Von der Selbstverwaltung ist Verantwortung gefordert - Der Verwaltungsrat des Hauptverbandes lehnte 47 Millionen Euro für die Sozialversicherungsanstalt der Bauern ab

Presseaussendung anlässlich der Generalversammlung der Sozialversicherungsanstalt der Bauern am Mittwoch, 30. Oktober 2002

Wien (OTS) - Eine wohl sehr schmerzliche Mitteilung musste Generaldirektor Mag. Franz Ledermüller, anlässlich der Generalversammlung der Sozialversicherungsanstalt der Bauern, den anwesenden Funktionären machen. Denn die bereits vom Parlament beschlossenen gesetzlichen Voraussetzungen für die Zuteilung von 47 Millionen Euro an Zuwendung aus dem Ausgleichsfonds des Hauptverbandes, wurden nun vor wenigen Tagen völlig unerwartet vom Verwaltungsrat abgelehnt.

Dazu der Obmann der Sozialversicherungsanstalt der Bauern, Karl Donabauer: "Macht- und Neidgefühle einiger Herrschaften in diesem Gremium gefährden damit nicht nur das System, sondern stellen auch den Solidaritätsgedanken in Frage, der mit dem Ausgleichsfonds neu auflebte. Emotionell wies NR Donabauer auf die bereits gemeinsam vereinbarte Lösung aller Sozialversicherungsträger hin und betonte:
"Die Geschäftsführung des Hauptverbandes hat einen klaren Verteilungsschlüssel für den Ausgleichsfonds ausgearbeitet, jedoch durch dieses 'kleinkarierte Denken' bei dieser Ablehnung, wird ein sehr gefährlicher Weg beschritten. Funktionsträger die zu feige sind klare Entscheidungen zu treffen, sollen zurücktreten. Sie gefährden das gesamte Sozialsystem. Solidarität kann kein Sonntagsthema sein."

Auf dem Sektor der Kooperation mit anderen Trägern hat die Sozialversicherungsanstalt der Bauern bereits eine Vorreiterrolle eingenommen, wie die Zusammenarbeit mit der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft im sogenannten "Back-Office-Bereich" beweist. "Zusammenarbeit ist besser als Zusammenlegung", sagte Donabauer. Auch die erfolgreiche Umsetzung einer Strukturreform brachte in der Verwaltung eine spürbare Einsparung.

Wie in Zukunft die hohe Qualität im Gesundheitswesen beibehalten und die Finanzierung, vor allem in der Krankenversicherung, bewältigt werden kann, war ein Hauptthema der heutigen Generalversammlung. Dazu Donabauer: "Wir müssen im Hinblick auf Gesundheit und Soziales ein neues Wertebewusstsein schaffen und mit den Versicherten auch über ihre Mitverantwortung diskutieren. Wir müssen die freiwilligen Leistungen überdenken und das Maß des Notwendigen hinterfragen".

"Auch das Pensionsleistungssystem muss gestärkt werden. Vor allem aber kann die Pensionsversicherung nur das sein für das es bestimmt ist: Für die Versorgung im Alter und nicht als Arbeitsmarktregulator", so Obmann Donabauer abschließend.

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