allein der fremde Geruch löst bei vielen Angst und Panik aus. Das soll in Zukunft nicht mehr so sein", erzählte Waneck weiter. Eine erfolgreiche Betreuung könne nicht allein auf medizinische Leistungen beschränkt werden, sondern müsse für den Patienten auch so angenehm wie möglich gestaltet werden. Neben einem kinderfreundlichen Ambiente und einem speziell geschulten Personal seien es "oft die kleinen Dinge, die das Leben menschlicher machen".

Falls die Eltern aus medizinischen Gründen jedoch nicht den OP-Bereich betreten dürfen, soll in Zukunft "Eddy", ein Stinktier aus Plüsch, die Rolle der Eltern übernehmen und für einen haptischen Effekt sorgen. "Das Kuscheltier begleitet den kleinen Patienten durch die Operation. Sowohl vor der Narkose, als auch nach dem Eingriff hat das Kind jemanden an der Seite, den es umarmen kann. Jeder kleine Held, der tapfer eine Operation über sich ergehen lassen hat, darf die plüschige Trophäe mit nach Hause nehmen und sie den Freunden zeigen", so der Gesundheitsstaatssekretär.

Um effektive Aufklärungsarbeit zu leisten, hätten alle Krankenhäuser in Österreich die Möglichkeit, über eine Hotline im Ministerium eine Broschüre anfordern, um in weiterer Folge die Kooperationsbereitschaft von Seiten des Kindes zu erhöhen und eine wesentliche Minderung der Verlassensangst zu erreichen. Subventioniert wird die Aktion vom Staatssekretariat.

Redaktionell und inhaltlich wurde die Neuauflage der Info-Broschüre vom Berufsverband Kinderkrankenpflege Österreich (BKKÖ) aufbereitet. Durch den täglichen Umgang mit betroffenen Kindern und deren Eltern sensibilisiert, wurde strikt darauf geachtet, dass die dargebotenen Informationen einen echten Mehrwert für die Eltern darstellen. "Mit Fachchinesisch und Kauderwelsch ist niemandem gedient", ergänzt Waneck, "informierte Eltern sind gelassene Eltern". Darüber hinaus beleuchten – unter Führung des wissenschaftlichen Beirates (Leitung:
Univ. Prof. Dr. Michael Zimpfer, Vorstand der Klinik für Anästhesie und Allgemeine Intensivmedizin der Universität Wien) - eine Reihe namhafter Fach-AutorInnen aus dem In- und Ausland das Thema von medizinischer, psychologischer und pflegerischer Seite aus. Die Broschüre wird an ca. 150 Spitäler in ganz Österreich ausgegeben und kann darüber hinaus über eine Hotline des Bundesministeriums angefordert werden.

Auf 96 Seiten bekommen die Eltern einen detaillierten Leitfaden, der alle wichtigen Themenbereiche abdeckt, z.B.:

  • Was Eltern konkret tun können, um ihren Kindern die Angst vor einer Operation zu nehmen
  • Diagnosemethoden im Überblick
  • Die häufigsten Operationen bei Kindern
  • Alles Wissenswerte rund um die Narkose
  • Checklisten für die Aufnahme und Entlassung
  • Mitaufnahme von Mutter oder Vater
  • Stationäre und ambulante Kinderkrankenpflege
  • Psychologische Tipps für die Zeit danach
  • Die Nachversorgung durch Eltern zu Hause, u.v.m.

Kontaktadressen stellen sicher, das in Falle einer offenen Frage sofort qualifizierte Auskunft eingeholt werden kann. Selbstverständlich sind auch unterhaltsame Bildergeschichten für die tapferen Sprösslinge enthalten, wie etwa die Abenteuer von "Eddy" oder seinem neuen Freund "Klein Adlerfeder". (Schluss) mg bxf

Rückfragen & Kontakt:

BMSG - Bundesministerium für
soziale Sicherheit und Generationen
Kabinett des Staatssekretärs für Gesundheit
Martin Glier
Tel.: (++43-1) 711 00/4619

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