Klimapolitik: Trendumkehr ist angesagt

"Kyoto-Kooperation" beschreitet neue Wege - Umweltministerium und WKÖ vereinbaren intensive Zusammenarbeit - Leitl: Klimaschutz ist Wirtschaftsförderung

Wien (PWK783) - Umweltminister Wilhelm Molterer und WKÖ-Präsident Christoph Leitl haben eine intensive Zusammenarbeit in der Klimapolitik vereinbart. Sie soll einen doppelten Nutzen bringen:
Einerseits die Erfüllung der völkerrechtlichen Klimaschutzverpflichtungen Österreichs auf Grund des Kyoto-Protokolls. Andererseits soll sie die Wirtschaft, insbesondere Umwelttechnik, Energietechnik sowie die Bauwirtschaft, beleben.

"In der Klimapolitik müssen wir dringend die Trendumkehr einleiten, um die ambitionierten österreichischen Kyotoverpflichtungen rechtzeitig (ab 2008) einzuhalten. Ich freue mich daher, dass ich mit der Wirtschaftskammer Österreich ein Klimabündnis abschließen konnte, das uns beim wichtigsten Umweltthema der Gegenwart dem Ziel ein gutes Stück näher bringt", sagt Umweltminister Molterer.

"Die beste Basis der Zusammenarbeit ist der Nutzen für beide Partner. Nachdem der Klimaschutz zu einem Faktum geworden ist, sind wir übereingekommen, dass die österreichischen Klimaschutzziele auf eine Weise zu erfüllen sind, die auch der Wirtschaft klare Vorteile und Chancen eröffnet. Unser Kyoto-Fitness-Programm wird die Konjunktur ankurbeln und den Wirtschaftsstandort stärken sowie Arbeitsplätze schaffen", freut sich Präsident Leitl.

Die Kyoto-Kooperation zeigt bereits konkrete Folgen: Dieser Tage wird das Präsidium der WKÖ die Einrichtung einer neuen Klima-Energie-Plattform beschließen, die die bisher verstreuten Kräfte bündeln und verstärken wird. Insbesondere den Klein- und Mittelbetrieben wird sie die auf Gemeinschafts-, Bundes- und Landesebene bestehenden Förderungsprogramme zugänglich machen. Dabei sollen betriebswirtschaftlich attraktive Möglichkeiten gefunden werden, Produktions- und Heizanlagen auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, Gebäudehüllen optimal zu isolieren und erneuerbare Energien zu nutzen. "Damit wird die Wirtschaft selbst zum Motor des Klimaschutzes. Zahlreiche Branchen können nun Klimaschutz mit erhöhten Umsätzen bzw mit Kosteneinsparungen verbinden", betont Leitl.

Die positiven Effekte sind vielfältig: Emissionen und Energieverbrauch werden verringert, Energiekosten eingespart. Auch die volkswirtschaftliche Bedeutung ist nicht gering zu schätzen: Die Energie- und Umwelttechnik gilt in der Exportwirtschaft als Schlüsseltechnologie der Zukunft, weil die Nachfrage nach modernen Technologien und Anlagen weltweit kontinuierlich steigt.

Die Reduktion der klimarelevanten Emissionen soll ab 2003 im Rahmen des Umweltförderungsgesetzes verstärkt gefördert werden, sind sich Umweltministerium und WKÖ in der Kyoto-Kooperation einig. "2003 soll das Jahr der Trendwende werden", erklären Molterer und Leitl.

Für die Industrie enthält die Kyoto-Kooperation mehrere attraktive Elemente. Einerseits stimuliert sie den Markt für industrielle Anbieter, andererseits unterstützt sie die Industrie bei der Vorbereitung auf den EU-weiten Emissionshandel. Betriebe, die jetzt schon ein CO2-Monitoring und ein CO2-Management einrichten, sollen im Rahmen von Aktionsprogrammen Förderungen erhalten.

Auch für klimarelevante Projekte der österreichischen Industrie und Energiewirtschaft im Ausland sieht die Kyoto-Kooperation eine neue Förderungsmöglichkeit vor. In den genannten Punkten ist freilich eine Ergänzung des Umweltförderungsgesetzes erforderlich, für die sich Umweltminister Molterer gemäß der Kyoto-Kooperation einsetzen wird. (hp)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung für Umwelt-, Energie- und
Infrastrukturpolitik
SCHWARZER Univ.Doz.Dr.Mag. Stephan
Tel.: (++43-1) 50105-4195

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0003