"Neues Volksblatt" Kommentar: "Bushs Feind ist mein Freund" (Manfred Maurer)

Ausgabe vom 4. November 2002

LINZ (OTS) - Es war wohl kein Zufall, dass Alexander Van der
Bellen Haiders absurdes Reisetheater dieses Mal nicht wie bei gleicher Gelegenheit im Februar mit einem drastischen evollkommen durchgeknalltc kommentierte. Der kürzlich aufgeflogene Solidaritätsbesuch eines Tiroler Grünen in Bagdad gebietet Zurückhaltung.
Die Fraktion der "Durchgeknallten" ist eben eine parteiübergreifende von ganz rechts bis ganz links. Die einen fliegen gleich höchstpersönlich in Bagdad ein, andere treiben das Spiel subtiler, aber mit demselben Ziel: Wenn sich ein Josef Cap entblödet, der Regierung den geplanten Einsatz von Abfangjägern gegen Bagdad zu unterstellen, dann hat er jene Zielgruppe im Auge, die auch Haider mit seinem Saddam-Geturtel ansprechen will. Das Spekulieren mit antiamerikanischen Ressentiments ist zum beliebten Rettungsanker linker wie rechter Populisten von Schröder bis Haider geworden.
Dem Kärntner kann auch das nicht mehr helfen. Er trägt das Schild "Bushs Feind ist mein Freund" zu offensichtlich zur Schau, um als seriöse Kritik der US-Politik wahrgenommen zu werden. So grobschlächtig gewinnt man auch beim Spiel mit dem Antiamerikanismus nichts. Sein Selbstzerstörungstrieb hat Haider jedoch längst der Fähigkeit zu solchen Einsichten beraubt.

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