"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Das Herz und andere Gründe (von Manfred Posch)

Ausgabe 1.11.2002

Klagenfurt (OTS) - Jetzt also der Reichhold! Nach nur 40-tägiger FP-Obmannschaft warf er, für Kenner der Verhältnisse kaum überraschend, das Handtuch, nahm sich ein Beispiel am Rücktritts-Trio Riess-Passer, Grasser, Westenthaler, an jeder Menge abgetretener FP-Minister und sonstigen aus Funktionen geflüchteten oder gestoßenen blauen Würdenträger.

Ich schreibe "Mathias" mit einem "t", außer der Jörg verlangt es mit zwei, hat Reichhold - in besseren Tagen - lachend verlauten lassen. Nun, die gemeinsam bejubelten, die buberlorientierten, die superblauen Tage sind vermutlich für immer dahin; es wird beim einfachen "t" bleiben.

Reichholds Erkrankung ist gewiss ernster Natur. Jeder mit halbwegs solidem Charakter Ausgestattete wird dem Minister Besserung wünschen. Andererseits liegt der Verdacht nahe: Weniger das lädierte Herz als vielmehr aus eigenen Reihen heraus raffiniert - unausgesprochenen vorgetragene Kränkungen haben den 45-Jährigen zur Aufgabe veranlasst.

Dass die von einem geradezu abenteuerlichen, skurrilen Selbstzerstörungstaumel erfassten Freiheitlichen am Wahltag unter die 15-Prozent-Marke fallen, wird immer wahrscheinlicher. Jedenfalls scheint dem Kärntner Landeshauptmann jedes Mittel, selbst die totale Zerbröselung der Partei, recht zu sein, um wieder irgendein Profil zu gewinnen.

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
ktzredaktion@apanet.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001