MOLTERER: AN ERNST GEMEINTEM KLIMASCHUTZ FÜHRT WELTWEIT KEIN WEG VORBEI

Minister zuversichtlich über baldiges Inkrafttreten des Kyoto-Klimaschutzprotokolls

Wien (OTS) "Der weltweit forcierte Einsatz erneuerbarer Energieträger ist der einzig nachhaltige Weg, auf dem die Industriestaaten ihre in Kyoto vereinbarten Klimaschutzziele erreichen können. Mit dem beschleunigten Umstieg auf erneuerbare Energieträger sind wirtschaftliche Chancen, dauerhafte Arbeitsplätze und soziale Verbesserungen in benachteiligten Regionen verbunden. Die jüngsten Flut- und Sturmkatastrophen in allen Teilen der Welt haben gezeigt, dass an ernst gemeintem Klimaschutz kein Weg vorbeiführt." Das sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Mag. Wilhelm Molterer heute, Donnerstag, anlässlich der UN-Klimakonferenz, die derzeit in Neu Delhi stattfindet.****

Was das Inkrafttreten des Kyoto-Klimaschutzprotokolls betrifft, zeigte sich Molterer optimistisch. "Die Signale von der Konferenz in Delhi sind ermutigend. Große Industriestaaten wie Russland und Polen haben die Ratifizierung in Aussicht gestellt. Das Protokoll könnte durchaus in der ersten Jahreshälfte 2003 in Kraft treten", so Molterer. Das ist der Fall, sobald es von 55 Staaten ratifiziert wurde, die 55 Prozent der CO2-Emissionen der Industriestaaten des Jahres 1990 abdecken. Die Zustimmung Russlands, Kanadas und Polens würde den Weg zu diesem Inkrafttreten ebnen.

Die Nutzung erneuerbarer Energieträger hat auch beim UN-Weltgipfel von Johannesburg im September breiten Raum eingenommen, wenn auch nicht zu weltweit verbindlichen Vereinbarungen geführt. Die EU-Staaten haben dort daher eine Deklaration vorgelegt, die über die allgemein gültigen Johannesburg-Ergebnisse hinausgeht. Darin erklären sich die Unterzeichnerstaaten bereit, die Anteile der erneuerbaren Energieträger zur Deckung des Energiebedarfs zu steigern. Das soll durch die Festlegung nationaler und regionaler Ziele erreicht werden. Diese Initiative hat auch nach dem Gipfel noch breiten Widerhall gefunden. "Mittlerweile haben sich bereits über 60 Staaten aus allen Kontinenten unserer Deklaration angeschlossen", berichtete Molterer. Österreich habe sich das Ziel gesetzt, den Marktanteil erneuerbarer Energieträger, der derzeit etwa bei einem Viertel liegt, bis 2010 auf ein Drittel zu steigern. Einen wesentlichen Beitrag wird dabei der Ausbau der Nutzung von Biomasseenergie leisten. Das jüngst beschlossene Konjunkturpaket, das zusätzliche 15 Mio. Euro zur Förderung von Biomasseprojekten vorsieht, ist ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Der Zugang zu moderner Energieversorgung sei ein Schlüssel zur Armutsbekämpfung und Beseitigung sozialer Benachteiligung, betonte der Minister. In vielen Staaten könnte der Einsatz erneuerbarer Energieträger einen nachhaltigen Beitrag zur Lösung dieser Probleme leisten. Auch einem erklärten Ziel der im Jahr 2000 verabschiedeten UN-Millenniumsdeklaration, die Armut weltweit zu senken, würde damit entsprochen, bekräftigte Molterer. In der Deklaration setzt sich die Staatengemeinschaft das Ziel, den Anteil jener Menschen, die in extremer Armut leben, bis zum Jahr 2015 zu halbieren.

Am Rande der UN-Konferenz hat sich übrigens eine verstärkte Zusammenarbeit Österreichs mit Indien im Klimaschutz angebahnt. Das Kyoto-Abkommen sieht die Möglichkeit gemeinsamer Klimaschutzprojekte zwischen einem Investor- und einem Gastland vor, die zu einer Minderung der Treibhausgasemissionen im Gastland führen. Indien ist vor allem an Projekten zu dezentraler Energieversorgung auf Basis von Biomasse und Biogas/Deponiegas sowie an der Kleinwasserkraft interessiert.

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