Stress mit Studium und Beruf - Uni reagiert positiv auf AK-Forderung nach eigener Schiene für berufstätige Studierende

Linz AKO) Dramatische Einbrüche bei den Studentenzahlen an der Uni Linz, insbesondere bei berufstätigen Studenten, förderte eine Studie über die Folgen von Studiengebühren und Universitäts"reform" zutage, die AK und Uni Linz in Auftrag gegeben hatten. Bei einem gemeinsamen Informations- und Beratungsabend von Arbeiterkammer und Hochschülerschaft für Studenten der Linzer Universität präsentierten AK-Vizepräsident Dr. Johann Kalliauer und Studien-Koautorin Dr. Michaela Watzinger die Ergebnisse.

Der Dekan der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Linz, Prof. Dr. Josef Weidenholzer, kündigte als erste Konsequenz eine eigene Schiene für Berufstätige im ersten Abschnitt des Studiums "Wirtschaftswissenschaften" an.

"Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und entspricht einer Forderung der Arbeiterkammer", sagte dazu der AK-Vizepräsident, der der derzeitigen Regierung vorwarf, mit ihrer rückwärtsgewandten Bildungspolitik Berufstätige und Kinder aus Arbeitnehmerhaushalten von den Universitäten zu verdrängen. Sowohl Kalliauer als auch Weidenholzer forderten die sofortige Abschaffung der Studiengebühren.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie: Die Zahl der Studienanfänger an der Linzer Universität ist im Wintersemester 2001 - als die Studiengebühren in Kraft traten - gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Drittel zurückgegangen. Der Anteil berufstätiger Studienanfänger sogar um 58 Prozent. Die Gesamtzahl der Studierenden an der Linzer Uni ist insgesamt um 22 Prozent geschrumpft. Verantwortlich dafür ist vor allem der dramatische Anstieg der Studienabbrüche um fast 80 Prozent. Der Anteil berufstätiger Studierender unter den Abbrechern hat sich dabei mehr als verdoppelt!

Die studentischen Teilnehmer an der Veranstaltung nannten neben den Studiengebühren vor allem die konkrete Situation an der Linzer Uni als großes Problem. Durch den neuen Studienplan "Wirtschaftswissenschaften" sei ein Studium neben dem Beruf kaum mehr zu bewältigen. Durch das Kurssystem im ersten Abschnitt und die damit verbundene Anwesenheitspflicht sei es schwierig bis unmöglich, die notwendigen Lehrveranstaltungen zu besuchen. Verschärft werde die Situation dadurch, dass diese großteils tagsüber angeboten werden.

Der Studiendekan stimmte zu, dass sich die Situation für Berufstätige im letzten Jahr verschlechtert habe, dies sei jedoch keineswegs Absicht der Universität gewesen. Als Lösungsansatz nannte er eine eigene Schiene für Berufstätige im ersten Abschnitt des Studiums Wirtschaftswissenschaften.

"Neben den notwendigen Verbesserungen an der Linzer Uni müssen die Studierenden auch im Job eine bessere Unterstützung finden", richtete AK-Vizepräsident Kalliauer eine Appell an die Unternehmer. Kalliauer kündigte auch an, dass sich die AK OÖ verstärkt für bessere Regelungen für studierende Berufstätige einsetzen wird.

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