"Kleine Zeitung" Kommentar: "Herzkrank" (von Hubert Patterer)

Ausgabe vom 01.11.2002

Graz (OTS) - Die FPÖ hat einen netten, kranken und überforderten Obmann durch einen netten, kranken und überforderten Obmann ersetzt. Der Zustand der Partei bleibt also stabil.

Herbert Haupt ist ideologisch etwas kerniger, er mag das konturiertere Angebot an blaue Stammwähler sein, aber das ändert nichts am Grundbefund: Der Mann ist von einer geradezu spektakulären Medienuntauglichkeit. Er ist eine Übergangsmarionette wie Mathias Reichhold. Er soll die FPÖ erhobenen Hauptes in die Niederlage führen, während der Erlöser hinter den Kulissen bereits Phönix spielt. Er wartet nur noch die Asche ab.

Spät, aber doch hat Reichhold erkannt, was da abläuft. Er hat sich zu viel zugemutet und das Zuviel heißt Jörg Haider. Seinen heißen Atem spürte er vom ersten Tag an. Es folgten Nadelstiche (das Tauziehen um Haiders Listenplatzierung), die Ausbootung beim Kärntner Wahlkampfauftakt oder der üble Jux mit dem Wahlplakat, wo Platz für einen Hund war, aber keiner für den Spitzenkandidaten. Dass Haider jetzt auch noch Umsturzpläne für den Fall eines Absturzes in Umlauf brachte, gab dem Patienten den Rest.

Das und nichts anderes brachte sein Herz aus dem Rhythmus. ****

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